Lenzing meldet Umsatzrückgang und höheren Verlust
Der österreichische Faserhersteller Lenzing AG musste in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2026 Umsatzeinbußen und einen höheren Verlust hinnehmen. Gleichzeitig konnte er aber aufgrund umfangreicher Reformen seine operative Marge verbessern. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den das Unternehmen am Donnerstag veröffentlichte.
Demnach belief sich der Konzernumsatz im Zeitraum von Januar bis September auf 1,93 Milliarden Euro. Das entsprach einem Rückgang um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Minus sei insbesondere auf „geringere Verkaufsmengen infolge des gezielten Zurückfahrens der Produktion von Standardfasern sowie niedrigere Zellstoffpreise“ zurückzuführen, heißt es in einer Mitteilung. Zudem verwies das Unternehmen auf ein „weiterhin volatiles Marktumfeld“.
Sondereffekte sorgen für höheren Nettoverlust
Das ausgewiesene Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um sieben Prozent auf 316,4 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte, die aus Restrukturierungskosten resultierten, belief sich das EBITDA auf 353,0 Millionen Euro. Damit blieb es gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert von 352,7 Millionen Euro stabil, weil die bereinigte EBITDA-Marge von 17,9 auf 18,3 Prozent erhöht werden konnte.
Der ausgewiesene Nettoverlust, der im Vorjahreszeitraum bei 105,0 Millionen Euro gelegen hatte, stieg auf 130,3 Millionen Euro. Der Konzern begründete dies unter anderem mit Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte der Produktionsstandorte Heiligenkreuz und Grimsby, deren Schließung bereits angekündigt wurde. Bereinigt um Wertberichtigungen und Effekte aus Restrukturierungsmaßnahmen belief sich der Nettogewinn auf 42,4 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum ein entsprechender Verlust von 10,8 Millionen Euro verbucht worden war.
Konzernchef Kasperkovitz sieht „Meilenstein bei der Neuausrichtung“ des Unternehmens
CEO Georg Kasperkovitz hob die Fortschritte hervor, die das Unternehmen bei seinen umfassenden Reformen gemacht habe. „Das dritte Quartal 2026 markiert einen wichtigen Meilenstein in der Neuausrichtung der Lenzing Gruppe. Unser Fokus liegt nun auf der konsequenten Umsetzung unserer neuen Strategie“, erklärte er in einem Statement. „Die stabile Ergebnisentwicklung und die verbesserte Marge zeigen, dass unsere Maßnahmen Wirkung entfalten. Unter den strategischen Prioritäten ‚Grow Nonwovens. Reset Textile’ treiben wir die Transformation konsequent voran und werden bis Jahresende weitere wesentliche Weichen zur Optimierung unseres Produktportfolios und Produktionsnetzwerks stellen.“
Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet das Management mit einem bereinigten EBITDA im Bereich von 430 bis 460 Millionen Euro. Dies würde eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 425,6 Millionen Euro bedeuten. Mittelfristig strebt das Unternehmen weiterhin an, wieder Umsatzzuwächse zu erzielen, das EBITDA um 150 Millionen Euro zu steigern und eine EBITDA-Marge von 20 bis 25 Prozent zu erreichen.
Der Konzern warnte jedoch vor Risiken: Der tatsächliche Geschäftsverlauf könne „abhängig von geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren sowie der Zyklizität der Branche“ von den aktuellen Erwartungen abweichen, heißt es in einer Mitteilung.
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