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Nach Übergangsjahr 2025: Für Kering schlägt die Stunde der Wahrheit

Die Luxusbranche ist kein ruhiges Gewässer mehr und Kering ist zu ihrem nervösesten Barometer geworden. Der Jahresumsatz sank um 13 Prozent, die Rentabilität steht unter Druck, und die Hauptmarke Gucci befindet sich weiterhin im Umbau.

Der französische Konzern hat ein Geschäftsjahr 2025 abgeschlossen, das die Geschäftsführung als Übergangsjahr bezeichnete. Investor:innen sehen darin jedoch vor allem einen Stresstest in Originalgröße. Denn hinter den Schlagworten „Begehrlichkeit“ und „Selektivität“ dominiert eine Frage: Ist die Talsohle endlich erreicht?

Der Umsatz sinkt langsamer, erholt sich aber nicht

Kering meldete am Dienstag für 2025 einen Konzernumsatz in Höhe von 14,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 13 Prozent auf berichteter Basis und zehn Prozent auf vergleichbarer Basis.

Das vierte Quartal zeigt eine Verlangsamung des Rückgangs auf -3 Prozent auf vergleichbarer Basis. Das ist ein ermutigendes Signal nach mehreren Quartalen des Abschwungs, reicht aber noch nicht aus, um von einer echten Trendwende zu sprechen.

Der eigene Einzelhandel leidet weiterhin. Gleichzeitig geht der Großhandelsumsatz aufgrund einer bewusst kontrollierteren Distribution zurück.

Der wahre Gradmesser: Die Marge

Der Druck zeigt sich vor allem in der Profitabilität, dem wahren Gradmesser für die Märkte. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis brach im vergangenen Jahr um 33 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro ein. Die Marge lag bei 11,1 Prozent und entfernte sich damit gefährlich von den historischen Standards des Konzerns.

Der Mechanismus ist bekannt: Wenn die Volumen sinken, verliert das Luxusmodell seinen wertvollen Skaleneffekt. Selbst die von Konzernchef François-Henri Pinault erwähnte „strikte Kostenkontrolle“ reicht nicht mehr aus, um die Umsatzerosion auszugleichen. Das bereinigte Nettoergebnis halbierte sich dadurch nahezu und schrumpfte auf 532 Millionen Euro.

Gucci: Schwerpunkt und Risikozone

Mit rund 40 Prozent des Umsatzes bleibt Gucci der wichtigste Indikator. Im Jahr 2025 musste das Modehaus einen Umsatzrückgang auf vergleichbarer Basis um 19 Prozent hinnehmen. Das vierte Quartal zeigt eine Verbesserung. Durch die ersten neuen Linien wurde das Minus auf vergleichbarer Basis auf zehn Prozent begrenzt. Die Erholung erfolgt jedoch weiterhin nur schrittweise.

Die Auswirkungen auf die Rentabilität sind gravierend. Das Betriebsergebnis der Marke brach um 40 Prozent ein und die Marge sank auf 16,1 Prozent.

Für die Märkte hat das klare Konsequenzen: Ohne einen eindeutigen Neustart bei Gucci gibt es keine Neubewertung der Aktie an der Börse.

Die widerstandsfähigen Bereiche

Es ist nicht alles düster. Yves Saint Laurent sorgte für eine Schadensbegrenzung und fand zum Ende des Geschäftsjahres zu einer willkommenen Stabilität zurück. Das Modehaus konnte dank solider operativer Disziplin eine Marge von fast 20 Prozent beibehalten.

Die Marke Bottega Veneta bestätigte ihrerseits die Relevanz seiner Ultra-Luxus-Strategie. Sie verzeichnete Wachstum, eine starke Dynamik im vierten Quartal und eine verbesserte Rentabilität. Diese Resultate verhindern, dass die Gesamtbilanz des Konzerns komplett in die roten Zahlen rutschte. Sie können jedoch das systemische Gewicht von Gucci nicht ausgleichen.

Finanzielle Atempause durch strategische Entscheidungen

Kering verwies auf eine gestärkte Bilanz und eine kontrollierte Verschuldung. Diese Verbesserung resultiert jedoch größtenteils aus einem aktiven Vermögensmanagement, einschließlich strategischer Immobilienverkäufe. Die Bilanz bietet nun eine deutlich höhere „strategische Flexibilität“, doch die organische Geschäftsdynamik bleibt die vorrangige Baustelle für 2026.

Das Signal an die Aktionär:innen ist unmissverständlich. Der Konzern hat beschlossen, eine ordentliche Dividende von drei Euro vorzuschlagen, ergänzt um eine zusätzliche Sonderausschüttung von einem Euro. Damit erinnert Kering daran, dass der Konzern trotz der Turbulenzen die Kontrolle über seine Barmittel behält und volles Vertrauen in seine Erholung hat.

16. April: Der Moment der Wahrheit

Die ganze Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den Kapitalmarkttag am 16. April. Er wird ein Moment sein, in dem die Ambitionen sowohl konkret als auch symbolisch werden. Mit Reformen bei der Organisation, Umsetzungsgeschwindigkeit und kreativen Vision muss CEO Luca de Meo beweisen, dass Kering wieder zu einer Wachstumsmaschine werden kann und nicht länger ein Konzern ist, der lediglich seinen Rückzug verwaltet.

Die Zeit der Diagnosen ist vorbei. Jetzt kommt es auf Tatsachen an.

Fazit

Nachdem Kering lange auf die Stärke seiner führenden Marke Gucci gesetzt hatte, sieht sich der Konzern nun mit einer härteren Realität konfrontiert: die Transformation zu steuern, während der Motor langsamer wird.

Es gibt Anzeichen für eine Stabilisierung. Aber im Jahr 2026 wird der Konzern nicht mehr nach seiner Fähigkeit beurteilt werden, den Rückgang zu erklären. Es wird erwartet, dass er die Fähigkeit beweist, Begehrlichkeit neu zu schaffen – schnell, klar und nachhaltig.

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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