PFAS: Neue Technologie ermöglicht schnellen Nachweis der „Ewigkeitschemikalien“
Forschende der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben ein kompaktes Sensorsystem entwickelt, das PFAS schnell, zuverlässig und kostengünstig direkt vor Ort in wässrigen Proben erkennt. PFAS sind sogenannte Ewigkeitschemikalien, die sich in der Umwelt kaum abbauen, und die unter anderem in der Bekleidungsindustrie für wasserabweisende Ausrüstungen und zur Herstellung von bestimmten Membranen verwendet wurden und werden. Sie gelangen in Böden und Gewässer, reichern sich in Pflanzen, Tieren und Menschen an und können gesundheitsschädlich sein. Bislang war ihr Nachweis kompliziert, teuer und nur im Labor möglich.
Das neue System arbeitet mit einer Kombination aus winzigen fluoreszierenden Partikeln und einer mikrofluidischen Plattform – vereinfacht gesagt: einem Mini-Labor im Taschenformat. Die neue Methode liefert Ergebnisse in weniger als 15 Minuten und kann selbst geringe Mengen der Chemikalien nachweisen.
Entwickelt wurde der Test in erster Linie für die Überwachung und Sanierung von belasteten Standorten. Nach Rückfrage bei der BAM ist der Test wäre aber auch auf Textilien anwendbar. Hierfür müsste eine kleine Stoffprobe aus dem Produkt entnommen und ein Extrakt mit einem Lösungsmittel hergestellt werden.
Noch handelt es sich bei dem Schnelltest um Grundlagenforschung der BAM und somit um einen Prototyp. Für die kommerzielle Nutzung sucht die wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde, die im Bundesministeriums für Wirtschaft und Energieangesiedelt ist, Interessenten aus der Wirtschaft.
Zertifiziertes PFAS-Referenzmaterial für Outdoorbekleidung
Mit Textilien und PFAS hat sich die BAM schon häufiger beschäftigt. Erst im Mai 2025 präsentierte die Behörde die Entwicklung eines zertifizierten PFAS-Referenzmaterial aus gebrauchter Outdoorbekleidung. Es dient dazu, die Verlässlichkeit von Analyseverfahren sicherzustellen, die den Gehalt bestimmter PFAS in Outdoor-Bekleidung ermitteln. Dies ist notwendig, um die Einhaltung von Grenzwerten für PFAS überprüfen zu können. Es wird außerdem dabei helfen, die Recyclingfähigkeit von Produkten besser bewerten zu können. Denn um Textilien recyclen zu können, müssen Hersteller:innen genau wissen, ob die Ausgangsmaterialien mit Schadstoffen belastet sind und wenn ja, wie stark.
„Es wurden in Deutschland und Europa zwar eine Reihe von Vorschriften für die Begrenzung von PFAS aktualisiert – zum Beispiel die Trinkwasser-Verordnung, die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung oder EU-Standards für Kontaminanten in Textilien“, erläutert Matthias Koch, Leiter des Fachbereichs Organische Spuren- und Lebensmittelanalytik. „Doch um deren Einhaltung sicherzustellen, müssen Labore garantieren können, dass ihre Ergebnisse auch stimmen. Dafür braucht es zertifizierte Referenzmaterialien.“
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