• Home
  • Nachrichten
  • Business
  • Spanien: Wettbewerbsbehörde prüft geplante Übernahme von Intersport-Vermögenswerten durch Decathlon genauer

Spanien: Wettbewerbsbehörde prüft geplante Übernahme von Intersport-Vermögenswerten durch Decathlon genauer

Die geplante Übernahme ausgewählter Vermögenswerte der insolventen Intersport-Gesellschaften in Spanien durch den französischen Sportartikelhändler Decathlon wird intensiver geprüft. Die spanische Wettbewerbsbehörde Comisión Nacional de los Mercados y la Competencia (CNMC) hat eine zweite Phase des Fusionskontrollverfahrens eingeleitet.

Die Entscheidung bedeutet weder eine Genehmigung noch eine Untersagung der Transaktion. Sie folgt jedoch auf eine erste Prüfung, bei der die Behörde mögliche Risiken für den Wettbewerb identifiziert hatte.

Hintergrund: Insolvenz und Aufteilung der Vermögenswerte

Am 3. März 2025 beantragten die gesetzlichen Vertreter:innen der spanischen Tochtergesellschaft von Intersport beim Handelsgericht in Barcelona ein gemeinsames Insolvenzverfahren. Betroffen waren die Gesellschaften Intersport, Intersport CCS und Intersport Retail One. Als Grund nannten sie bereits eingetretene beziehungsweise drohende Zahlungsunfähigkeit.

Ende Juli 2025 leitete das Gericht die Liquidationsphase ein. In einem Beschluss vom 25. September wurde festgelegt, die Vermögenswerte der drei Gesellschaften in zwei Hauptbereiche zu gliedern: eine Einkaufszentrale sowie das Filialnetz der Gruppe in Spanien.

Für die Einkaufszentrale legte die französische Intersport-Tochter ein verbindliches Angebot vor. Dieses sah den Erwerb von Markenrechten, Lizenzvereinbarungen und Anteilen an der Muttergesellschaft vor. Der Gesamtwert der Transaktion lag bei 300.000 Euro und umfasste auch die Übernahme von 20 Arbeitsverträgen.

Parallel dazu organisierte die Insolvenzverwaltung unter Leitung der Kanzlei RCD Concursal ein Bieterverfahren für weitere Vermögenswerte, darunter ein Netz aus 34 eigenen Filialen. Die Vermögenswerte wurden zunächst in 14 Pakete aufgeteilt. Mindestpreise und Bedingungen für die Übernahme von Mitarbeitenden waren festgelegt. Im Dezember 2025 lockerte das Gericht diese Regeln und erlaubte unter bestimmten Voraussetzungen, einzelne Filialen aus den Paketen herauszulösen.

Decathlon interessiert an strategischen Vermögenswerten

Auch Decathlon beteiligte sich an dem Verfahren und informierte die CNMC am 31. Dezember 2025 über eine geplante Transaktion. Medienberichte hatten zunächst spekuliert, Decathlon könne das gesamte Spaniengeschäft von Intersport übernehmen. Unternehmensnahe Quellen dementierten dies und erklärten, es gehe lediglich um den Erwerb ausgewählter strategischer Vermögenswerte zur Stärkung des eigenen Vertriebsnetzes.

Besonderes Interesse gilt offenbar Filialen auf den Kanarischen Inseln. Dort betrieb Intersport vor der Liquidation 17 eigene Geschäfte, davon 15 auf Teneriffa. Dieses Netzwerk erzielte zwischen 2022 und 2024 einen Umsatz von 39,6 Millionen Euro bei durchschnittlichen Margen von über 40 Prozent und galt damit als profitabelster Teil des spanischen Geschäfts.

Wettbewerbsbedenken auf Teneriffa

Nach der ersten Prüfung kam die CNMC jedoch zu dem Schluss, dass die geplante Transaktion den Wettbewerb auf Teneriffa erheblich beeinflussen könnte. Die Behörde sieht insbesondere im Markt für technische Sportausrüstung, -bekleidung und -schuhe eine bereits hohe Marktkonzentration.

Nach Einschätzung der CNMC könnte die Übernahme den Wettbewerbsdruck verringern, unter anderem wegen hoher Markteintrittsbarrieren und begrenzter Verfügbarkeit attraktiver Einzelhandelsstandorte. Mögliche Folgen wären ein geringeres Produktangebot, weniger Vielfalt an Drittmarken, geringere Servicequalität oder ein Rückgang von Innovationsanreizen im stationären Handel.

Decathlon hatte zwar Zusagen zur Minderung dieser Risiken vorgelegt, diese wurden von der Behörde jedoch als unzureichend bewertet. Daher wurde das Verfahren in eine vertiefte zweite Prüfphase überführt.

Weitere Untersuchung läuft

In dieser Phase kann die CNMC zusätzliche Informationen von Marktteilnehmern einholen. Auch Decathlon und andere Beteiligte haben die Möglichkeit, Stellungnahmen einzureichen.

Am Ende des Verfahrens kann die Behörde die Transaktion genehmigen, Auflagen oder Bedingungen festlegen – oder sie untersagen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

FashionUnited nutzt Künstliche Intelligenz, um die Übersetzung von Artikeln zu beschleunigen und das Endergebnis zu verbessern. Sie helfen uns, die internationale Berichterstattung von FashionUnited einer deutschsprachigen Leserschaft schnell und umfassend zugänglich zu machen. Artikel, die mithilfe von KI-basierten Tools übersetzt wurden, werden von unseren Redakteur:innen Korrektur gelesen und sorgfältig bearbeitet, bevor sie veröffentlicht werden. Bei Fragen oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte per E-Mail an info@fashionunited.com


ODER ANMELDEN MIT
Decathlon
Insolvenz
Intersport
Spanien