Marimekko: Betriebsergebnis unter Vorjahr und neues Mittelfristziel
Das finnische Lifestyle-Designunternehmen Marimekko hat seinen Halbjahresbericht für den Zeitraum Januar bis Juni 2026 veröffentlicht.
Das Unternehmen aus Helsinki verzeichnete im zweiten Quartal einen Nettoumsatz von 43,9 Millionen Euro und lag damit nahezu auf dem Wert des Vorjahresquartals von 44,5 Millionen Euro, dem stärksten zweiten Quartal der Unternehmensgeschichte, teilte Marimekko am Donnerstag mit. Gestützt wurde die Entwicklung durch ein starkes internationales Einzelhandelswachstum, insbesondere in der Asien-Pazifik-Region (APAC), das den Rückgang im heimischen Einzelhandel weitgehend ausglich.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Nettoumsatz von Marimekko um zwei Prozent auf 85,3 Millionen Euro, verglichen mit 84,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
„Der Nettoumsatz von Marimekko lag nahezu auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Das internationale Geschäft wuchs im zweiten Quartal weiter, angetrieben von der Asien-Pazifik-Region. Die herausfordernde Marktlage belastete den Einzelhandelsumsatz in Finnland“, sagte Tiina Alahuhta-Kasko, President und CEO von Marimekko.
Internationales Umsatzwachstum gleicht schwächelndes Inlandsgeschäft aus
Im zweiten Quartal stiegen die internationalen Nettoumsätze um sieben Prozent, getragen von einer starken Entwicklung im Einzelhandel in allen Auslandsmärkten. Die APAC-Region verzeichnete das höchste Wachstum. Demgegenüber sanken die Nettoumsätze in Finnland um sieben Prozent. Ursächlich waren ein herausforderndes, stark preissensibles Marktumfeld und hinter den Erwartungen zurückgebliebene Verkaufskampagnen. Eine der wichtigsten Kampagnen des Jahres, der Sommer-Launch mit den Modeschauen im Esplanade-Park in Helsinki, litt nach Unternehmensangaben unter regnerischem Wetter. Der inländische Großhandelsumsatz legte hingegen zu, teilweise gestützt durch nicht wiederkehrende Aktionslieferungen.
In der ersten Jahreshälfte stiegen die internationalen Gesamtumsätze um acht Prozent. APAC blieb dabei der wichtigste Wachstumsmotor. Der Inlandsumsatz in Finnland ging im Sechsmonatszeitraum insgesamt um vier Prozent zurück.
Das Betriebsergebnis im zweiten Quartal belief sich auf 4,7 Millionen Euro, nach 6,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das vergleichbare Betriebsergebnis erreichte 5,1 Millionen Euro und damit 11,7 Prozent des Nettoumsatzes. Im Vorjahreszeitraum waren es 6,5 Millionen Euro und 14,6 Prozent. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch gestiegene Fixkosten sowie durch den Umsatzrückgang. Gegenläufig wirkte eine verbesserte relative Verkaufsmarge. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg, die Finanzlage blieb nach Unternehmensangaben solide.
Für den Zeitraum Januar bis Juni belief sich das Betriebsergebnis auf 9,9 Millionen Euro, verglichen mit 10,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das vergleichbare Betriebsergebnis erreichte 10,4 Millionen Euro und damit 12,2 Prozent des Nettoumsatzes. Im Vorjahr waren es 10,9 Millionen Euro und 13,0 Prozent. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg im ersten Halbjahr deutlich.
Ausbau des Filialnetzes und strategische Kollaborationen
Marimekko setzte den Ausbau seiner globalen Präsenz im zweiten Quartal fort. Das Unternehmen eröffnete sechs neue Stores in verschiedenen Teilen Asiens und wandelte drei Pop-up-Standorte in dauerhafte Einheiten um. Die Marke betreibt nun über 100 Stores und Shop-in-Shops in der APAC-Region. Zum Ende des Halbjahres zählte das Unternehmen weltweit 183 Stores, ein Jahr zuvor waren es 171. Darüber hinaus erschloss Marimekko zwei neue Märkte in Südostasien. Im Mai eröffneten die ersten Shop-in-Shops in drei Kaufhäusern in Manila, Philippinen. Nach Ende des Berichtszeitraums folgten zwei Shop-in-Shops in Indonesien.
Die Markenbekanntheit stützten drei Kollaborationen, die im zweiten Quartal in den Handel kamen. Marimekko brachte eine Schmuckkollektion mit dem finnischen Hersteller Kalevala Jewelry heraus, eine limitierte Kapselkollektion für Tech-Accessoires mit CASETiFY, die von Handy- und Tablet-Hüllen bis zu Smartwatch-Armbändern und Kartenetuis reicht, sowie eine Kollektion mit dem US-amerikanischen Teppichhersteller Ruggable.
„Unsere einzigartige Lifestyle-Marke, die eine breite Kundschaft anspricht, bietet uns gemeinsam mit unserer soliden Finanzlage eine hervorragende Grundlage, um unsere konsequente Arbeit und Investitionen in Wachstum fortzusetzen – sowohl in Finnland als auch in internationalen Märkten“, ergänzte Alahuhta-Kasko.
Wachstumsziel für die mittlere Frist gesenkt
Nach dem Berichtszeitraum legte der Verwaltungsrat von Marimekko angesichts des herausfordernden Marktumfelds neue mittelfristige Finanzziele für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren fest. Das Unternehmen strebt darin ein jährliches Nettoumsatzwachstum von zehn Prozent an. Das Langfristziel liegt weiterhin bei 15 Prozent. Die vergleichbare Betriebsergebnismarge soll in beiden Zeithorizonten 20 Prozent erreichen. Die 2022 formulierten Langfristziele bleiben unverändert. Marimekko veröffentlichte die neuen Ziele als Insiderinformation in einer separaten Mitteilung.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Marimekko seine Finanzprognose. Der Jahresumsatz soll den 2025 erzielten Wert von 189,6 Millionen Euro übertreffen, die vergleichbare Betriebsergebnismarge wird bei rund 16 bis 19 Prozent erwartet.
Trotz erster positiver Konjunktursignale bleibt das Verbrauchervertrauen in Finnland nach Unternehmensangaben schwach, verbesserte sich zum Quartalsende jedoch leicht. Der inländische Nettoumsatz für 2026 dürfte stagnieren oder leicht zurückgehen, während die internationalen Umsätze und das APAC-Geschäft wachsen sollen. Unterstützt wird dies durch rund zehn bis 15 geplante neue Stores und Shop-in-Shops, von denen die meisten in Asien entstehen sollen, sowie einen erwarteten Anstieg der Lizenzeinnahmen. Die Fixkosten dürften im laufenden Jahr weiter steigen, ebenso die Marketingaufwendungen, die 2025 bei 10,5 Millionen Euro lagen.
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