Liberty Fashion beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung
Die Liberty Fashion Holding GmbH hat einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.
Das zuständige Amtsgericht Bielefeld hat dem Antrag des Damenmode-Anbieters stattgegeben, wie das Branchenmagazin Textilwirtschaft am Freitag berichtete. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht Hans-Joachim Berner, Partner der Kanzlei KösterBerner Sanierungsrecht. Auf Anfrage von FashionUnited reagierte das im westfälischen Lübbecke ansässige Unternehmen bislang nicht.
Das Unternehmen führt seine Schieflage auf die schwierige Lage im Modehandel, sinkende Kundenfrequenzen und eine „saisonal, primär wetterbedingt aktuell unterdurchschnittliche Nachfrage nach Herbst- und Wintermode“ zurück, so das Branchenmagazin. Bereits angestoßen worden seien erste Schritte, um die Sortiments- und Warensteuerung weiterzuentwickeln, die Preise „marktgerecht“ zu positionieren und die Kollektion stärker an den Wünschen der Kundinnen auszurichten.
Geschäftsbetrieb wird fortgeführt
Während des nun eingeleiteten Verfahrens plane Liberty, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Alle Filialen bleiben demnach geöffnet, und auch die Zusammenarbeit mit den Lieferantinnen und Lieferanten soll im Rahmen des rechtlich und verfahrensmäßig Möglichen weitergehen. Die Mitarbeitenden bekommen zudem in den kommenden drei Monaten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Unterstützt werde Geschäftsführer Oliver Lübbenjans dabei von der Kanzlei BBORS Kreuznacht Rechtsanwälte.
Ziel sei es laut des Branchenmagazins, das „Geschäftsmodell von Liberty Women mit seinem Boutiquenkonzept und dem Zusammenspiel von stationärem Handel und Online-Geschäft wieder nachhaltig zu stärken“. Dafür sollen das Filialnetz, die Kostenstrukturen und die operativen Abläufe auf den Prüfstand gestellt und bei Bedarf angepasst werden. Im Zuge der wirtschaftlichen Neuausrichtung werden zudem Vertrieb, Einkauf, Bestandsmanagement und Marketing überprüft und weiterentwickelt.
Die Modekette, die unter der Eigenmarke Liberty Women auftritt, zählt nach eigenen Angaben auf der Unternehmensseite 116 Standorte in Deutschland und Österreich, darunter zwei Outlets. Zusätzlich ist das Unternehmen auch online vertreten. Der Textilwirtschaft zufolge beschäftigt das Unternehmen derzeit rund 600 Menschen. Hinter dem Unternehmen steht der Investor Peter Wolf, der früher Karstadt geführt hat. Anfangs hielt er lediglich einen Minderheitsanteil, im Februar 2022 wurde er zum alleinigen Gesellschafter und übernahm die restlichen Anteile von dem damaligen CEO Peter Friedrich und der Beteiligungsgesellschaft Arcadia.
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