Primark, H&M und Zalando fordern eine Steuerreform für Wiederverkauf und Reparatur
Führende Modehändler:innen, darunter Primark, die H&M Group und Zalando, fordern von den Regierungen die Einführung von Steuerreformen. Diese sollen Wiederverkauf und Reparatur kommerziell attraktiver machen.
Dieser Schritt erfolgt, nachdem fast 70 Mode- und Textilorganisationen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet haben. Diese wurde von der Ellen MacArthur Foundation koordiniert. In der Erklärung wird davor gewarnt, dass die derzeitigen Steuersysteme weiterhin die Produktion neuer Kleidung gegenüber zirkulären Geschäftsmodellen begünstigen.
Zu den weiteren Unterzeichner:innen gehören Bestseller, Selfridges, Global Fashion Agenda, Arc’teryx, Decathlon, Vinted, Lacoste, Vestiaire Collective, ThredUp und Etsy.
Die Gruppe fordert die politischen Entscheidungsträger:innen in der EU, den USA und Kanada auf, die Mehrwertsteuer auf Wiederverkaufs- und Reparaturdienstleistungen zu senken. Außerdem sollen die Lohnsteuern im Zusammenhang mit zirkulären Geschäftsmodellen gesenkt und die Systeme der erweiterten Hersteller:innenverantwortung ausgeweitet werden, um die Infrastruktur für die Sammlung und Sortierung von Textilien zu finanzieren.
Die Vorschläge finden insbesondere Unterstützung bei Einzelhändler:innen, die ihre Aktivitäten in den Bereichen Wiederverkauf, Reparatur und Re-Commerce ausbauen. Dies geschieht vor dem Hintergrund des wachsenden Drucks in Bezug auf Nachhaltigkeitsziele, Textilabfälle und veränderte Konsumgewohnheiten.
Laut dem neuen Bericht der Stiftung mit dem Titel ‘The New Bottom Line: Policy levers to scale resale and repair for fashion’ könnten gezielte politische Reformen die Bruttogewinnmargen erhöhen. Für Wiederverkaufsunternehmen könnten sie auf bis zu 55 Prozent steigen und für Reparaturdienste auf rund 41 Prozent. Der Markt für Kreislaufmode wird bis 2030 voraussichtlich 393 Milliarden US-Dollar erreichen und damit doppelt so schnell wachsen wie die gesamte Modebranche.
„Wiederverkauf hält Produkte im Umlauf und erfüllt gleichzeitig die Nachfrage der Kund:innen nach erschwinglicheren und nachhaltigeren Optionen. Aber heute wird dieses Geschäftsmodell immer noch wirtschaftlich bestraft“, so Leyla Ertur, Chief Sustainability Officer der H&M Group. „Wenn es die Regierungen mit der Kreislaufwirtschaft ernst meinen, müssen sie handeln. Sie sollten die Doppelbesteuerung beseitigen, die Arbeitskosten senken und andere Hindernisse aus dem Weg räumen, die den Wiederverkauf behindern.“
Mark Buckley, Leiter des Bereichs Mode und Textilien bei der Ellen MacArthur Foundation, fügte hinzu: „Das Potenzial der Mode, zirkulärer zu werden, ist beträchtlich, aber die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen benachteiligen den Wiederverkauf und die Reparatur. Unternehmen erhalten Anreize, neue Ressourcen zu nutzen, anstatt in die längere Nutzung von Kleidung zu investieren.“
Die Initiative ist Teil des Projekts ‘Fashion ReModel’ der Stiftung. Es unterstützt Marken und Einzelhändler:innen bei der Entwicklung von Einnahmequellen durch Wiederverkaufs-, Reparatur-, Miet- und Umarbeitungsdienste. Die teilnehmenden Unternehmen berichteten, dass die Einnahmen aus der Kreislaufwirtschaft viermal schneller wachsen als der Gesamtumsatz des Unternehmens. Jedoch macht das Segment immer noch einen relativ kleinen Anteil am Gesamtumsatz aus.
Wiederverkaufs- und Reparaturbetriebe sind nach wie vor oft mit hohen Arbeitskosten belastet. Zudem müssen sie in der Regel bei jeder Transaktion Steuern auf die Artikel zahlen, anstatt nur am ursprünglichen Verkaufspunkt.
Marianne Gybels, Senior Director of Sustainability bei Vinted, sagte, um zirkuläre Unternehmen zur ersten Wahl zu machen, müssten sie das liefern, was für die Verbraucher:innen am wichtigsten ist. Dazu gehören Zuverlässigkeit und Erschwinglichkeit.
„Um das volle Potenzial auszuschöpfen, sollte die Politik Geschäftsmodelle unterstützen, die zirkuläre Entscheidungen zugänglicher machen. Dies hilft dem Secondhand-Markt, weiter zu wachsen und bietet den Verbraucher:innen hochwertige, erschwingliche Alternativen, die für das Klima deutlich besser sind als der Kauf neuer Produkte“, schloss Gybels.
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