Warum Patagonia Trump wegen der Nationaldenkmäler in Utah verklagt

Das US-amerikanische Outdoor-Bekleidungsunternehmen Patagonia hat sich einer Klage gegen die Entscheidung der Trump-Regierung angeschlossen, zwei Nationaldenkmäler in Utah zu verkleinern. Das Unternehmen argumentiert, dass dieser Schritt den Schutz öffentlichen Landes, die Souveränität indigener Stämme sowie Gebiete von ökologischer und kultureller Bedeutung gefährde. Die Outdoor-Bekleidungsmarke kündigte die Klage am 2. September an.

Sie richtet sich gegen eine Proklamation von Präsident Donald Trump vom Juli, mit der das Bears Ears National Monument um rund 91 Prozent verkleinert wurde. Auch die Größe des Grand Staircase-Escalante National Monument wurde erheblich reduziert.

Was hat Trump geändert?

Am 13. Juli unterzeichnete Trump Proklamationen, mit denen Bears Ears von etwa 1,36 Millionen Acres auf 121.096 Acres verkleinert wurde. Grand Staircase-Escalante wurde von rund 1,87 Millionen Acres auf 181.541 Acres reduziert.

Das Weiße Haus bezeichnete den Schritt als „Anpassung der Größe“ und argumentierte, die ursprünglichen Grenzen seien größer als nötig gewesen. Sie seien nicht erforderlich, um die historischen und wissenschaftlichen Ressourcen zu schützen, die unter das Antiquities Act fallen.

Patagonia widerspricht dieser Entscheidung entschieden. CEO Ryan Gellert schrieb in einem offenen Brief auf der Website des Unternehmens: „Was in Utah geschieht, ist tragisch.“ Er sagte, die Proklamationen „verraten die Souveränität der Stämme“ und „machen jahrelange Arbeit zunichte, um wegweisende Verwaltungspläne für kulturell bedeutende Gebiete zu erstellen“.

Warum ficht Patagonia die Entscheidung an?

Der Rechtsstreit dreht sich um das Antiquities Act von 1906. Dieses Gesetz erlaubt es Präsidenten, Nationaldenkmäler einzurichten. Patagonia argumentiert jedoch, dass das Gesetz einem Präsidenten nicht die Befugnis gibt, den Schutz eines Denkmals nachträglich aufzuheben.

„Das Antiquities Act gibt Präsidenten die Befugnis, Nationaldenkmäler einzurichten“, erklärte Gellert. „Was das Gesetz einem Präsidenten nicht gibt, ist die Macht, die Ausweisung eines Denkmals rückgängig zu machen.“

Patagonia war bereits früher in dieser Angelegenheit involviert. Das Unternehmen verklagte die Trump-Regierung schon 2017, nachdem der Präsident während seiner ersten Amtszeit Bears Ears und Grand Staircase-Escalante verkleinert hatte. Präsident Joe Biden stellte die Grenzen 2021 wieder her.

Gellert sagte, das Unternehmen schließe sich erneut einer breiteren Koalition an, denn: „Patagonias Unternehmenszweck ist es, den Planeten zu schützen und dafür alle Mittel zu nutzen. Das schließt auch Rechtsstreitigkeiten ein.“

Warum ist Bergbau Teil des Streits?

Patagonia deutet an, dass die Herausnahme von Land aus den Denkmälern bisher geschützte Gebiete für Bergbau, Bohrungen und andere Formen der Ressourcengewinnung öffnen könnte.

Gellert beschrieb die Verkleinerung als „einen Versuch, die Abtretung von Bundesland an den Staat zu erzwingen und privaten Unternehmen zu erlauben, natürliche Ressourcen aus diesem Land zu gewinnen“.

Patagonia wies zudem auf mindestens neun Bergbauanträge hin, die seit der Ankündigung im Juli in den Gebieten eingereicht wurden, die aus den Grenzen der Denkmäler herausgenommen wurden.

Die Trump-Regierung vertritt eine andere Position. Sie argumentiert, dass die kleineren Grenzen es ermöglichen, Land außerhalb der Denkmäler für verschiedene Zwecke zu verwalten, einschließlich der Erschließung von Ressourcen. Die Gebiete, die innerhalb der Denkmäler verbleiben, erhalten weiterhin Schutz.

Warum sind die Rechte der Stämme betroffen?

Bears Ears hat eine besondere Bedeutung für indigene Gemeinschaften. Es wurde 2016 von Präsident Barack Obama nach jahrelangem Engagement von fünf Stammesnationen eingerichtet. Die Verwaltung des Denkmals umfasste die Bears Ears Commission, die den Stammesnationen eine formelle Rolle bei der Verwaltung gab.

Trumps jüngste Proklamation beendete diese Vereinbarung.

Patagonia sagt, dies untergrabe die Beteiligung der Stämme an Entscheidungen, die das Land betreffen. Gellert behauptet, die Handlungen der Regierung „verraten die Souveränität der Stämme“ und „missachten die Stammesnationen“.

Was sagt Patagonia zum öffentlichen Zugang?

Patagonia hat auch Behauptungen zurückgewiesen, die Denkmäler seien für die Öffentlichkeit unzugänglich. Bears Ears zog 2024 schätzungsweise 416.000 Besucher:innen an, während Grand Staircase-Escalante etwa 936.000 Besucher:innen verzeichnete.

„Dies sind einzigartige Landschaften, die die Menschen selbst erleben sollten – und viele tun das auch“, schrieb Gellert. Er hob Aktivitäten wie Wandern, Rucksacktouren, Mountainbiken, Klettern, Canyoning, Jagen, Rafting und Angeln hervor.

Er führte weiter aus, dass der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle für die umliegenden Gemeinden darstelle. Gleichzeitig schütze der Status als Denkmal das Land vor potenziell unumkehrbarer Bebauung.

Für Patagonia ist die Klage Teil seines umfassenderen Umweltaktivismus und seiner Identität als Outdoor-Unternehmen.

„Öffentliches Land ist für die Millionen Beschäftigten der 1,2 Billionen US-Dollar schweren Outdoor-Branche von entscheidender Bedeutung“, schrieb Gellert. Er fügte hinzu, dass Patagonia nicht „tatenlos zusehen“ werde, während der Schutz dieser Gebiete infrage gestellt werde.


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