Retraced launcht KI-Modul für den Nachweis zertifizierter Materialien

Der Düsseldorfer Softwareanbieter Retraced hat ein KI-Modul auf den Markt gebracht, das Angaben zu zertifizierten Materialien wie Bio-Baumwolle oder recyceltem Polyester automatisch mit Bestellungen, Transaktionszertifikaten und Lieferungen abgleicht.

Das Modul heißt Certified Materials Management und werde bereits von Columbia Sportswear und Patagonia eingeführt, teilte Retraced am Dienstag mit. Die Plattform für Lieferkettentransparenz und Lieferantenmanagement arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 150 Marken und 30.000 Lieferanten zusammen, darunter Skims, Samsøe Samsøe, Calzedonia und Marc O'Polo.

Hinter jeder Materialangabe steht ein Stapel aus Zertifikaten, Bestellungen, Rechnungen und Versanddokumenten. Marken sammeln diese Belege über mehrere Lieferkettenstufen, ordnen sie den Bestellungen zu und stimmen die Mengen vor jedem Audit ab. Laut Retraced nimmt diese Abstimmung in den oft kleinen Teams Monate pro Saison in Anspruch.

Laden Lieferanten Zertifikate, Rechnungen oder Packlisten hoch, extrahiere die KI die wichtigsten Daten und verknüpfe jedes Dokument mit der zugehörigen Bestellung, so das Unternehmen. Anschließend würden die Dokumente miteinander abgeglichen, um Abweichungen aufzudecken, etwa einen abweichenden Käufernamen oder eine Menge, die nicht übereinstimmt. Jedes Ergebnis erhalte einen von vier Status, von „Valid" bis „Does Not Match". Prüfen müssten die Teams nur noch die Fälle, die auffällig sind.

Nick Allen, Director of Transparency bei Patagonia, hat das Modul bereits im Einsatz. „Wir schätzen, dass wir mit unserer früheren Methode rund 100 Stunden pro Saison für die Abstimmung von Transaktionszertifikaten aufgewendet haben", sagt er. „Ich habe angefangen, das neue Modul Certified Materials Management zu nutzen, und finde es noch schneller. Das System hilft einem bereits, indem es anzeigt, was stimmig ist und was nicht." Auch der Aufwand auf Lieferantenseite sinke, weil Zertifikate lediglich in einen Upload-Ordner gelegt werden müssten.

Bei Columbia Sportswear läuft das Onboarding nach Unternehmensangaben derzeit in mehreren Teams. Der Nutzen reiche über das Nachhaltigkeitsteam hinaus und komme auch den Produktions- und Materialteams zugute, zumal die Marke mit mehr als 100 Tier-1-Lieferanten und einer noch größeren Zahl von Tier-2-Lieferanten arbeite.

Ein Treiber ist die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel (EmpCo), die am 27. September anwendbar wird. Ab diesem Datum müssen Umweltaussagen gegenüber Verbraucher:innen in der EU konkret und belegt sein, allgemeine Formulierungen wie „umweltfreundlich" sind verboten.

„Ein Zertifikat ist leicht vorzuzeigen. Schwieriger ist es zu zeigen, dass es zu dem Produkt gehört, für das man wirbt", sagt Daniele Seiffert, ESG Legislation and Policy Expert bei Retraced. „Wenn eine Marke sagt, dieses Shirt ist aus Bio-Baumwolle, lautet die Frage ab September: Welches Zertifikat deckt dieses Shirt ab, und für welche Menge? Das ist nicht dasselbe wie einen zertifizierten Lieferanten zu haben."

Dieser Beitrag wurde mithilfe von KI erstellt.


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