Omoda übernimmt Wehkamp – Umsatzziel in Höhe von 600 Millionen Euro
Ein überraschender Deal: Der niederländische E-Tailer Wehkamp wird vom ebenfalls niederländischen Schuh- und Modehändler Omoda übernommen.
Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Omoda Brands und der Wehkamp Retail Group Holding wurde bereits geschlossen, teilten die Vertragspartner:innen mit. Über die finanzielle Höhe der Transaktion wurden keine Angaben gemacht.
Damit kommt Wehkamp wieder in niederländische Hände. Die Wehkamp Retail Group Holding war seit 2015 im Besitz der britischen Private-Equity-Gesellschaft Apax Partners. Die Übernahme bedarf noch der Zustimmung aller erforderlichen Parteien, wie der niederländischen Behörde für Verbraucher:innen und Markt.
Durch die Übernahme erwirbt Omoda nicht nur Wehkamp, sondern auch Kleertjes.com. Omoda ist seit Jahren auf Expansionskurs und hat in den letzten Jahren bereits Assem, Shuz und Leurink in sein Portfolio aufgenommen. Inzwischen betreibt Omoda Brands 42 Omoda-Filialen und 20 Assem-Filialen.
Mit der Hinzunahme von Wehkamp und Kleertjes.com wird Omoda zu einem der größten niederländischen Mode- und Lifestyle-Händler. Nach eigenen Angaben kann Omoda dadurch mit bestehenden internationalen Plattformen konkurrieren. Die neue Gruppe wird einen Jahresumsatz von rund 600 Millionen Euro erzielen.
Neue Struktur
Zur Finanzierung der Übernahme wurde mit einem ‘niederländischen Family Office’ zusammengearbeitet. Dieses beteiligt sich an der Finanzierung und erhält dadurch eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Gruppe. Die neue Gruppe wird von Jan Baan, Chief Executive Officer (CEO) von Omoda, geleitet. Martijn Hagman von der Wehkamp Retail Group (WRG) wird bis Ende 2027 Co-CEO der Gruppe.
Eine weitere Ergänzung des Teams ist Erik-Jan Mares, ehemaliger CEO von Zeeman. Er wird Vorsitzender des neu zu gründenden Aufsichtsrats von Omoda Brands.
Omoda will Wehkamp ‘noch persönlicher’ machen
„Die Übernahme der Wehkamp Retail Group passt zu unserer Ambition, eine Gruppe aufzubauen, die den niederländischen Modemarkt in seiner ganzen Breite bedienen kann“, so Baan. „Wehkamp gehört für uns zu den Ikonen des niederländischen Einzelhandels. Die Marke hat einen starken und loyalen Kundschaftsstamm sowie eine hochmoderne Logistik. Wehkamp hat im letzten Jahr bereits erste Schritte in Richtung einer klarer definierten Kollektion und einer deutlicheren Positionierung unternommen. Mit unserer Boutique-Vision können wir Wehkamp nun noch persönlicher gestalten.“
„Nachdem wir mit Omoda vor weniger als fünf Jahren die Erweiterung von Schuhen auf Kleidung eingeleitet haben, werden wir nach dieser Übernahme in allen Marktsegmenten mit separaten Marken aktiv sein. So können wir noch mehr Verbraucher:innen ein relevantes Boutique-Erlebnis bieten. Durch die Bündelung unserer Kräfte können wir unsere Entwicklung beschleunigen. Wir können zudem weiter in ein unverwechselbares Kundenversprechen und die zukünftige Positionierung all unserer Marken investieren.“
Martijn Hagman, CEO der WRG, ergänzt: „Die Übernahmebilanz der letzten Jahre zeigt, dass Omoda Brands in der Lage ist, aus Leidenschaft für Mode und Liebe zum Einzelhandel eine Transformation zu bewirken. Wir sind stolz darauf, dass Wehkamp nun wieder in niederländische Hände kommt. Wir werden mit Wehkamp und kleertjes.com Teil eines unternehmerischen Familienbetriebs mit langer Tradition. Ich bin überzeugt, dass Wehkamp auf diese Weise wieder zu dem wird, was es einmal war.“
Omoda und Wehkamp: Was die Übernahme für beide Seiten bedeutet
Wehkamp wird von der Schuhexpertise von Omoda Brands profitieren können, heißt es in der Pressemitteilung. Umgekehrt bietet Wehkamps starke Position in den Bereichen Home & Living, Beauty und Lingerie eine klare Chance für Omoda und Assem, zukünftig in diese Kategorien zu expandieren.
Besonders interessant ist, dass Wehkamp möglicherweise in den stationären Handel einsteigt. Die Pressemitteilung besagt, dass Wehkamp von der Offline-Erfahrung von Omoda Brands profitieren kann. Zukünftig soll die mögliche Eröffnung einiger physischer Einrichtungshäuser unter der Marke Wehkamp geprüft werden. Wehkamps Eigenmarke für Wohnaccessoires, Nous, ist kürzlich eine Kooperation mit der Einrichtungskette Loods5 eingegangen. Dadurch sind die Produkte erstmals in einem physischen Geschäft erhältlich.
Langfristig wollen die Parteien den Vertrieb aller Marken im Distributionszentrum der WRG in Zwolle bündeln. Dieser Plan wird in der kommenden Zeit weiter ausgearbeitet. „Die umfassende Expertise und Kapazität der WRG im Bereich Logistik und Fulfilment kann der Kombination erhebliche Synergievorteile bringen. Die gemeinsame Nutzung der technologischen Infrastruktur, die Ergänzung neuer Kategorien für die verschiedenen Marken und die Optimierung von Verträgen schaffen Raum für weiteres Rentabilitätswachstum.“
Wehkamp von Omoda gerettet
Dass Wehkamp übernommen wird, ist an sich nicht überraschend. Die Ergebnisse von Wehkamp sind seit Jahren rückläufig. Im Geschäftsjahr 2024-2025 sank der Umsatz um weitere 6,8 Prozent auf 514 Millionen Euro. Der Verlust stieg auf 89,1 Millionen Euro. Dieser Verlust wurde jedoch stark durch eine einmalige Goodwill-Abschreibung beeinflusst. Ohne diesen Posten hätte der Verlust 8,8 Millionen Euro betragen.
Seit 2022 leidet das Unternehmen unter Umsatzrückgängen. Der Umsatzgewinn im Geschäftsjahr 2021-2022 wurde hauptsächlich durch die Aufnahme von Kleertjes in das Portfolio erzielt.
Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.
FashionUnited nutzt Künstliche Intelligenz, um die Übersetzung von Artikeln zu beschleunigen und das Endergebnis zu verbessern. Sie helfen uns, die internationale Berichterstattung von FashionUnited einer deutschsprachigen Leserschaft schnell und umfassend zugänglich zu machen. Artikel, die mithilfe von KI-basierten Tools übersetzt wurden, werden von unseren Redakteur:innen Korrektur gelesen und sorgfältig bearbeitet, bevor sie veröffentlicht werden. Bei Fragen oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte per E-Mail an info@fashionunited.com
ODER ANMELDEN MIT