Nach Sanierungsverfahren: Coperni verkündet endgültiges Aus

Wenige Monate nach Eröffnung des gerichtlichen Sanierungsverfahrens stellt das französische Modeunternehmen Coperni seinen Betrieb ein. Die Ready-to-wear-Marke war vor allem für ihre spektakulären Modenschauen bekannt. Ihre Mitbegründer Arnaud Vaillant und Sébastien Meyer gaben das Ende des Labels nun auf Instagram bekannt.

„In den letzten Monaten haben wir alles versucht, um Coperni zu erhalten“, erklären die Designer auf der Social-Media-Plattform. Trotz aller Bemühungen sei es jedoch nicht gelungen, eine Lösung zu finden. „Mit tiefer Traurigkeit müssen wir daher den Betrieb von Coperni SAS einstellen“, fügen sie hinzu.

Das Duo bedankt sich bei seinen Teams, den Partnerfabriken sowie allen, die Kreationen von Coperni getragen haben. Zugleich zeigen sich die beiden stolz auf das Erreichte: „Wir sind stolz auf das, was wir gemeinsam geschaffen haben, und glücklich, diese Geschichte mit euch geteilt zu haben.“

Laut Angaben, die Coperni im Juni 2026 gegenüber der Fachpublikation Vogue Business machte, waren die Liquiditätsprobleme nicht auf einen Rückgang der Geschäftstätigkeit zurückzuführen. Vielmehr seien ausstehende Zahlungen der britischen Modeplattform Tomorrow Ltd. dafür verantwortlich gewesen, die als Mehrheitsaktionär und exklusiver Vertriebspartner der Marke fungierte.

Die 2013 gegründete Pariser Marke für Ready-to-wear und Accessoires hatte sich in den vergangenen Jahren mit unkonventionellen Show-Formaten einen Namen gemacht. 2022 sorgte ein Kleid für weltweites Aufsehen, das live auf den Körper des Models Bella Hadid gesprüht wurde. Im Oktober 2024 veranstaltete das Label eine Modenschau im Disneyland Paris. Wenige Monate später versammelte Coperni schließlich rund 200 Gamer:innen in der Pariser Adidas Arena.

Welche Rolle hat die Gesellschaft Tomorrow gespielt?

Der Mehrheitsgesellschafter von Coperni, die Gesellschaft Tomorrow, scheint zum Teil für die finanziellen Schwierigkeiten der Marke mitverantwortlich zu sein. Tomorrow wurde in London von Stefano Martinetto gegründet und versteht sich als Inkubator und Accelerator für Modemarken, denen es kommerzielle, finanzielle und operative Dienstleistungen bereitstellt. Die Gruppe stützt sich auf Showrooms in Mailand, Paris, Shanghai und New York sowie auf eine digitale Plattform, um ihre Marken an Kaufhäuser, Multibrand-Händler:innen und Online-Plattformen in Europa, auf dem amerikanischen Kontinent und in Asien zu vertreiben.

Für Coperni wie für die anderen Marken ihres Portfolios verwaltete Tomorrow Lizenz und Vertrieb. Die Gesellschaft vereinnahmte sämtliche Einnahmen, zahlte der Marke Lizenzgebühren aus und erstattete die nicht kreativen Kosten, etwa für die Produktion von Modenschauen oder Kampagnen. Laut Coperni sind diese Zahlungen ausgeblieben, als das Wholesale-Geschäft von Tomorrow an Schwung verlor.

Die Lage verkomplizierte sich im März mit dem Verkauf von Tomorrow an Progetto 11, die Holding der italienischen E-Commerce-Plattform The Level Group, die unter anderem mit Palm Angels, Herno und Off-White zusammengearbeitet hat. Die Schwierigkeiten des Unternehmens waren bereits im März offen zutage getreten, als Coperni seine Modenschau für Herbst/Winter 2026/27 in Paris kurzfristig abgesagt hatte.

Dieser Artikel wurde am 4.November um 16.58 Uhr aktualisiert.


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