Shein: Operativer Gewinn sinkt im ersten Halbjahr um die Hälfte
Laut einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP ist der Umsatz des chinesischen Online-Modehändlers Shein in Europa im zweiten Quartal auf knapp 3,8 Milliarden US-Dollar (3,3 Milliarden Euro) gesunken. Dies entspricht einem Rückgang um 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Weltweit blieb der Umsatz stabil und stieg um knapp ein Prozent auf über elf Milliarden US-Dollar.
Auch das Ergebnis steht demnach unter Druck. Im gesamten ersten Halbjahr halbierte sich der Betriebsgewinn auf 538 Millionen US-Dollar. Im Vorjahr waren es noch 1,09 Milliarden US-Dollar gewesen. Der Halbjahresumsatz stieg um ein Prozent auf 20,1 Milliarden US-Dollar. Auffallend ist, dass sich der Nettogewinn auf 2,3 Milliarden US-Dollar anwuchs und sich damit mehr als verdoppelte. Shein gab hierfür keine direkte Erklärung ab.
Nach Angaben des Unternehmens ist der jüngste Rückgang in Europa hauptsächlich auf höhere Preise zurückzuführen, weshalb die Kund:innen weniger kaufen. Zudem gab Shein weniger für Online-Werbung aus. Mit diesen beiden Maßnahmen bereitete sich das Unternehmen auf strengere europäische Vorschriften für Kleinpakete vor.
Ende der Zollbefreiung für Kleinpakete
Seit dem 1. Juli gilt in der Europäischen Union keine Befreiung von Einfuhrzöllen für günstige Pakete mehr. Auf Bestellungen von außerhalb der EU bis zu 150 Euro wird nun eine Abgabe von drei Euro erhoben. Brüssel will damit europäischen Einzelhändlern eine fairere Chance geben. Zudem soll besser kontrolliert werden, ob Produkte aus China sicher sind.
Die Maßnahme zeigt bereits Wirkung. Der niederländische Zoll verzeichnet seit der Einführung deutlich weniger Einzelpakete aus China. Vermutlich versenden chinesische Online-Shops ihre Waren nun in größeren Mengen nach Europa. Von Lagern innerhalb der EU werden sie dann an die Kund:innen weitergeschickt.
Früherer Gegenwind in den USA
Es ist nicht das erste Mal, dass Shein von strengeren Vorschriften betroffen ist. In den Vereinigten Staaten wurde die Befreiung von Einfuhrzöllen für Pakete bis zu 800 US-Dollar bereits zuvor abgeschafft. Dies setzte das Geschäftsmodell von Shein unter Druck, das auf den Direktversand günstiger Kleidung an die Kund:innen ausgerichtet ist.
Shein erwartet, dass die zweite Jahreshälfte unsicher bleiben wird. Dies liegt vor allem an Einfuhrzöllen und schwankenden Transportkosten. Dennoch bleibt das Unternehmen laut dem Gründer und CEO Sky Xu für den Rest des Jahres verhalten optimistisch.
Shein ist seit Kurzem an der Börse in Hongkong notiert. Beim Börsengang nahm das Unternehmen 1,7 Milliarden US-Dollar ein, doch der Start verlief enttäuschend. Seitdem ist der Aktienkurs um mehr als 27 Prozent gefallen.
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