Textil- und Handelsverbände gründen Allianz für textile Kreisläufe – Otto Group unterstützt
Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie (Gesamtverband Textil+Mode) und der Handelsverband Deutschland (HDE) haben die „Allianz für textile Kreisläufe" gegründet und wollen damit die Einführung der Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien in Deutschland mitgestalten.
Unter der Überschrift „Kreislauf braucht Zusammenarbeit" laden die beiden Verbände Unternehmen, Institutionen und weitere Akteure entlang der textilen Wertschöpfungskette ein, sich der Initiative anzuschließen, wie sie am Mittwoch mitteilten. Das Bündnis setze sich für eine praxisnahe, effiziente und unbürokratische Umsetzung der EU-Vorgaben zur sogenannten Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) ein, ein entsprechender Gesetzentwurf sei gerade in Vorbereitung. Erstmals sollen Inverkehrbringer, also Unternehmen, die Textilien in Deutschland erstmals auf den Markt bringen, Gebühren für deren spätere Entsorgung zahlen.
Zu den Unterstützern zählen neben den beiden Initiatoren der Bundesverband des Deutschen Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandels (BTE), der Modeverband GermanFashion, der Verband Südwesttextil sowie die Otto Group. Der Hamburger Handelskonzern ist damit das einzige Einzelunternehmen, das auf der Website der Allianz neben den Verbänden als Unterstützer ausgewiesen wird. Ausdrücklich eingeladen sind laut Gründungsaufruf auch Forschung, Start-ups und die Entsorgungswirtschaft.
„Die Einführung der Erweiterten Herstellerverantwortung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer funktionierenden textilen Kreislaufwirtschaft. Entscheidend ist jedoch, dass die Unternehmen, die die Finanzierung und Verantwortung tragen, ihre Expertise auch aktiv in die Ausgestaltung des Systems einbringen können", sagte Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes Textil+Mode.
„Die Erweiterte Herstellerverantwortung kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie für alle Marktteilnehmer gleichermaßen gilt. Es darf nicht sein, dass deutsche und europäische Unternehmen die Kosten und Pflichten eines EPR-Systems tragen, während internationale Plattformen oder Anbieter aus Drittstaaten von diesen Verpflichtungen ausgenommen bleiben", erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Forderungen an das geplante Textilgesetz
Konkret fordert die Allianz eine verbindliche und dauerhafte Beteiligung von Herstellern und Handel an Ausgestaltung, Steuerung und Weiterentwicklung des Systems, eine klare Systemarchitektur ohne Doppelstrukturen, ein transparentes und verursachergerechtes Mengen- und Kostenclearing sowie einen rechtssicheren, europäisch harmonisierten Anwendungsbereich ohne nationale Sonderwege. Im Gründungsaufruf heißt es zudem, heimische Hersteller dürften nicht für die Abfallströme von Ultra-Fast-Fashion-Anbietern aufkommen müssen, die über digitale Verkaufsplattformen große Mengen kurzlebiger Produkte auf den europäischen Markt brächten.
Grundlage der Debatte ist die im Oktober 2025 in Kraft getretene Novelle der EU-Abfallrahmenrichtlinie, die alle Mitgliedstaaten zur Einführung nationaler EPR-Systeme für Textilien verpflichtet. In Deutschland soll die Umsetzung über ein Textilgesetz erfolgen, für das das Bundesumweltministerium im März ein Eckpunktepapier vorgelegt hat. Die Umsetzungsfrist läuft bis zum 17. Juni 2027.
Dieser Beitrag wurde mithilfe von KI erstellt.
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