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Mode im mittleren Preissegment erfindet sich neu: Warum die Preisgestaltung für HW25 einen Wandel signalisiert

Die Saison Herbst/Winter 2025/2026 signalisiert mehr als nur eine weitere Runde von Preiserhöhungen in der Modebranche. Sie markiert einen umfassenderen Wandel bei Marken im Massen- und mittleren Marktsegment, die versuchen, inmitten einer unbeständigen Weltwirtschaft Mehrwert zu schaffen.

Ein neuer Bericht von Retviews, einer KI-gestützten Intelligence-Plattform von Lectra, hat ergeben, dass Anbieter im mittleren Preissegment die Preise in Europa im vergangenen Jahr im Vergleich zu den Zahlen von 2024 um über 50 Prozent erhöht haben. Einige US-Marken verdoppelten ihre Preise sogar fast.

Dies spiegelt nicht nur die an die Kund:innen weitergegebene Inflation wider, sondern auch eine umfassendere Neupositionierung innerhalb des Segments. Da ein volatiles Umfeld den Einzelhandel weiterhin prägt, übernimmt das mittlere Marktsegment laut Retviews eine neue strategische Rolle. Es präsentiert sich als dynamischer und wachsender Sektor.

Premiumisierung im mittleren Marktsegment

Modelle, die einst durch hochvolumige Drops, breite Sortimente und aggressive Rabatte definiert waren, verlieren an Schwung. Anbieter im Massenmarkt konkurrieren zunehmend mit preisgünstigen E-Commerce-Riesen. Steigende Kosten, Bestandsrisiken und ein stärkerer Fokus der Verbraucher:innen auf den Wert führen jedoch dazu, dass das Fast-Fashion-Format ins Wanken gerät.

Dies ebnet den Weg für Marken aus dem mittleren Preissegment, die laut Retviews „Luxus als Werttreiber übertreffen“. Bemühungen, das Produktdesign zu verfeinern, die Materialien zu verbessern und die Markenerzählung zu stärken, tragen zu dem branchenweiten Ziel bei. Es geht darum, sich vom Massenmarkt abzuheben und sich in Richtung einer Premium-Positionierung zu bewegen.

Antonella Capelli, die President EMEA bei Lectra, beschrieb den Übergang zu gestrafften Produktsortimenten und kuratierten Kollektionen als eine Reaktion auf die Herausforderungen des Marktes. „Gleichzeitig verschieben sich die Rabattstrategien: Die Rabattsätze sinken, aber die Aktionszeiträume werden länger. Die Marken wollen ihre Preissetzungsmacht erhalten, ohne in einem von zurückhaltenden Konsumausgaben geprägten Markt an Dynamik zu verlieren“, erläuterte Capelli.

Zerfallende Zielgruppen erzwingen klarere Positionierung

Auf makroökonomischer Ebene bleibt die Lage komplex. In Großbritannien beispielsweise erreichte die Verbraucherpreisinflation im Dezember 2025 laut dem Office for National Statistics (ONS) 3,4 Prozent. Gleichzeitig haben US-Importzölle zwischen 15 und 50 Prozent die Beschaffungskosten in allen Kategorien erhöht. Beides hat die Kaufzurückhaltung weiter verstärkt.

Dieser Druck entfaltet sich in einer von Analyst:innen als „K-Wirtschaft“ bezeichneten Situation. Der Begriff beschreibt, dass Verbraucher:innen mit höherem Einkommen weiterhin stetig Geld ausgeben oder sogar höherwertige Produkte kaufen, während sich Käufer:innen mit niedrigem und mittlerem Einkommen einschränken. Diese Struktur zwingt Modemarken dazu, ihre Preis- und Werbestrategien zu überdenken und gleichzeitig die Relevanz für verschiedene Verbrauchersegmente sicherzustellen. Die Antwort darauf ist laut den Daten von Retviews eine klare Ausrichtung auf die Premiumisierung bei Marken des mittleren Segments.

Bei der Neuausrichtung der Werbestrategien stellt Retviews fest, dass in Europa sowohl die durchschnittliche Rabattrate als auch der Anteil der reduzierten Produkte zwischen September und Dezember 2025 niedriger waren als in den Vorjahren. Trotzdem dauerten die Aktionszeiträume länger. Dies zeigt, dass sich Marken von starken, kurzfristigen Preisnachlässen, die das Image schädigen können, zu moderateren Aktionen hinbewegen.

Aufschlüsselung nach Kategorien: Von Denim bis zu Handtaschen

Allerdings entwickeln sich nicht alle Kategorien gleich schnell. Die Daten von Retviews zeigen klare produktbasierte Strategien. Handtaschen führen den Vorstoß in Richtung Premium an, wobei soziale Medien als Haupttreiber genannt werden. Die Preise für diese Produkte sind in den USA um 38 Prozent und in Europa um 33 Prozent gestiegen, während das Produktsortiment in Europa um 27 Prozent und in den USA um zehn Prozent gewachsen ist.

Accessoires und Anhänger gewinnen ebenfalls an strategischer Bedeutung. Sie werden dank ihrer relativ niedrigen Einstiegspreise zu margenstarken Frequenzbringern. Luxusmarken haben ihr Sortiment an Taschenanhängern in Europa im Jahresvergleich um mehr als 50 Prozent erweitert, und Anbieter aus dem mittleren Segment ziehen nach. Die Preise für solche Artikel sind sowohl in Europa als auch in den USA um etwa 15 Prozent gestiegen.

Sowohl bei Winterschuhen als auch bei Denim stiegen die Preise in Europa im Berichtszeitraum um neun Prozent, da Marken des mittleren Segments ihre Preissetzungsmacht stärkten. Eine ähnliche Widerstandsfähigkeit zeigte sich in den USA. Dort stiegen die Preise für die beiden Kategorien um rund 19 Prozent, was auf einen selbstbewussteren Ansatz in diesem Markt hindeutet.

Mäntel und Jacken lagen unterdessen in beiden Regionen auf einem ähnlichen Niveau, mit Preissteigerungen von elf Prozent in Europa und 13 Prozent in den USA. Die Entwicklung in dieser Kategorie unterstreicht ihre Fähigkeit, Preiserhöhungen aufzufangen und gleichzeitig eine gehobene Positionierung zu unterstützen. Laut Retviews gab es in diesem Zeitraum auch eine erhebliche Erweiterung des Sortiments, gestützt durch die Nachfrage nach wiederkehrenden Trends wie hochgeschlossenen Trenchcoats und Leder-Looks.

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