Studie: Weltweite Auslieferungen von KI-Brillen erreichen im ersten Halbjahr 4,2 Millionen Einheiten
Die weltweiten Auslieferungen von KI-Brillen erreichten im ersten Halbjahr 2026 laut einer Studio 4,2 Millionen Einheiten – ein Anstieg von 127 Prozent im Jahresvergleich.
Laut Zahlen des britischen Marktforschungsunternehmens Omdia beginnt sich das Wachstum in dieser aufstrebenden Wearable-Kategorie zu stabilisieren, da der Markt über seine ursprüngliche Basis hinauswächst. Gleichzeitig muss der Hardware-Sektor ein zunehmend komplexes Handels- und Regulierungsumfeld meistern, das von einer Diversifizierung der Fassungsdesigns und einem wachsenden Verbraucherfokus auf Datenschutz geprägt ist.
„Das Wachstum im KI-Brillenmarkt im ersten Halbjahr wurde durch Metas anhaltende Marktdynamik und eine Welle neuer Marktteilnehmer aus China angetrieben", erklärte Qiran Ju, Senior Analyst bei Omdia. „Ebenso entscheidend ist, dass die Anbieter den Mehrwert für Käufer:innen unmittelbar deutlich gemacht haben – durch den Fokus auf freihändige Foto- und Videoaufnahmen, offenes Audio und KI-Unterstützung in Alltagsfassungen.“
Meta dominiert den Weltmarkt
Der US-Konzern Meta behauptete laut den Erkenntnissen der Untersuchung im Berichtszeitraum seine dominante Marktposition. Es lieferte 3,4 Millionen Einheiten aus und sicherte sich damit einen Marktanteil von 81,3 Prozent.
Aber auch kleinere Branchenakteure treiben das Wachstum voran, indem sie alternative Fassungskonfigurationen und funktionale Varianten einführen. Das in Singapur ansässige Unternehmen Even Realities stieg von der fünften Position im zweiten Halbjahr 2025 im zurückliegenden Halbjahr auf den zweiten Platz auf. Es lieferte 102.000 Einheiten aus und erzielte damit einen Marktanteil von 2,4 Prozent. Das Wachstum wurde maßgeblich durch die Nachfrage nach der G2-Serie in Nordamerika und Westeuropa angetrieben.
„Even Realities setzt auf ein anderes Fassungsdesign als die meisten KI-Brillen“, sagte Ju. „Durch den Verzicht auf Kamera und Lautsprecher sowie den Fokus auf ein schlankeres Design, ein kleines monochromes Display und Produktivitätsfunktionen wie Echtzeit-Transkription zeigt das Unternehmen, wie Anbieter verschiedene Wege erkunden, um KI-Brillen im Alltag nützlich zu machen.“
Die USA bleiben der größte Endverbrauchermarkt für diese Kategorie. Das Festlandchina fungiert dagegen sowohl als primärer Produktionsstandort als auch als aktives Testfeld für unterschiedliche Hardware-Konfigurationen. Die Auslieferungen in China stiegen im ersten Halbjahr um 306 Prozent im Jahresvergleich, da Marken mit verschiedenen Display-, Kamera- und Audio-Integrationen experimentierten.
Der chinesische Markt bleibt allerdings fragmentiert. Die führenden Akteure Alibaba, INMO und Xiaomi kommen zusammen auf 46,1 Prozent der regionalen Auslieferungen.
Datenschutzaspekte prägt die Hardware-Entwicklung
„Was wir in China beobachten, liefert frühe, aber eindeutige Hinweise darauf, dass es im KI-Brillensegment keine universelle Einheitslösung gibt“, erklärte Jason Low, Research Director bei Omdia. „Da sich die Kategorie über verschiedene Formfaktoren und Funktionssets hinweg weiter diversifiziert, wird dies unweigerlich zum prägenden Trend für den globalen Markt.“
Low betonte, dass Datenschutzpräferenzen der Verbraucher:innen ein wesentlicher Grund für die zunehmende Fragmentierung des Marktes seien. „Je intensiver die Überprüfung kameraausgestatteter KI-Brillen wird, desto weniger werden strengere Datenschutzeinstellungen und klarere Kommunikation ausreichen“, erklärte er. „Unternehmen müssen genau definieren, was dauerhaft aktive Kameras erfassen, den Nutzer:innen zeigen, wie diese Inhalte verwendet werden, und garantieren, dass sie niemals an Dritte weitergegeben werden.“
ODER ANMELDEN MIT