Sanierungsverfahren bei Picard eröffnet – mehr Orders auf der ILM

Picards Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung sind planmäßig eröffnet worden. Geschäftsführung und Restrukturierer sind positiv gestimmt.

Das zuständige Amtsgericht in Offenbach am Main hat zum 1. September wie erwartet die Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung der operativ in Deutschland tätigen Picard Lederwaren GmbH & Co. KG und der Picard Leathergoods Retail GmbH & Co. KG eröffnet, teilte der deutsche Lederwaren-Spezialist am Mittwoch mit. Man liege bei der Sanierung beider Unternehmen voll im Plan, im vorläufigen Verfahren seien die Geschäftsbetriebe uneingeschränkt fortgeführt worden, so Picard-Geschäftsführer Martin Picard.

Das habe sich ausgezahlt und sei von den Geschäftspartner:innen honoriert worden. So habe Picard auf der gerade zu Ende gegangenen Internationalen Lederwarenmesse (ILM) in Offenbach mehr Ordereingänge verbucht als im vergangenen Jahr.

„Das vorläufige Verfahren lief gut, die Geschäftspartner haben signalisiert, dass sie auch künftig mit Picard zusammenarbeiten möchten“, sagt Holger Rhode. Er und Raul Taras, beide Partner der Kanzlei Görg, sowie Thomas Montag, Partner der Unternehmensberatung Montag & Montag, sind als Restrukturierungsexperten in die Geschäftsführung berufen worden.

Die beiden Picard-Unternehmen hatten Mitte Juni Sanierungsanträge in Eigenverwaltung gestellt. Als Grund nennt die Geschäftsführung die allgemeine wirtschaftliche Lage, die sich in einer erhöhten Kaufzurückhaltung der Kundschaft niederschlage. Löhne und Gehälter der insgesamt 90 Beschäftigten werden mit Verfahrenseröffnung wieder von den jeweiligen Unternehmen bezahlt. Restrukturierer und Geschäftsführung gehen davon aus, dass Picard die Verfahren noch im Herbst wieder verlassen kann.


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