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Verona Pooth siegt im Rechtsstreit um offene Forderungen gegen Görtz-Inhaber Kissling

TV-Moderatorin und Unternehmerin Verona Pooth hat vor dem Landgericht Hamburg eine Klage gegen die Firma Sneak Avenue des Unternehmers und Görtz-Geschäftsführer Bolko Kissling gewonnen. Das berichtet das Hamburger Abendblatt unter Berufung auf das dem Blatt vorliegende Urteil vom Freitag.

Demnach wurde Sneak Avenue zur vollständigen Zahlung offener Forderungen in Höhe von mehr als 400.000 Euro zuzüglich Zinsen und Kosten verurteilt. Die Beklagte trägt zudem die Gerichtskosten. Eine Berufung ist innerhalb eines Monats möglich.

Kissling hatte gegenüber dem Abendblatt argumentiert, durch die Insolvenz von Görtz sei der Vertriebsweg entfallen, wodurch die Geschäftsgrundlage weggefallen sei. Zudem habe Pooth lediglich ein Opening-Event, ein Fotoshooting sowie einige Social-Media-Posts umgesetzt und dafür eine „sehr große Summe“ erhalten.

Gericht folgt Argumentation der Klägerin

Das Gericht folgte dieser Darstellung nicht. Laut Urteilsbegründung habe Pooth ihre vertraglichen Verpflichtungen vollständig erfüllt und ein Zurückbehaltungsrecht bestehe nicht daher. Pooths Rechtsanwalt Christian-Oliver Moser sprach gegenüber dem Abendblatt daher von einem „Sieg auf ganzer Linie“.

Der Streitwert beläuft sich dem Bericht zufolge auf knapp 420.000 Euro zuzüglich erheblicher Zinsen. Mehr als 60.000 Euro sollen bereits im Wege der Zwangsvollstreckung beigetrieben worden sein. Da der Vertrag bis Sommer 2026 läuft, könnten weitere Forderungen in Höhe von rund 300.000 Euro hinzukommen. Eine vorzeitige Vertragsauflösung, die Pooth und ihr Anwalt angeboten hatten, habe Kissling abgelehnt. Laut Abendblatt werde nun geprüft, auch diese Summe gerichtlich geltend zu machen.

Weitere Verfahren gegen Kissling

Für Kissling ist es nicht das einzige laufende Gerichtsverfahren. Der Unternehmer war maßgeblich mit der jüngsten Entwicklung von Görtz verbunden. 2023 hatte er über seine österreichische Gesellschaft CK Technology Solutions GmbH den traditionsreichen Hamburger Schuhhändler aus einer vorherigen Insolvenz übernommen und damit einen Neustart eingeleitet. Kissling trat in diesem Zusammenhang als Investor und neuer Eigentümer auf.

Die vereinbarte Kaufsumme in Höhe von 1,3 Millionen Euro sei jedoch nicht gezahlt worden. Der Insolvenzverwalter klagte erfolgreich und das zuständige Gericht gab der Klage im Mai 2025 statt. Kissling legte allerdings Berufung ein. Das Verfahren liegt derzeit beim Oberlandesgericht Hamburg.

Görtz selbst war nach der Übernahme erneut in wirtschaftliche Turbulenzen geraten. Anfang 2025 wurde ein weiteres Insolvenzeröffnungsverfahren eingeleitet.

Anm. d. Red.: FashionUnited hat Bolko Kissling, das Landgericht Hamburg sowie den Anwalt von Verona Pooth, Christian-Oliver Moser, kontaktiert und um Stellungnahme gebeten.


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