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Kreative Kreislaufwirtschaft: Wie LVMH Recycling und Reparatur in eine Einnahmequelle verwandelt

500 Millionen Euro Einnahmen durch Recycling und Reparatur: Das entspricht zehn Millionen reparierten, nachgefüllten oder zurückgenommenen Produkten im Jahr 2025 bei den zum Luxusgüterkonzern LVMH gehörenden Marken. Dies ist die erste bezifferte Bilanz der Gewinne, die im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) des Konzerns und seines Programms „Life 360“ erzielt wurden.

Diese Zahlen wurden Ende April auf einer Konferenz im Hotel Cheval Blanc bekannt gegeben. Anwesend waren Hélène Valade, Direktorin für Umweltentwicklung bei LVMH, und Christelle Capdupuy, Direktorin für nachhaltige Entwicklung bei Louis Vuitton.

Die 500 Millionen Euro aus Reparaturen und Nachfüllungen sind im Vergleich zum Gesamtkonzern bescheiden. Sie machen 0,6 Prozent des Umsatzes aus. Symbolisch sind sie jedoch stark, denn sie verdeutlichen den Übergang zu einem zirkulären Modell und zeigen, dass kreative Kreislaufwirtschaft und Rentabilität sich nicht ausschließen.

Zusätzliche Einnahmen durch Reparatur-, Nachfüll- und Rücknahmeservices

LVMH beziffert nun genau, was er durch Reparaturen im Vergleich zum Verkauf von Neuware verdient. 2025 erwirtschafteten die Reparatur-, Nachfüll- und Rücknahmeservices allein 500 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen bei zehn Millionen bearbeiteten Produkten. Konkret wurden diese zehn Millionen Produkte entweder in Ateliers repariert, mit einem Nachfüllsystem ausgestattet oder von den Häusern zurückgenommen. Bei Louis Vuitton werden die Kundenberater:innen geschult, um aktiv über Reparaturen zu informieren. Informationen über die Herkunft der Rohstoffe sind auf der Website oder im Geschäft zugänglich.

Unter den Hebeln dieser profitablen Kreislaufwirtschaft nimmt das Nachfüllen eine besondere Stellung ein. Das Beispiel einer Creme mit patentiertem Design, das während der Konferenz vorgestellt wurde, veranschaulicht die Strategie: Der nachfüllbare Artikel kann genauso ästhetisch – oder sogar ästhetischer – sein als ein neues Produkt.

„Neu bedeutet nicht fabrikneu“, fasst Hélène Valade, Direktorin für Umweltentwicklung bei LVMH, zusammen. „Es kann eine wunderschöne Tasche sein, die komplett überarbeitet wurde, um ihr einen neuen Look zu verleihen. Ich denke, es gibt bei einigen Verbraucher:innen einen echten Bedarf für diesen neuen Service.“

Wenn die Finanzabteilung zur kreativen Kreislaufwirtschaft beiträgt: Eine schrittweise Umstellung des Geschäftsmodells

Valade erklärt, dass die Finanzabteilung zu einem wichtigen Verbündeten geworden ist. Die 75 Finanzdirektor:innen von LVMH arbeiten inzwischen eng mit den Verantwortlichen für nachhaltige Entwicklung zusammen. Bei Céline werden die Kosten für Kohlenstoffemissionen in Investitionsentscheidungen einbezogen. Bei Dior unterliegt der Übergangsplan einer finanziellen Planung. Diese Konvergenz ermöglicht die Erfassung von Umweltdaten, die 99,9 Prozent des finanziellen Bereichs des Konzerns abdecken.

LVMH lernt zudem, die Kosten des Nichthandelns zu beziffern. Ein geringerer Wasser- und Energieverbrauch führt unmittelbar zu Einsparungen.

Darüber hinaus gibt der Konzern an, dass inzwischen 41 Prozent der in Produkten und Verpackungen verwendeten Materialien aus dem Recycling stammen.

Artikel aus ungenutzten oder recycelten Materialien werden nicht günstiger, aber manchmal schneller verkauft. Eine Baumwolltasche aus ungenutzten Lagerbeständen von 3.000 laufenden Metern wurde als limitierte Auflage angeboten. Durch ihre Seltenheit wurde sie „extrem begehrenswert“. Ebenso zeigte eine Modenschau, bei der unverkäufliche Artikel recycelt wurden, dass Kreislaufwirtschaft eine profitable Quelle der Kreativität sein kann. Die Umsetzung erfolgte durch Kevin Germanier.

Kreative Kreislaufwirtschaft: Ein Werkzeug zur Kund:innenbindung und Sicherung des Markenwerts

Ein Vorteil, den LVMH noch nicht in Euro beziffert, bleibt die Stärkung des Vertrauens in seine Marken. „Das ist die Wette, die ich seit 20 Jahren eingehe“, erklärt Valade. „Dahinter stehen sehr starke gesellschaftliche Entwicklungen. Wenn ein Unternehmen diese nicht aufgreift, kann es diese Verantwortung auf Produktebene nicht verkörpern.“

„Die Kreislaufwirtschaft wird so zu einem Bestandteil der Kundenbindung. Ein:e Kund:in, der:die Vertrauen hat, wird für einen weiteren Kauf zurückkehren. Die Reparatur ist also keine Kostenstelle, sondern ein Hebel für die Markenpräferenz“, schließt Christelle Capdupuy, Direktorin für nachhaltige Entwicklung bei Louis Vuitton.

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