Nach Umbruch: Esprit verringert Jahresverlust
Der Bekleidungsanbieter Esprit hat am Montag seine Geschäftszahlen für das erste Geschäftsjahr nach dem großen Umbruch vorgelegt. Nachdem das Unternehmen den Großteil seines operativen Geschäfts abgestoßen hatte, konzentriert sich die Dachgesellschaft Esprit Holdings Ltd. nun vollständig auf ein Lizenzmodell für die einst populäre Marke. Dementsprechend fielen die Verluste deutlich geringer aus als im Vorjahr. Die Erlöse gingen allerdings ebenfalls erheblich zurück.
Der ausgewiesene auf die Anteilseigner entfallende Nettoverlust, der 2024 noch bei rund 1,2 Milliarden Hongkong-Dollar gelegen hatte, schrumpfte angesichts der umfassenden Einschnitte in die Geschäftsaktivitäten auf 20,5 Millionen Hongkong-Dollar (2,3 Millionen Euro). Allerdings waren im Vorjahr noch die immensen Verluste der inzwischen aufgegebenen Bereiche in die Bilanz eingegangen. Der Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen wurde von 266,5 auf 42,6 Millionen Hongkong-Dollar verringert.
Gleichzeitig ging der Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen, der sich inzwischen vollständig aus Lizenzeinnahmen speist, auf 20,5 Millionen Hongkong-Dollar (2,3 Millionen Euro) zurück. Damit fiel er nicht einmal halb so hoch aus wie im Vorjahr, in dem er bei 42,0 Millionen Hongkong-Dollar gelegen hatte. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit dem Wegfall der Lizenzeinnahmen in Europa, dem einst mit Abstand wichtigsten Markt der Marke. Die Markenrechte für die Region hatte Esprit im Zuge der Insolvenzverfahren seiner deutschen Tochtergesellschaften an die Deichmann-Tochter Fasbra SE verkauft.
Esprit setzt auf China und Nordamerika
Das Unternehmen setzt nun darauf, dass es – mit Ausnahme der Markenrechte für Schuhe in den USA, die ebenfalls an Deichmann gingen – weiterhin alle Markenrechte für die außereuropäischen Regionen hält. So liegt der Fokus nun darauf, die Präsenz von Esprit in Asien und Amerika zusammen mit den örtlichen Lizenzpartnern wieder auszubauen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Aktivitäten in Großchina und Nordamerika.
Chancen sieht Esprit insbesondere im aktuellen Wandel des Konsumverhaltens. Verbraucher:innen würden weiter Wert auf bewährte Marken legen, aber angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage preisbewusster einkaufen, erklärte das Unternehmen. In diesem Segment will sich Esprit nun in seinen Zielmärkten mit dem neuen, kosteneffizienten Geschäftsmodell weiter etablieren.
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