Der angekündigte Vorstandsumbau beim kriselnden Modekonzern Gerry Weber kommt an der Börse gut an. Bis zum Donnerstagmittag legten die Aktien um knapp 26 Prozent auf 3,38 Euro zu und konnten zumindest einen Teil des Kursrutsches der vergangenen zwei Wochen wieder aufholen.

Nach enttäuschenden Geschäftszahlen und der Nachricht, dass das Unternehmen ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben hatte, waren die Titel bis auf 2,56 Euro und damit den tiefsten Stand seit über 15 Jahren abgesackt. Gegenüber dem Rekordhoch von fast 40 Euro aus dem Jahr 2014 steht immer noch ein Wertverlust von über 90 Prozent.

Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass sich Firmenmitgründer Gerhard Weber, der noch vor kurzem das operative Geschäft führte, ganz aus dem Unternehmen zurückzieht. Sein Sohn Ralf Weber, der ihn Anfang 2015 als Vorstandschef abgelöst hatte, hat mit dem Wechsel in den Aufsichtsrat künftig weniger im Tagesgeschäft zu sagen. Zudem zieht ein auf die Sanierung von Unternehmen spezialisierter Experte in das Management ein. Damit sitzt kein Familienmitglied mehr im Vorstand. Der am Dienstag beschlossene Umbau dient laut dem Aufsichtsrat der «forcierten Neuausrichtung des Unternehmens»

Der Kurssturz der Aktien beschäftigt inzwischen die Finanzaufsicht Bafin. Es sei eine routinemäßige Überprüfung eingeleitet worden, hatte eine Bafin-Sprecherin am Mittwoch bestätigt.

Firmenmitgründer Gerhard Weber besitzt noch knapp 30 Prozent der Aktien. Auch sein Sohn Ralf hält knapp vier Prozent der Anteile. Nach Gerhard Weber ist die Erbengemeinschaft des anderen Mitgründers Udo Hardieck mit 17,4 Prozent der zweitgrößte Anteilseigner. (dpa)

 

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