• Home
  • Nachrichten
  • Business
  • Trotz Lieferproblemen im zweiten Quartal: VF Corporation hält an Jahresprognosen fest

Trotz Lieferproblemen im zweiten Quartal: VF Corporation hält an Jahresprognosen fest

Von Jan Schroder

22. Okt. 2021

Business

Foto: Timberland

Auch der US-amerikanische Bekleidungskonzern VF Corporation hatte zuletzt mit Lieferengpässen zu kämpfen. Daher verfehlten die am Freitag veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal 2021/22 die Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen zeigte sich trotzdem zuversichtlich, seine Ziele für das gesamte Geschäftsjahr erreichen zu können.

Der Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen – also ohne die Anteile der inzwischen verkauften Berufskleidungs-Sparte – belief sich in den Monaten Juli bis September auf knapp 3,20 Milliarden US-Dollar (2,75 Milliarden Euro). Damit übertraf er das Vorjahresquartal um 23 Prozent (währungsbereinigt +21 Prozent). Bereinigt um den Anteil des Ende 2020 erworbenen Sportswearlabels Supreme wuchsen die Erlöse um 19 Prozent (währungsbereinigt +17 Prozent). Marktexperten hatten im Vorfeld allerdings mit einem deutlich höheren Plus gerechnet.

Die zeitweilige Schließung von Fabriken in Vietnam und Lieferengpässe belasten die Geschäfte

Das Unternehmen begründete die enttäuschende Entwicklung mit pandemiebedingten Lockdowns in wichtigen Produktionsländern. So waren Fertigungsstädten in Vietnam aufgrund lokaler Schutzmaßnahmen zuletzt wochenlang geschlossen. Erschwerend hinzugekommen seien „logistische Herausforderungen“, etwa die Überlastung wichtiger Häfen.

Nachdem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie die Geschäfte im Vorjahreszeitraum erheblich belastet hatten, konnten alle Hauptmarken Zuwächse verbuchen: Die Erlöse des Labels Vans stiegen um acht Prozent (währungsbereinigt +7 Prozent), The North Face legte um 31 Prozent (währungsbereinigt +29 Prozent) zu, Timberland um 26 Prozent (währungsbereinigt +25 Prozent) und Dickies um 21 Prozent (währungsbereinigt +19 Prozent).

Beim Ergebnis profitierte der Konzern vom Umsatzplus, höheren Margen und dem neu hinzugekommenen Beitrag von Supreme. So stieg der operative Gewinn um 74,6 Prozent auf 558,5 Millionen US-Dollar. Das Nettoergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen – also ohne die im Vorjahreszeitraum verbuchten Gewinne der inzwischen verkauften Sparte – legte um 90,8 Prozent zu, der ausgewiesene Quartalsüberschuss wuchs um 80,8 Prozent auf 464,1 Millionen US-Dollar (398,8 Millionen Euro).

Der Konzern bestätigt seine Umsatz- und Ergebnisziele für 2021/22

Der Halbjahresumsatz lag damit bei 5,39 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung um 46 Prozent (währungsbereinigt +53 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. Der ausgewiesene Nettogewinn erreichte 788,3 Millionen US-Dollar, nachdem der Konzern in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres einen Verlust in Höhe von 28,9 Millionen US-Dollar verbuchen musste.

Trotz der aktuellen Probleme hielt das Unternehmen an seinen bestehenden Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn pro Aktie soll damit weiterhin 3,20 US-Dollar erreichen. Auch das Umsatzziel wurde grundsätzlich bekräftigt, allerdings etwas zurückhaltender formuliert. Erwartet wird nun eine Steigerung um ungefähr 30 Prozent auf etwa 12,0 Milliarden US-Dollar. Bislang hatte der Konzern „mindestens“ zwölf Milliarden US-Dollar angepeilt.

„Obwohl die Erholung zuletzt durch weitere pandemiebedingte Störungen beeinträchtigt wurde, sehen wir Anzeichen für eine steigende Nachfrage in allen unseren Geschäftsfeldern“, betonte CEO Steve Rendle in einer Mitteilung. „Dass wir in der Lage sind, unsere Umsatz- und Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr 2021/22 zu bestätigen, ist ein klarer Beweis für die Widerstandsfähigkeit und Flexibilität unseres Geschäftsmodells.“