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Lacoste siegt im Logostreit gegen Crocodile International vor indischem Gericht

Ein weiterer juristischer Sieg für eines der berühmtesten Logos der Welt: das Lacoste-Krokodil. Das französische Unternehmen kennzeichnet damit seine berühmten Poloshirts und seine gesamte Bekleidung.

Adrien Brody, das Gesicht von Lacoste Eyewear, in einem Lacoste-Poloshirt Credits: Lacoste media

Crocodile International, ein Bekleidungsunternehmen aus Singapur, verwendet seit vielen Jahren ein Krokodil-Logo, insbesondere in Asien. Im Laufe der Zeit kam es in verschiedenen Ländern zu Konflikten, da beide Marken auf ein ähnliches Tiersymbol setzen.

Gericht verbietet Nutzung des Logos von Crocodile International in Indien

Eine dieser Auseinandersetzungen landete vor dem High Court of Delhi in Indien. Die zentrale Frage war in ihrer Form einfach, aber juristisch komplex: Durfte Crocodile International weiterhin Kleidung mit seinem Logo in Indien verkaufen oder war es dem berühmten Symbol von Lacoste zu ähnlich?

Das endgültige Urteil wurde am 9. März verkündet. Das Gericht bestätigte, dass das Logo von Crocodile International dem von Lacoste zu ähnlich sei. Damit bekräftigte es das Verbot seiner Verwendung in Indien.

Der High Court of Delhi soll seine endgültige Entscheidung getroffen haben, berichtet die Plattform Lux Juris. Das Gericht stellte sich weitgehend auf die Seite von Lacoste und entschied, dass Crocodile International das umstrittene Logo in Indien nicht verwenden darf.

Einer der ersten Streitfälle zwischen Lacoste und Crocodile International ereignete sich 1971 in Japan. Crocodile International focht den Markteintritt von Lacoste an. Lacoste verteidigte sich mit der Erklärung, dass die Öffentlichkeit die Marke hauptsächlich am Namen „Lacoste“ und nicht nur am Krokodilsymbol erkenne.

Eine weitere Auseinandersetzung folgte 1980 in Singapur. Crocodile International widersprach den Aktivitäten des lokalen Partners von Lacoste und forderte diesen auf, die Verwendung des Logos einzustellen. Lacoste entgegnete, dass seine Markenidentität hauptsächlich auf dem Wort „Lacoste“ beruhe. Das Tiersymbol sei nicht dazu gedacht, das von Crocodile International zu kopieren.

Nach diesen wiederholten Auseinandersetzungen versuchten beide Unternehmen, weitere Konflikte durch eine Vereinbarung zu vermeiden, erklären Expert:innen von Lux Juris. Im Juni 1983 unterzeichneten die beiden Parteien ein Abkommen. Dieses erlaubte es jedem Unternehmen, sein eigenes Logo in bestimmten Teilen Asiens weiterhin zu verwenden. Die Vereinbarung listete die Orte auf, an denen beide Unternehmen tätig sein konnten, ohne sich gegenseitig zu stören; dazu gehörten Taiwan, Singapur, Indonesien, Malaysia und Brunei. Die Unternehmen einigten sich auch darauf, zusammenzuarbeiten, falls andere Firmen versuchen sollten, ihre Logos zu kopieren.

Die Vereinbarung galt jedoch nur für die im Dokument ausdrücklich genannten Länder. Indien gehörte nicht dazu. Dieses Detail wurde später im Fall vor dem High Court of Delhi entscheidend.

Crocodile International bezog sich später auf einen Brief vom August 1985. In diesem Schreiben schlug das Unternehmen vor, dass die gleiche Vereinbarung zwischen den beiden Marken auch für andere Länder gelten sollte, darunter Indien, Korea, Bangladesch und Pakistan.

In dem Brief wurde auch erwähnt, dass Crocodile International bestimmten Markenanmeldungen von Lacoste an diesen Standorten nicht widersprechen würde.

Laut Crocodile International zeigte dieser Brief, dass beide Unternehmen informell vereinbart hatten, sich in Märkten außerhalb der im Abkommen von 1983 genannten nicht gegenseitig zu behindern. Lacoste akzeptierte diese Auslegung nicht. Das Unternehmen argumentierte, der Brief sei lediglich ein einseitiger Vorschlag gewesen, der nie zu einer formellen Vereinbarung wurde.

