Kering hält Hauptversammlung inmitten der Transformation ab

Der französische Luxuskonzern Kering hält am Donnerstag seine Hauptversammlung ab, wenige Wochen nachdem er seinen Strategieplan vorgestellt hat. Der Luxusmarkt verliert an Dynamik und sucht nach Wegen, sich neu zu erfinden.

Im vergangenen September wurde auf der Hauptversammlung des französischen Konzerns Luca de Meo zum Chief Executive Officer (CEO) ernannt. François-Henri Pinault behielt den Vorsitz des Konzerns. Zum Portfolio von Kering gehören unter anderem Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta und Boucheron.

Der ehemalige Chef des französischen Automobilherstellers Renault hatte damals angekündigt, den Schuldenabbau des Konzerns voranzutreiben. Zudem wollte er „einige unserer Marken rationalisieren, reorganisieren und neu positionieren“.

Die Lage bei Kering war kritisch geworden. Der Konzern hatte mit hoher Verschuldung und zurückhaltenden Käufer:innen zu kämpfen. Der Umsatz fiel im Jahr 2025 um 13 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro, während der Nettogewinn um mehr als das Zehnfache sank.

Knapp ein Jahr später hat de Meo eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Ruder herumzureißen. Ende 2025 belief sich die Verschuldung von Kering auf acht Milliarden Euro. Das sind zweieinhalb Milliarden Euro weniger als Ende 2024. Dafür hat Kering unter anderem seine Beauty-Sparte an den französischen Kosmetikkonzern L’Oréal verkauft – eine Transaktion im Wert von vier Milliarden Euro. Zudem wurde die Übernahme von Valentino um zwei Jahre verschoben.

Mitte April stellte der Konzern in Florenz seinen mittelfristigen Strategieplan vor. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Hauptmarke Gucci. Das italienische Modehaus macht 40 Prozent des Umsatzes von Kering aus. In den vergangenen Jahren hat die Marke jedoch an Beliebtheit verloren. Der Umsatz sank von 10,5 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf sechs Milliarden Euro im Jahr 2025.

Bei seiner Präsentation für Investor:innen erklärte de Meo, dass die Lösung unter anderem in der Reduzierung der Gucci-Boutiquen liege. Zudem solle ein stärkerer Fokus auf die Produktqualität gelegt werden. Seit September hat Gucci mit Francesca Bellettini auch eine neue Geschäftsführerin. Sie war zuvor stellvertretende Generaldirektorin von Kering.

Eine weitere Priorität ist China. Das Land war lange Zeit der Wachstumsmotor für Luxusgüter, doch der Sektor hat sich dort in den vergangenen Jahren abgekühlt. Kering plant, die Marketing- und Vertriebsbudgets dort deutlich zu erhöhen und gleichzeitig Verkaufsstellen zu schließen.

Ob dies ausreicht, um dem Unternehmen neuen Schwung zu verleihen, bleibt offen. Der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um fast 20 Prozent gefallen. Insbesondere der Krieg im Nahen Osten belastet die Luxuskonzerne. Auf Jahressicht hat die Aktie jedoch rund 38 Prozent zugelegt.

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