Zalando Erfurt: Mehr Arbeitsplätze von Schließung betroffen als erwartet
Die geplante Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt könnte nach Einschätzung des Betriebsrats deutlich mehr Arbeitsplätze betreffen als bislang angenommen, wie dpa am Donnerstag meldete. Die Nachrichtenagentur bezieht sich dabei auf den Vorsitzenden des Erfurter Zalando-Betriebsrats, Tony Krause. Demnach seien mehr als 3.000 Beschäftigte von der Entscheidung des Vorstands des Dax-Konzerns betroffen. Neben der Stammbelegschaft geht es dabei auch um Zeitarbeitnehmer sowie Mitarbeitende externer Dienstleister, die teils seit mehreren Jahren am Standort tätig sind.
Der Betriebsrat plane nun, alle von der Schließung Betroffenen zu einer Versammlung einzuladen, um über die aktuelle Lage und mögliche weitere Schritte zu informieren. Eine Herausforderung sei dabei die Organisation eines geeigneten Versammlungsortes für mehrere tausend Menschen. Viele Beschäftigte seien verunsichert und wüssten nicht, wie es beruflich für sie weitergehe.
Unterstützung soll von der Agentur für Arbeit kommen. Ab Montag will sie direkt im Unternehmen Ansprechpersonen für die Mitarbeitenden bereitstellen. Ziel sei eine schnelle und unkomplizierte Beratung in der aktuellen Situation. Aufgrund der Dringlichkeit sollen zunächst befristet Beschäftigte unterstützt werden.
Die Entscheidung zur Schließung des großen Logistikstandorts hatte den Betriebsrat ebenso wie die Landes- und Kommunalpolitik in der vergangenen Woche überrascht. Auch die Gewerkschaft Verdi äußerte Kritik am Vorgehen des Unternehmens und sieht wirtschaftliche Gründe für die Standortaufgabe, insbesondere die Möglichkeit, an anderen Standorten kostengünstiger zu arbeiten.
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