Trotz Umsatzrückgang: Lenzing steigert Halbjahresgewinn

In der vergangenen Woche hatte der österreichische Faserhersteller Lenzing AG weitere einschneidende Reformen präsentiert und die Schließung zweier Produktionsstätten angekündigt. Am Mittwoch legte der Konzern nun seine Resultate für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2026 vor.

Demnach belief sich der Konzernumsatz in den Monaten Januar bis Juni auf knapp 1,27 Milliarden Euro, was einem Rückgang um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach. Die Einbußen seien „insbesondere auf das Zurückfahren von Fasern mit niedriger Marge und die damit einhergehende geringere Faserproduktion sowie auf niedrigere Erlöse aus dem externen Zellstoffgeschäft zurückzuführen“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung und verwies zudem auf das weiterhin herausfordernde Marktumfeld.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank aufgrund des Umsatzrückgangs und geringerer Margen um zehn Prozent auf 239,2 Millionen Euro. Seinen Nettogewinn konnte das Unternehmen aber mehr als verdoppeln: Er sprang von 15,2 auf 35,6 Millionen Euro. „Ausschlaggebend hierfür war insbesondere ein verbesserter Finanzerfolg infolge positiver Effekte aus der Fremdwährungsbewertung“, teilte Lenzing mit.

Chief Financial Officer (CFO) Mathias Breuer unterstrich angesichts der aktuellen Resultate die Bedeutung der laufenden Reformen. „Die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2026 zeigen, dass unsere vertriebsseitigen Maßnahmen sowie die konsequente Kostendisziplin wirken“, erklärte er in einem Statement. „Gleichzeitig bestätigen sie die Notwendigkeit und das Potenzial unserer strategischen Neuausrichtung.“ Mit dem vor wenigen Tagen vorgestellten Transformationsprogramm „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ schaffe das Management „die Grundlage für eine strukturell profitablere und widerstandsfähigere Lenzing Gruppe“, so Breuer.

Von den aktuellen Maßnahmen verspricht sich der Konzern für das laufende Jahr zusätzliche Kostensenkungen in Höhe von 120 Millionen Euro im Vergleich zu 2025. Diese sollen „bis Ende 2027 voll ergebniswirksam werden“. Ziel des Unternehmens ist es, „mittelfristig wieder Umsatzwachstum mit einer EBITDA-Steigerung von 150 Millionen Euro und einer EBITDA-Marge von 20 bis 25 Prozent zu erreichen“.


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