Inditex plant 20 US-Projekte bis 2027: Erster Bershka-Store in New York
Die USA sind für Inditex seit 2021 der zweitgrößte Absatzmarkt nach Spanien. Diese Position will der Zara-Mutterkonzern weiter ausbauen. Im Anschluss an die Halbjahreszahlen für 2026 hat Chief Executive Officer (CEO) Óscar García Maceiras einen neuen „Länderplan“ bis 2027 skizziert.
Zur Einordnung – im März 2023 hatte Inditex einen Wachstumsplan für die USA mit rund 30 Eröffnungen und Umbauten bis 2025 angekündigt und ihn ein Jahr später um die Rückkehr der Premiummarke Massimo Dutti ergänzt, deren erster Store im November 2024 in der Aventura Mall in Miami öffnete. Im Dezember 2025 folgte die Ankündigung, auch Bershka in die USA zu bringen, nach Umsatz die zweitgrößte Kette des Konzerns. Die erste Filiale eröffnete im August, ebenfalls in der Aventura Mall. Konkreter wurde die neue Roadmap im März 2026 mit dem Umbau des Zara-Flagship-Stores an der Fifth Avenue in New York, einem Massimo-Dutti-Geschäft im Miamier Stadtteil Brickell und der ersten Massimo-Dutti-Filiale in New York, im SoHo.
Inditex prüft US-Eintritt weiterer Konzernmarken
Am 9. September legte Inditex die Ergebnisse für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2026 vor. In der anschließenden Telefonkonferenz mit Analyst:innen und Investor:innen wurde die Konzernführung direkt nach ihren Wachstumsplänen in den USA gefragt.
Maceiras betonte, „bei der Entwicklung unserer selektiven Wachstumsstrategie in den USA wird, wie auch in den übrigen Märkten, jedes Projekt einzeln analysiert“. Zara sei dort zuletzt „durch Neueröffnungen, Erweiterungen und Umbauten sehr aktiv“ gewesen, etwa in Miami Brickell und in Tysons Corner im Bundesstaat Virginia. Für die kommenden Jahre plane der Konzern Eröffnungen in weiteren Städten und stütze sich dabei auf die Erkenntnisse aus dem Onlinegeschäft. Mit dieser Verknüpfung der Kanäle hatte Inditex bereits den Bershka-Start in den USA begründet.
Das laufende Jahr werde „ein besonders wichtiges Jahr für die ‚jungen‘ Konzepte“ des Unternehmens in den USA, sagte Maceiras, mit dem im August eröffneten ersten Bershka-Store in Miami Aventura und der zweiten Massimo-Dutti-Filiale des Landes, die im Oktober im New Yorker SoHo öffnen soll. Darüber hinaus kündigte er an, man prüfe „zusätzliche neue Möglichkeiten“ für das Wachstum in den USA, und zwar „nicht nur für unsere Marken, die bereits in den USA vertreten sind, sondern auch für die anderen Konzepte der Gruppe“.
20 Expansionsprojekte bis Ende 2027
Anders als angesichts der guten Halbjahreszahlen zu erwarten gewesen wäre, reagierten die Märkte negativ. Trotz steigender Umsätze und Gewinne gab die Inditex-Aktie nach. Grund war der Kostenanstieg im zweiten Quartal, der die operative Marge (Ebit) von 20,1 Prozent im ersten Quartal auf 19,5 Prozent zum Halbjahr drückte, denselben Wert wie im Vorjahr.
Weil die Erwartungen der Märkte verfehlt wurden, fiel die Aktie vom Schlusskurs von 56,52 Euro am 8. September auf 54,48 Euro am 9. September, ein Minus von 3,60 Prozent. Bis zum vergangenen Freitag, dem 11. September, weitete sich der Rückgang auf 4,42 Prozent aus, die Aktie schloss bei 54,02 Euro. Auf den Kursverlust reagierte die Inditex-Führung, indem sie ihren „Länderplan“ für die USA konkretisierte, wie Maceiras in einem in London geführten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters darlegte.
Darin bekräftigte er, dass der Konzern die USA weiterhin als strategischen Markt betrachte. Bis Ende 2027 will Inditex dort bis zu 20 Projekte umsetzen, darunter Eröffnungen, Erweiterungen und Umbauten. Sie betreffen alle drei Ketten, die derzeit in dem Land aktiv sind, also Zara, Massimo Dutti und Bershka. Bekannt gegeben wurden Zara-Filialen in Denver, Phoenix und Pittsburgh sowie ein erster Bershka-Store in New York.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 betrieb Inditex in den USA 103 Filialen, 102 von Zara und eine von Massimo Dutti. Zählt man die drei Zara-Stores in Puerto Rico hinzu, sind es 106. Das sind vier Geschäfte mehr als die 99 Ende 2024 ohne Puerto Rico und lediglich fünf mehr als die 98 Ende 2022.
Die USA weckten aufgrund ihrer Bevölkerungszahl und ihrer Bedeutung großes Interesse, so Maceiras. Der Konzern setze deshalb weiter auf selektives Wachstum, um die Rentabilität jedes einzelnen Verkaufspunkts zu sichern. Begünstigt sieht der CEO das Unternehmen durch das aktuelle Kaufverhalten. Viele Kund:innen kombinierten in ihrer Garderobe Produkttypen aus unterschiedlichen Marktsegmenten und wichen dabei teilweise aus dem Luxussegment nach unten aus. Die Garderobe gehöre nicht mehr einer einzigen Marke.
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