Zalando bleibt im zweiten Quartal auf Wachstumskurs und konkretisiert Prognosen
Der Berliner Online-Modehändler Zalando SE hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Am Dienstag meldete das Unternehmen ein deutliches Umsatzplus und eine Steigerung des operativen Gewinns. Gleichzeitig gab sich das Management mit Blick auf den Rest des Jahres etwas zurückhaltender und konkretisierte seine Prognosen entsprechend.
Im Zeitraum von April bis Juni belief sich der Konzernumsatz auf 3,4 Milliarden Euro. Das entsprach einer Steigerung um 20,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Wachstum war größtenteils auf die im vergangenen Sommer vollzogene Übernahme des E-Commerce-Unternehmens About You zurückzuführen. Auf Pro-forma-Basis stiegen die Erlöse um 1,1 Prozent. Das Bruttowarenvolumen (GMV) wuchs um 20,7 Prozent auf rund 4,9 Milliarden Euro.
Aufgrund einer niedrigeren Bruttomarge stieg das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lediglich um 10,4 Prozent auf 204,8 Millionen Euro. Der ausgewiesene Nettogewinn schrumpfte um 24 Prozent auf 73,8 Millionen Euro.
Negative Sondereffekte belasten das Ergebnis
Im gesamten ersten Halbjahr erzielte Zalando einen Umsatz in Höhe von 6,4 Milliarden Euro, was ein Plus von 22,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete. Auf Pro-forma-Basis stieg der Umsatz um 2,2 Prozent. Die Entwicklung wurde nach Angaben des Unternehmens durch „ein starkes Umsatzwachstum im B2B- und Retail-Media-Geschäft unterstützt, trotz einer schwächeren Nachfrage vor allem im B2C-Sneaker-Bereich“. Das GMV wuchs um 21,0 Prozent auf knapp 9,2 Milliarden Euro, auf Pro-forma-Basis stieg es um 5,0 Prozent.
Das ausgewiesene EBIT, das in der ersten Hälfte des Vorjahres bei 166,6 Millionen Euro gelegen hatte, ging allerdings aufgrund hoher Einmalbelastungen auf 31,4 Millionen Euro zurück. So verbuchte der Konzern Restrukturierungskosten in Höhe von 138,9 Millionen Euro. Diese resultierten laut einer Mitteilung auf „Kosten im Zusammenhang mit der Schließung unseres Logistikzentrums in Erfurt im Zuge der Neugestaltung unseres Logistiknetzwerks“ sowie auf weiteren Maßnahmen „zur Steigerung der strukturellen Effizienz, insbesondere in unserer Zentrale in Berlin sowie in unseren Studios und Outlets“.
Um Sondereffekte bereinigt stieg das EBIT um 16,1 Prozent auf 269,6 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein ausgewiesener Nettoverlust von 13,8 Millionen Euro, nachdem der Konzern im Vorjahreszeitraum noch einen Überschuss von 106,5 Millionen Euro erzielt hatte.
Das Management kappt die Umsatzprognose
Angesichts der jüngsten Entwicklung gab sich das Management mit Blick auf das Gesamtjahr vorsichtiger. Es rechnet nun nur noch mit einem GMV- und Umsatzwachstum „in der unteren Hälfte“ der bisherigen Prognosespanne von 12 bis 17 Prozent. Die Jahresprognose für das bereinigte EBIT, die bisher bei 660 bis 740 Millionen Euro gelegen hatte, wurde auf 680 bis 720 Millionen Euro präzisiert.
Das Unternehmen zeige sich „noch zuversichtlicher, die Mitte der Spanne beim bereinigten EBIT zu erreichen“, heißt es in einer Mitteilung. Grund dafür seien „weitere Synergieeffekte, erwartete Vorteile aus der Umstrukturierung des Logistiknetzwerks im zweiten Halbjahr, fortlaufende Effizienzinitiativen sowie starkes Wachstum im margenstarken Partner-, Software- und Retail-Media-Geschäft“.
Chief Financial Officer (CFO) Anna Dimitrova sieht Zalando weiterhin auf dem richtigen Kurs. „Unsere resiliente Profitabilität resultiert aus der Qualität und dem Mix unserer Erträge. Maßgeblich dafür sind das Wachstum in unserem margenstarken Partnergeschäft und bei Retail Media, unsere B2B-Skalierung sowie ein striktes, KI-gestütztes Kostenmanagement“, erklärte sie in einem Statement. „Unser Fokus bleibt unverändert: Wir setzen unsere Strategie um, investieren in die vor uns liegenden massiven Chancen und werden auch 2026 eine starke, qualitativ überzeugende finanzielle Performance liefern.“
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