Studie: Europäische Mode hat ungenutztes Potenzial von 15,7 Milliarden US-Dollar in den USA
Konsument:innen in den USA zeigen eine hohe Affinität für britische und europäische Mode. Allerdings verhindern operative Hürden im grenzüberschreitenden Handel und logistische Schwierigkeiten, dass internationale Marken ein Marktpotenzial von insgesamt 50 Milliarden US-Dollar (45 Milliarden Euro) vollständig ausschöpfen.
Laut einer neuen Studie des Handelsdienstleisters Sold Through mit dem Titel „Dressed for America: The US Opportunity for UK and European Fashion Brands“ führen operative Engpässe dazu, dass im gesamten US-amerikanischen Bekleidungssektor derzeit Potenzial im Wert von Milliarden von US-Dollar brachliegt.
Die Studie zeigt, dass 81 Prozent der US-amerikanischen Konsument:innen glauben, dass europäische und britische Marken im Vergleich zu heimischen Alternativen einzigartige Wertversprechen bieten. Hochwertigere Materialien führten die Liste der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale mit 25 Prozent an. Dicht dahinter folgen erstklassige Verarbeitung und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis mit jeweils 24 Prozent. Eine längere Lebensdauer der Kleidung nannten 14 Prozent der Befragten. Markentradition und Storytelling weckten das Interesse von zwölf Prozent der Verbraucher:innen. Accessoires und Schuhe erwiesen sich als die gefragtesten Kategorien. Sie wurden von 27 beziehungsweise 26 Prozent der Käufer:innen ausgewählt.
Zahlreiche Hürden bremsen Wachstum
Derzeit kaufen 57 Prozent der Erwachsenen in den USA aktiv europäische Bekleidung. Das entspricht etwa 157,7 Millionen Käufer:innen, die durchschnittlich 219,20 US-Dollar pro Person und Jahr ausgeben. Diese bestehende Nachfrage schafft einen Markt von 34,5 Milliarden US-Dollar innerhalb der gesamten US-amerikanischen Bekleidungswirtschaft, die 373 Milliarden US-Dollar umfasst. Probleme bei der Abwicklung schränken die Konversionsraten in der breiteren Bevölkerung jedoch stark ein.
Die Daten von SoldThrough zeigen, dass 78 Prozent der US-Konsument:innen auf erhebliche Hürden stoßen, wenn sie versuchen, europäische Waren zu kaufen. Schätzungsweise 215 Millionen Käufer:innen nannten konkrete Hindernisse, darunter: unvorhersehbare Versand- und Zollkosten, uneinheitliche Größenumrechnungen, komplexe Rückgaberichtlinien und längere Lieferzeiten im Vergleich zu inländischen Standards. Darüber hinaus gaben zehn Prozent von ihnen an, dass die gewünschten europäischen Marken gar keine Versandoptionen in die USA anbieten.
Aufgrund dieser Hürden geben 26 Prozent der Erwachsenen in den USA, also rund 71,9 Millionen potenzielle Käufer:innen, derzeit nichts für europäische Mode aus. Dadurch bleibt ein potenzieller Jahresumsatz von schätzungsweise 15,7 Milliarden US-Dollar ungenutzt.
Wenn US-amerikanische Konsument:innen europäische Mode kaufen, dominieren lokalisierte Vertriebskanäle. Online-Händler, die mehrere Marken führen, stellen mit 25 Prozent den wichtigsten Einkaufsweg dar. US-Kaufhäuser und lokalisierte Marken-Websites erzielen jeweils 21 Prozent des Umsatzes.
Dan Cate, der Gründer und CEO von SoldThrough, betonte, dass europäische Marken sich an die Erwartungen des heimischen Einzelhandels anpassen müssen, um diese Lücke zu schließen. Sie sollten sich nicht allein auf den direkten internationalen Versand verlassen. Er erläuterte, dass die Kaufabsicht der Konsument:innen an der Kasse häufig nachlässt, sobald Lieferkosten, unklare Größenangaben oder komplexe Rückgabebedingungen sichtbar werden. Eine lokalisierte Fulfillment-Infrastruktur und etablierte Partnerschaften im Einzelhandel seien daher für ein nachhaltiges Wachstum in den USA unerlässlich.
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