Trotz Verlust im zweiten Quartal: PVH hält an Jahresprognosen fest
Der US-amerikanische Bekleidungskonzern PVH Corporation musste im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 wie erwartet Umsatzeinbußen hinnehmen. Aufgrund hoher Einmalbelastungen rutschte das Unternehmen zudem in die roten Zahlen. Insgesamt boten die am Mittwochabend veröffentlichten Resultate dem Management aber keinen Anlass, die Prognosen für das Gesamtjahr zu ändern.
Im jüngsten Quartal, das am 2. August abgeschlossen wurde, belief sich der Konzernumsatz auf knapp 2,10 Milliarden US-Dollar (1,81 Milliarden Euro). Das entsprach einem Rückgang um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Wechselkursveränderungen schrumpften die Erlöse um 3,4 Prozent. Das Unternehmen hatte im Vorfeld einen währungsbereinigten Rückgang um vier bis fünf Prozent erwartet.
Der Umsatz der Marke Tommy Hilfiger lag bei 1,13 Milliarden US-Dollar und damit geringfügig unter dem entsprechenden Vorjahresniveau (-0,4 Prozent). Die Erlöse von Calvin Klein sanken um 6,8 Prozent (währungsbereinigt -7,1 Prozent) auf 913,3 Millionen US-Dollar. Den deutlichen Rückgang begründete das Unternehmen unter anderem mit geänderten Lieferterminen im nordamerikanischen Großhandelsgeschäft.
Der anhaltende Nahostkonflikt dämpft die Nachfrage
Positiv entwickelte sich der Umsatz im asiatisch-pazifischen Raum. Dort stieg er um 2,5 Prozent (währungsbereinigt +1,0 Prozent) auf 343,7 Millionen US-Dollar. In Amerika ging er um 0,6 Prozent auf 680,1 Millionen US-Dollar zurück.
In der Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst, schrumpften die Erlöse um 5,9 Prozent (währungsbereinigt -5,8 Prozent) auf 986,3 Millionen US-Dollar. Das Management führte den Rückgang auf die anhaltenden Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die Nachfrage in der Region zurück.
Wertberichtigungen belasten das Ergebnis
Der Konzern konnte seine um Sondereffekte bereinigte operative Marge steigern, musste im zweiten Quartal aber Wertberichtigungen im Umfang von 439 Millionen US-Dollar vornehmen. Diese resultierten nach Angaben des Unternehmens vor allem aus Neubewertungen „im Zusammenhang mit geopolitischen und makroökonomischen Faktoren“.
So musste der Bekleidungsanbieter einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 190,9 Millionen US-Dollar hinnehmen, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch ein positives EBIT von 133,2 Millionen US-Dollar erzielt hatte. Bereinigt um Sondereffekte stieg das EBIT allerdings von 178 auf 233 Millionen US-Dollar.
Der ausgewiesene Nettoverlust lag bei 102,9 Millionen US-Dollar (88,7 Millionen Euro). Im Vorjahresquartal hatte der Konzern einen Überschuss von 224,2 Millionen US-Dollar erzielt.
Die Jahresprognosen bleiben unverändert
CEO Stefan Larsson zeigte sich mit den jüngsten Zahlen insgesamt zufrieden. „Im zweiten Quartal haben wir einen Umsatz im Rahmen unserer Prognose erzielt. Die Rentabilität übertraf unsere Erwartungen“, erklärte er in einem Statement und verwies auf die „disziplinierte Umsetzung“ der laufenden Reformstrategie „PVH+“.
Seine Jahresprognosen ließ das Management unverändert. Es rechnet also weiterhin damit, dass der Umsatz in etwa das Niveau des Vorjahres erreichen wird. Erwartet wird dabei ein leichter Rückgang auf währungsbereinigter Basis. Das Ziel für die um Sondereffekte bereinigte operative Marge liegt nach wie vor bei etwa 8,8 Prozent, der bereinigte Gewinn pro Aktie soll 11,80 bis 12,10 US-Dollar erreichen.
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