Schweiz und Großbritannien schließen Verhandlungen über 'modernisiertes' Freihandelsabkommen ab

Die Schweiz und Großbritannien haben die Verhandlungen über ein modernisiertes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das teilte Bern am Montag mit. Das Abkommen soll die Rechtssicherheit für Unternehmen in beiden Ländern stärken.

Nach der Entscheidung Großbritanniens im Jahr 2016, die Europäische Union (EU) zu verlassen, schloss London 2019 zügig ein Handelsabkommen mit der Schweiz. Ziel war es, die Handelsbeziehungen als zwei unabhängige Akteure außerhalb des Blocks zu gestalten und die gegenseitigen Rechte und Pflichten zu wahren.

Umfassenderes Freihandelsabkommen nach Start in 2021

Dieses Abkommen trat 2021 in Kraft. Zwei Jahre später nahmen die beiden Länder jedoch Verhandlungen über ein umfassenderes Freihandelsabkommen auf. Diese Verhandlungen wurden am Montag bei einem Treffen in Bern zwischen dem Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin und dem britischen Handelsminister Peter Kyle abgeschlossen. Dies teilte das Schweizer Wirtschaftsministerium in einer Erklärung mit.

„Das neue Abkommen geht weit über die Beibehaltung des Status quo hinaus und stellt die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen auf eine umfassende und moderne Grundlage“, heißt es in der Erklärung. Das Abkommen, so wurde betont, „sichert bestehende präferenzielle Regelungen im Warenhandel und sieht gezielte Verbesserungen des Marktzugangs vor“. „Gleichzeitig erweitert und modernisiert es den bilateralen Rechtsrahmen, insbesondere in Bezug auf den Dienstleistungshandel, Investitionen, die Mobilität von Dienstleister:innen und den digitalen Handel.“

Das Abkommen muss noch unterzeichnet werden. Laut Ministerium enthält es auch Bestimmungen zu Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, öffentlichem Beschaffungswesen und geistigem Eigentum. Weitere Themen sind Handel und nachhaltige Entwicklung sowie kleine und mittlere Unternehmen. Das Ministerium fügte hinzu, dass das Abkommen die „Rechtssicherheit für Unternehmen in beiden Ländern“ stärken werde.

Bern betonte, dass das Abkommen auch ein klares „geopolitisches Signal“ sende. „In einem Umfeld, das von zunehmender Fragmentierung und handelspolitischer Unsicherheit geprägt ist, stärken zwei große europäische Wirtschaftsmächte außerhalb der Europäischen Union ihre strategische Partnerschaft. Sie bekräftigen ihr Bekenntnis zu offenen Märkten, verlässlichen Regeln und enger wirtschaftlicher Zusammenarbeit“, hieß es.

Das Ministerium teilte mit, dass die beiden Länder das Abkommen noch vor Jahresende unterzeichnen wollen. Danach folgen die erforderlichen innerstaatlichen Genehmigungsverfahren.


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