Modewochen, Mega-Deals und Managementwechsel – was die Woche bewegte

In dieser Woche prägten vor allem Übernahmen und Führungswechsel die Branche: Chanel sicherte sich den Pariser Hemdenhersteller Charvet, während bei Ludwig Beck nach dem jüngsten Eigentümerwechsel auch der Vorstandsvorsitzende seinen Rückzug ankündigte. Im Handel spitzte sich der Tarifkonflikt zu, Verdi rief bundesweit zu Warnstreiks auf und mobilisierte allein in Hamburg mehrere Hundert Beschäftigte. Auf europäischer Ebene forderten Deutschland, Frankreich und die Niederlande ein schärferes Vorgehen gegen Ultra-Fast-Fashion, während die Schweizer Textilbranche sich auf neue Berichtspflichten im Zuge des EU Green Deals einstellt. Auf den Laufstegen und Sportplätzen der Woche dominierten unterdessen Wimbledon, die Pariser Herrenmodewoche und die Berlin Fashion Week das Bild.

Business

Im Konflikt um höhere Löhne im Einzel- sowie Groß- und Außenhandel erhöht die Gewerkschaft Verdi den Druck. Sie rief erneut zu bundesweiten Warnstreiks auf und fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 225 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeberseite hat zuletzt ein gestaffeltes Angebot vorgelegt, das die Gewerkschaft jedoch ablehnt; die nächsten Verhandlungsrunden folgen kommende Woche sowie am 11. August.

Regulatorisch bringt der EU Green Deal Bewegung in den Markt. Die Schweizer Textil- und Modebranche muss sich trotz Nicht-EU-Mitgliedschaft auf neue ESG-Berichtspflichten einstellen, da rund zwei Drittel ihrer Textilexporte in die EU gehen. Parallel dazu fordern Deutschland, Frankreich und die Niederlande beim EU-Umweltrat ein koordiniertes Vorgehen gegen Ultra-Fast-Fashion, unter anderem durch strengere Vorgaben für Onlineplattformen wie Shein und Temu. Seit Mittwoch fallen zudem Zollgebühren für Pakete aus Drittstaaten unterhalb der bisherigen 150-Euro-Grenze an.

Im Luxussegment kam es zu mehreren Übernahmen. Chanel gab die Übernahme des Hemdenherstellers Charvet bekannt und beendet damit dessen 188-jährige Unabhängigkeit. Richemont schloss unterdessen den Verkauf der Uhrenmanufaktur Baume & Mercier an die italienische Damiani-Gruppe ab, und die mallorquinische Camper-Gruppe erwarb eine Mehrheitsbeteiligung an der griechischen Schuhmarke Ancient Greek Sandals, die als unabhängige Marke weitergeführt wird.

Bei den Geschäftszahlen meldete Nike für das vierte Quartal 2025/26 bessere Ergebnisse als von Analyst:innen erwartet, warnte aber vor einer weltweit angespannten Verbraucherstimmung und rechnet für die kommenden sechs Monate mit Umsatzrückgängen. Einen differenzierteren Blick auf die Kundschaft wirft ein gemeinsamer Bericht von Business of Fashion und McKinsey: Er attestiert dem globalen Luxusmarkt das Ende seines Superzyklus und rät Marken, sich stärker an den divergierenden Vorlieben von US-amerikanischer und chinesischer Kundschaft zu orientieren.

Mode

Die Berliner Modeszene stand ganz im Zeichen von Förderung und internationalem Austausch. Die Berlin Fashion Week SS27 lief von Donnerstag bis Sonntag und brachte mit Gästen wie Buzigahill aus Uganda sowie zahlreichen Nachwuchsformaten ein kuratiertes Ökosystem aus etablierten und aufstrebenden Namen zusammen. In Paris wiederum bestimmten trotz Hitzewelle zurückhaltende Looks das Bild: Leichte, fließende Stoffe und ein androgyner Cast prägten die Herrenmodewoche für Frühjahr/Sommer 2027, während Harrods-Einkäufer Simon Longland im Interview eine wachsende Verfeinerung statt Neuerfindung sowie eine Annäherung von Herren- und Damenmode beobachtete.

