LPP Group: Umsatzplus im ersten Quartal
Der polnische Modehändler LPP Group hat für das erste Quartal 2026 einen Umsatzanstieg von 10,5 Prozent im Vorjahresvergleich gemeldet.
Der Umsatz erreichte 5,5 Milliarden Polnische Zloty (etwa 1,3 Milliarden Euro. Das Wachstum wurde vor allem durch die fortlaufende Expansion des stationären Einzelhandelsnetzes angetrieben. Insbesondere die Marke Sinsay sowie die Erweiterung der gesamten Verkaufsfläche trugen dazu bei.
Die Umsatzwachstumsrate blieb jedoch hinter den ursprünglichen Erwartungen des Unternehmens zurück. Grund dafür waren ungewöhnlich niedrige Temperaturen zu Beginn der Frühjahr/Sommer-2026-Saison. Im Februar und April lagen die Temperaturen unter den langjährigen Durchschnittswerten. Dies dämpfte die Nachfrage nach frühen Sommerkollektionen. Infolgedessen verzeichnete LPP einen Rückgang der flächenbereinigten Umsätze (Like-for-Like, LFL) um 2,8 Prozent.
Markenperformance und Omnichannel-Entwicklung
Die Performance variierte deutlich innerhalb des Markenportfolios. Positives LFL-Wachstum verzeichneten House mit einem Plus von 14,6 Prozent; Reserved mit 3,1 Prozent sowie Cropp mit 0,7 Prozent. Negative LFL-Werte wurden hingegen bei Sinsay mit minus 6,8 Prozent und bei Mohito mit minus 15,5 Prozent registriert.
Trotz des LFL-Rückgangs blieb Sinsay der größte Umsatzbringer. Die Marke generierte 3,13 Milliarden Polnische Zloty, was einem Anstieg von 13,9 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Die stationären Umsätze der Gruppe stiegen um 15 Prozent im Jahresvergleich. Unterstützt wurde dies durch 121 Neueröffnungen, von denen 102 auf Sinsay entfielen.
Der Online-Umsatz wuchs moderat um 0,7 Prozent im Jahresvergleich auf 1,46 Milliarden Polnische Zloty. Der E-Commerce-Kanal litt weiterhin unter verlängerten Lieferzeiten in Südosteuropa. Ursache war ein Lagerbrand in Rumänien im Juni 2025. Zusätzlich führte eine strategische Reduzierung der Performance-Marketing-Ausgaben zur Priorisierung der Online-Profitabilität dazu, dass der E-Commerce-Anteil am Gruppenumsatz auf 26,6 Prozent sank. Im Vorjahr lag dieser noch bei 29,2 Prozent.
Geografisch betrachtet übertrafen die internationalen Umsätze das Inlandswachstum. Sie stiegen um 13,9 Prozent im Jahresvergleich und machten 56,8 Prozent der gesamten Omnichannel-Umsätze aus. Rumänien, die Ukraine, Tschechien und Ungarn entwickelten sich zu den stärksten Märkten.
Rekord-Rohertragsmarge und steigende operative Gewinne
LPP erzielte eine Rekord-Rohertragsmarge für ein erstes Quartal. Diese stieg um 4,5 Prozentpunkte im Jahresvergleich auf 58,5 Prozent. Dieser Meilenstein bei der Profitabilität wurde trotz eines wachsenden Anteils margenschwächerer Sinsay-Produkte erreicht.
Getrieben von der starken Margenentwicklung stieg das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 47 Prozent auf 688 Millionen Polnische Zloty. Die EBIT-Marge lag bei 12,6 Prozent. Der Nettogewinn für das Quartal belief sich auf 475 Millionen Polnische Zloty. Im Vorjahreszeitraum waren es 335 Millionen Polnische Zloty.
Technische Investitionen und Zukunftsziele
Im ersten Quartal beschleunigte LPP seine Logistik-Automatisierungsstrategie. Die Flotte autonomer Roboter wurde auf über 3.500 Einheiten in Polen und Rumänien mehr als versechsfacht. Zudem begann die Gruppe mit dem Bau eines neuen E-Commerce-Fulfillment-Centers in Tczew. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2027 geplant.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 strebt LPP einen Gesamtumsatz von etwa 26 bis 27 Milliarden Polnische Zloty an. Unterstützt wird dies durch eine geplante Erweiterung der Verkaufsfläche um 15 Prozent, einschließlich rund 750 neuer Sinsay-Filialen. Die Gruppe prognostiziert eine Jahres-Rohertragsmarge von etwa 56 Prozent und Investitionsausgaben von 2,5 Milliarden Polnische Zloty.
Mit Blick auf 2027 erwartet das Unternehmen Umsätze zwischen 30 und 31 Milliarden Polnische Zloty. Darüber hinaus plant das Unternehmen für die Jahre 2028 bis 2029 die Eröffnung von rund 750 neuen Sinsay-Filialen im Jahr 2028. Ab 2029 sollen jährlich etwa 300 bis 350 Filialen hinzukommen. Zudem werden ein positives LFL-Wachstum sowie ein Online-Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent erwartet.
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