Mit Messi an die Spitze: Adidas überholt Nike bei der Mediensichtbarkeit
Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas schloss das erste Halbjahr 2026 als sichtbarste Marke der Sportbekleidungsbranche ab. Laut Daten der PR- und Brand-Management-Software Launchmetrics generierte das Unternehmen zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni einen Media Impact Value (MIV) von 1,9 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Damit lag die deutsche Marke vor dem US-Konkurrenten Nike, der im gleichen Zeitraum einen MIV von 1,7 Milliarden US-Dollar verzeichnete. Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt jedoch, wie stark dieser Vorsprung auf einem einzigen Namen beruht: Lionel Messi.
Vier der fünf wertvollsten Adidas-Platzierungen im ersten Halbjahr wurden vom Weltfußballer selbst veröffentlicht. Der erfolgreichste Beitrag erzielte einen MIV von 2,7 Millionen US-Dollar. Der MIV-Algorithmus von Launchmetrics weist der Markensichtbarkeit in sozialen Medien sowie Online- und Printmedien einen monetären Wert zu. Messi war im Berichtszeitraum zugleich die erfolgreichste prominente Stimme der Marke und generierte einen MIV von 14,4 Millionen US-Dollar.
Sein Einfluss reicht dabei über seine eigenen Kanäle hinaus. Auch seine Frau Antonela Roccuzzo gehörte mit einem MIV von 5,3 Millionen US-Dollar zu den erfolgreichsten Influencer:innen-Stimmen von Adidas. Diese Kategorie wuchs für die Marke um 30 Prozent und war damit die am stärksten wachsende Stimme des Halbjahres.
Die diesjährige Fußballweltmeisterschaft markiert zwei Jahrzehnte seit Messis Turnierdebüt bei der WM 2006 in Deutschland. Im selben Jahr wechselte er als Markenbotschafter von Nike zu Adidas. 2017 festigte er die Partnerschaft mit einem lebenslangen Vertrag. Die Abhängigkeit ist jedoch beidseitig. Alle fünf erfolgreichsten Adidas-Platzierungen im ersten Halbjahr standen im Zusammenhang mit Fußball. Messi ist inzwischen 39 Jahre alt und bestreitet voraussichtlich die letzte Weltmeisterschaft seiner Karriere. Damit stellt sich für die Marke bereits die Frage nach seiner Nachfolge.
Nike setzte hingegen auf eine breitere Verteilung seiner Markenbotschafter:innen. Vier der fünf erfolgreichsten Platzierungen waren ebenfalls fußballbezogen. Den höchsten MIV erzielte mit zwei Millionen US-Dollar der WM-Kampagnenfilm „Rip the Script“. Am stärksten wuchs jedoch die Kategorie der prominenten Stimmen, die um 37 Prozent zulegte. Der erfolgreichste Name war dabei kein Fußballer: Tennisspieler Jannik Sinner generierte einen MIV von 15,5 Millionen US-Dollar für die Marke. Er lag damit vor Real-Madrid-Profi Vinícius Júnior mit zehn Millionen US-Dollar. Auch Tennisspielerin Aryna Sabalenka schaffte es mit 7,5 Millionen US-Dollar unter die fünf erfolgreichsten prominenten Stimmen.
Weit abgeschlagen auf dem dritten Platz
Der deutsche Sportartikelhersteller Puma belegte mit einem MIV von 421 Millionen US-Dollar den dritten Platz im Ranking und zeigte ebenfalls eine starke Abhängigkeit von prominenten Markenbotschaftern – wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß.
Drei der fünf erfolgreichsten Platzierungen im Fußballbereich stammten von Neymar Jr. Am stärksten wuchs die Kategorie der eigenen Medienkanäle mit einem Plus von 40 Prozent. Angeführt wurde sie von Puma Football mit 24,4 Millionen US-Dollar MIV sowie Puma India mit 17,7 Millionen US-Dollar. Das deutet darauf hin, in welchen Märkten die Marke ihr künftiges Wachstum sieht. Anders als die beiden größeren Wettbewerber verzeichnete Puma im Juni keinen deutlichen Anstieg der Sichtbarkeit. Das spricht dafür, dass die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft der Marke vergleichsweise wenig zusätzliche Aufmerksamkeit verschafften.
Die Top Ten komplettierte die US-Sportmarke New Balance, die mit einem MIV von 377 Millionen US-Dollar hinter Puma auf Rang vier landete. Alo folgte mit 249 Millionen US-Dollar auf Platz fünf, knapp vor Lululemon mit 228 Millionen US-Dollar und Gymshark mit 205 Millionen US-Dollar. The North Face und Asics lagen mit jeweils 171 Millionen US-Dollar gleichauf und belegten den achten beziehungsweise neunten Platz. Reebok komplettierte die Top Ten mit einem MIV von 127 Millionen US-Dollar.
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