Nach Offerte für Hugo Boss: Frasers Group startet Übernahmeangebot für Accent Group
Wenige Tage nach dem freiwilligen Übernahmeangebot für den Metzinger Modekonzern Hugo Boss AG hat der britische Einzelhändler Frasers Group Plc nun auch eine Offerte für den australischen Handelskonzern Accent Group Limited unterbreitet. Das Angebot zielt auf den Erwerb aller ausstehenden Stammaktien des Unternehmens ab, die sich noch nicht im Besitz der Frasers Group befinden.
Der Konzern hält derzeit bereits 22,9 Prozent der Anteile an der Accent Group, die er zu einem Durchschnittspreis von über 0,90 Australischen Dollar pro Aktie erworben hat. Den übrigen Anteilseigner:innen bietet die Frasers Group nun 0,65 Australische Dollar pro Aktie. Damit wird der verbleibende Anteil von 77,10 Prozent am Unternehmen mit rund 316 Millionen Australischen Dollar (193 Millionen Euro) bewertet. Die offizielle Angebotsfrist beginnt am 30. Juni und endet mit Handelsschluss am 30. Juli, sofern sie nicht verlängert oder zurückgezogen wird.
Die Accent Group rät ihren Aktionär:innen, vorerst nicht zu handeln
Der Verwaltungsrat der Accent Group hat in Zusammenarbeit mit dem Finanzberater Luminis Partners und dem Rechtsberater Arnold Bloch Leibler eine erste Stellungnahme zu der Offerte veröffentlicht. Darin wird den Aktionär:innen geraten, bezüglich des unaufgeforderten Angebots vorerst nicht zu handeln.
Der Verwaltungsrat betonte, dass der Angebotspreis von 0,65 Australischen Dollar keinen Aufschlag gegenüber dem letzten Schlusskurs der Aktien vom 12. Juni biete. Er hob zudem hervor, dass die Offerte als On-Market-Angebot strukturiert sei. Aktionär:innen, die ihre Anteilsscheine über Börsenmakler verkaufen, könnten ihre Verkäufe daher nicht rückgängig machen oder an möglichen Preiserhöhungen oder besseren Konkurrenzangeboten partizipieren.
Dem feindlichen Übernahmeangebot ging eine Anpassung einer bestehenden Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen voraus. Das im April 2025 vereinbarte Ziel, innerhalb von sechs Jahren 50 Filialen der zur Frasers Group gehörenden Handelskette Sports Direct zu eröffnen, wurde im Mai nach unten korrigiert. Geplant sind nun acht neue Geschäfte bis Dezember 2026 und 30 Geschäfte innerhalb von drei Jahren.
Insgesamt seien die jüngsten Finanzergebnisse, das Kapitalmanagement und die Wachstumsstrategie des Managements von Accent die Auslöser für das nun erfolgte Übernahmeangebot gewesen, erklärte Christopher Wootton, der Chief Financial Officer (CFO) der Frasers Group. Der britische Konzern hat nach eigenen Angaben „wiederholt versucht, mit dem amtierenden Managementteam konstruktiv über sinkende Erträge, steigende Kredite und hohe Dividendenausschüttungen zu verhandeln“, aber „keine nennenswerte Reaktion erhalten“.
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