PVH: Nahost-Konflikt dämpft Erwartungen
Der US-amerikanische Bekleidungskonzern PVH Corporation hat am Mittwochabend solide Resultate für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 vorgelegt. Aufgrund der absehbaren negativen Auswirkungen des Irankriegs senkte das Management allerdings seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.
Im Auftaktquartal, das am 3. Mai abgeschlossen wurde, belief sich der Konzernumsatz auf knapp 2,03 Milliarden US-Dollar (1,75 Milliarden Euro). Das entsprach einer Steigerung um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Wechselkursveränderungen gingen die Erlöse allerdings um 2,3 Prozent zurück.
Insgesamt konnte der Konzern damit die Erwartungen übertreffen. Zu verdanken war dies nach Angaben des Unternehmens vor allem Zuwächsen in den Schlüsselkategorien seiner beiden Hauptmarken im eigenen Einzelhandel – namentlich Denim und Unterwäsche bei Calvin Klein sowie Sweatshirts und Outerwear bei Tommy Hilfiger.
Insgesamt stieg der Umsatz von Tommy Hilfiger um 2,8 Prozent (währungsbereinigt -2,0 Prozent) auf 1,08 Milliarden US-Dollar. Calvin Klein erzielte ein Plus von 1,0 Prozent auf 895,2 Millionen US-Dollar, währungsbereinigt sanken die Erlöse des Labels um 2,9 Prozent.
Die Folgen des Irankriegs belasten die Entwicklung in der Region EMEA
Die einzelnen Marktregionen entwickelten sich im ersten Quartal unterschiedlich. Wachstumsmotor war der asiatisch-pazifische Raum mit einem Umsatzplus von 10,0 Prozent (währungsbereinigt +5,8 Prozent) auf 387,0 Millionen US-Dollar. In der Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst, stiegen die Erlöse des Konzerns um 2,0 Prozent auf 946,1 Millionen US-Dollar, währungsbereinigt gingen sie allerdings um 5,3 Prozent zurück. Das Unternehmen begründete die unerwartet schwache Entwicklung in der Region mit den „anhaltenden Effekten des Nahost-Konflikts und seinen umfassenden makroökonomischen Auswirkungen“. In Amerika schrumpfte der Umsatz um 0,9 Prozent (währungsbereinigt -1,7 Prozent) auf 602,9 Millionen US-Dollar. Die weltweiten Lizenzeinnahmen sanken um 7,0 Prozent auf 89,1 Millionen US-Dollar.
Die Bruttomarge blieb mit 58,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unverändert. Ein vorteilhafter Produktmix, die erwartete Rückzahlung unrechtmäßiger Zollaufwendungen, geringere Produktkosten und positive Währungseffekte konnten nach Angaben des Unternehmens die Auswirkungen höherer Zölle und umfangreicherer Rabatte kompensieren.
Unter dem Strich stand ein ausgewiesener Nettogewinn in Höhe von 88,0 Millionen US-Dollar (75,9 Millionen Euro), nachdem im ersten Quartal 2025/26 noch ein Verlust von 44,8 Millionen US-Dollar verbucht werden musste. Bereinigt um Sondereffekte – insbesondere hohe Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten im Vorjahreszeitraum – ging der Überschuss allerdings um 21,2 Prozent auf 93,4 Millionen US-Dollar zurück. Damit lag er aber immerhin über den Erwartungen.
Das Management senkt seine Umsatzprognose
CEO Stefan Larsson betonte, dass der Konzern im ersten Quartal die Ziele seines laufenden Reformplans „PVH+“ erreicht habe. Die Auswirkungen des Nahost-Konflikts hätten allerdings die Verbraucher:innen in der Region EMEA „unter Druck gesetzt“.
Angesichts der daraus resultierenden schwächeren Aussichten für dieses Region korrigierte das Management seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Es rechnet nun nur noch mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres, nachdem zuvor eine leichte Steigerung erwartet worden war.
Die Ergebnisprognosen blieben allerdings unverändert. Der Konzern rechnet also weiterhin mit einer um Sondereffekte bereinigten operativen Marge von etwa 8,8 Prozent und einem bereinigten Gewinn pro Aktie im Bereich von 11,80 bis 12,10 US-Dollar.
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