Im Laufe der Zeit bauten beide Unternehmen Beziehungen zum indischen Markt auf. Lacoste sicherte sich 1983 den Schutz seines Logos in Indien und begann 1993 mit dem Verkauf von Produkten über einen lokalen Partner. In den 1990er Jahren investierte das Unternehmen in Werbung, um seine Präsenz im Land zu stärken.

Crocodile International besaß eine ältere Markenregistrierung in Indien aus dem Jahr 1952. Im Jahr 1990 erhielt es eine weitere Registrierung für den Namen „Crocodile“ zusammen mit einem Logo. Allerdings begann Crocodile International erst viel später mit dem Verkauf von Kleidung in Indien. Die Werbung startete 1997 und die Geschäfte, genannt Crocodile Galleries, eröffneten 1998.

Als beide Marken expandierten, begann Crocodile International, das Krokodilsymbol ohne das Wort „Crocodile“ daneben zu verwenden. Dadurch wurde das Logo dem von Lacoste sehr viel ähnlicher. Lacoste reichte daraufhin eine Klage beim High Court of Delhi ein, um Crocodile International die Verwendung der Marke zu untersagen.

Nach dem Vergleich der beiden Logos kam das Gericht zu dem Schluss, dass das Krokodil von Crocodile International dem Emblem von Lacoste zu ähnlich sehe. Es stellte Ähnlichkeiten in Form, Haltung und Gesamterscheinung fest.

Ein Poloshirt von Crocodile International Credits: Crocodile International ecommerce

Aufgrund dieser Ähnlichkeiten entschied der:die Richter:in, dass Kund:innen die beiden Marken verwechseln könnten. Es wurde festgestellt, dass Crocodile International das umstrittene Logo in Indien nicht verwenden darf. Das Gericht wies das Argument zurück, dass die Vereinbarung von 1983 Crocodile International erlaube, in Indien frei zu agieren. Da Indien nicht in der Vereinbarung aufgeführt war, war das Dokument nicht anwendbar. Auch der Brief von 1985 wurde als zu vage für eine verbindliche Vereinbarung erachtet.

Gericht in Delhi weist Urheberrechtsklage von Lacoste zurück

Lacoste war jedoch nicht an allen Fronten erfolgreich. Das Gericht wies die Urheberrechtsklage zurück. Es befand, dass visuelle Ähnlichkeiten zwischen zwei realistischen Darstellungen eines Krokodils nicht zwangsläufig auf ein Plagiat hindeuten, angesichts der begrenzten Möglichkeiten, das Tier darzustellen. Auch der Vorwurf des ‘Passing off’ wurde abgewiesen. Lacoste hatte zum Zeitpunkt des Markteintritts von Crocodile International im Jahr 1998 keine ausreichenden Beweise für seinen Ruf in Indien vorgelegt.

Nach der Entscheidung von 2024 legten beide Unternehmen Berufung gegen Teile des Urteils ein. Crocodile International legte Berufung gegen die Feststellung der Logo-Ähnlichkeit ein. Lacoste akzeptierte die Entscheidung zur Markenrechtsverletzung, legte aber Berufung gegen die Abweisung seiner Urheberrechts- und ‘Passing off’-Ansprüche ein.

Da beide Parteien Berufung einlegten, schaltete sich die zuständige Kammer des High Court of Delhi ein, um die Angelegenheit erneut zu prüfen. Am 9. März 2026 wurde das endgültige Urteil verkündet.

Darüber hinaus hoben die Richter:innen die frühere Urheberrechtsentscheidung auf. Das Gericht erklärte, dass ein Krokodil auf viele verschiedene Weisen gezeichnet werden kann. Das erstinstanzliche Gericht sei zu voreilig gewesen mit der Behauptung, dass alle Zeichnungen eines Krokodils zwangsläufig gleich aussehen. Es kam daher zu dem Schluss, dass das Logo von Crocodile International wichtige visuelle Merkmale des Lacoste-Krokodils kopiert hatte.

Das Gericht bestätigte jedoch die Abweisung des ‘Passing off’-Anspruchs, da Lacoste 1998 keinen ausreichend etablierten Ruf in Indien nachweisen konnte. Der Einwand von Crocodile International, Lacoste habe zu lange mit der Anfechtung des Logos gewartet, wurde ebenfalls zurückgewiesen.

Die Entscheidung des High Court of Delhi schließt das indische Kapitel des langjährigen Streits zwischen Lacoste und Crocodile International ab.

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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