Auch abseits der Laufstege setzte Mode Akzente. Bei Wimbledon nutzten Tennisstars die strenge Weiß-Kleiderordnung für individuelle Statements: Naomi Osaka trat in einem von japanischer Zeremonialkleidung inspirierten Kimono-Ensemble an, während Novak Djokovic und Frances Tiafoe auf maßgeschneiderte Looks von Lacoste und Lululemon setzten. Die Fußball-Weltmeisterschaft wirft dagegen ein kritischeres Licht auf die Branche: Ein Gastbeitrag beleuchtet, was mit Millionen unverkaufter WM-Fanartikel nach dem Turnier geschieht, und verweist auf das ab dem 19. Juli geltende EU-Verbot der Vernichtung unverkaufter Kleidung.

Bei den Farbtrends liegen laut der Modesuchplattform Lyst Metallic-Töne mit einem monatlichen Interessenzuwachs von 17 Prozent vorn, gefolgt von Weiß, Beige, Gelb und Rosa. Auf der Analyseseite fragte FashionUnited zudem, ob Chanel angesichts seiner genderfluiden Strategie und prominenter männlicher Botschafter eine eigene Ready-to-wear-Linie für Herren benötigt. Zum Thema Technologie äußerte sich OTB-Chairman Renzo Rosso: Am Hauptsitz von Staff International betonte er, Künstliche Intelligenz müsse als Ansporn und nicht als Bedrohung verstanden werden. Eine Nachwuchsauszeichnung ging derweil nach Deutschland: Die 27-jährige Emilie Wenckstern gewann den Polimoda-Preis für die „Beste Kollektion 2026“ für ihre Abschlusskollektion „No longer human“.

Personalien

Mehrere Unternehmen besetzten ihre Führungsspitzen neu. Der Ladenbauspezialist Knoblauch erweiterte seine Geschäftsführung um Torsten Poschardt, der zuvor unter anderem bei Ralph Lauren und René Lezard tätig war. Beim Münchener Einzelhändler Ludwig Beck setzt sich der Umbruch nach dem jüngsten Eigentümerwechsel fort: Vorstandschef Christian Greiner kündigte seinen Rückzug zum 31. August an, nachdem bereits der Aufsichtsratsvorsitzende Bruno Sälzer seinen Posten niedergelegt hatte.

In der Justiz bestätigte der Oberste Gerichtshof Österreichs die erste Verurteilung des Investors René Benko zu zwei Jahren Haft, hob jedoch einen Teil-Freispruch aus formellen Gründen auf, sodass ein Aspekt des Verfahrens neu verhandelt werden muss.

Auf internationaler Ebene besetzte Gap die Position des Chief Sustainability Officer mit Jeffrey Hogue, der zuvor sechs Jahre lang dieselbe Funktion bei Levi Strauss innehatte. American Eagle Outfitters wechselt seinen Finanzchef: Ravi Thanawala löst zum 3. August Mike Mathias ab, der künftig als strategischer Berater für Chairman Jay Schottenstein tätig ist. Bei Peek & Cloppenburg Düsseldorf übernimmt Dean Sternberg zum ersten Juli den Posten des Einkaufsleiters für Damenmode und folgt damit auf Thekla Tamke. Bei der Outdoor-Marke Maier Sports wiederum wird Simone Mayer alleinige Geschäftsführerin, nachdem ihr bisheriger Co-Geschäftsführer Lothar Baisch das Unternehmen verlassen hat.

Einzelhandel

Der Tarifkonflikt im Handel wurde auch auf der Straße sichtbar. In Hamburg protestierten rund 300 Beschäftigte bei einer Kundgebung, weitere 200 direkt vor den betroffenen Unternehmen wie H&M, Rewe und Metro, während die Arbeitgeberseite vor einer zusätzlichen Belastung in ohnehin angespannter Lage warnte.

Bei den Filialnetzen expandierten gleich zwei Marken in Europa. Massimo Dutti eröffnete seinen ersten Store in Dänemark und stellte dabei ein neues Ladenkonzept vor, das unter anderem kassenloses Bezahlen per Smartphone sowie einen um rund 30 Prozent gesenkten Stromverbrauch ermöglicht. Die britische Schuhmarke Clarks kündigte nach positiven Geschäftszahlen 15 bis 20 neue europäische Filialen für dieses Jahr an und baut zugleich ihr Großhandelsgeschäft sowie ihre Präsenz in Spanien aus.

Anm. d. Red.: Dieser Beitrag wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz verfasst.


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