Schweden plant Verbot von „Ewigkeitschemikalien“ in Kleidung und Schuhen ab 2028

Schweden plant, PFAS – eine Gruppe von Chemikalien, die auch als „Ewigkeitschemikalien“ bekannt sind – ab 2028 in Kleidung, Schuhen, Kochgeschirr und anderen Konsumgütern zu verbieten. Damit greift das Land einer kommenden Verordnung der Europäischen Union vor. Das teilte die schwedische Regierung am Mittwoch mit, wie die Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) berichtete.

Das Verbot würde Kleidung, Schuhe, Imprägniermittel für Kleidung und Schuhe, Kochgeschirr, Kosmetika und Skiwachs umfassen und am 1. Januar 2028 in Kraft treten.

„PFAS haben in Kleidung, Kosmetika, Küchenutensilien und anderen Alltagsprodukten nichts zu suchen, wenn es wirksame Alternativen gibt“, so Romina Pourmokhtari, Schwedens Ministerin für Klima und Umwelt, in einer Erklärung. „Schweden wird nicht warten, während sich diese ‘ewigen Chemikalien’ in unseren Häusern, in der Natur und in unseren Körpern weiter ausbreiten“, fügte sie hinzu.

PFAS werden industrieübergreifend wegen ihrer antihaftenden, wasserabweisenden und hitzebeständigen Eigenschaften eingesetzt und sind in zahlreichen Alltagsprodukten enthalten. Die Substanzen benötigen extrem lange Zeit zum Abbau, was ihnen den Spitznamen „ewige Chemikalien“ eingebracht hat.

Der EU-weiten Regelung voraus

Die Europäische Kommission wird voraussichtlich 2027 einen Vorschlag zur weitreichenden Beschränkung der PFAS-Nutzung vorlegen, der auch die von der schwedischen Maßnahme erfassten Produkte einschließt, so die Regierung. Sobald die Kommission Beschränkungen auf EU-Ebene festgelegt hat, wird Schweden seine nationalen Verbote aufheben.

Brüssel will die Chemikalien in alltäglichen Konsumgütern wie Kleidung und Pizzakartons verbieten, mit Ausnahmen für strategische Sektoren wie die Medizin. Bevor die Kommission handeln kann, benötigt sie eine zweite Stellungnahme der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zu den sozioökonomischen Auswirkungen von Anti-PFAS-Maßnahmen. Diese wird bis Ende des Jahres erwartet. Eine erste wissenschaftliche Stellungnahme, die Ende März veröffentlicht wurde, hatte eine weitreichende Beschränkung der Chemikalien empfohlen.


ODER ANMELDEN MIT
PFAS
Schweden