Dass Online-Shopping in Indien angesichts einer wachsenden Mittelklasse und internetbewanderter Kunden ein großes Wachstumspotential hat, ist kein Geheimnis, aber jetzt ist es offiziell: Laut Googles Jahresbericht "Online Shopping Growth Trends" soll es in Indien bis 2016 100 Millionen Interneteinkäufer geben, die rund 15 Milliarden US-Dollar ausgeben.

Verglichen mit vor nur vier Jahren, als es erst 8 Millionen Internetkunden gab, bedeutet dies einen zwölffachen Anstieg. Im Jahr 2014 gibt es bereits 35 Millionen Internetkunden in Indien, so der Bericht. Es wird erwartet, dass das Volumen des indischen Internetmarkts bis 2016 auf 15 Milliarden US-Dollar ansteigt bzw. laut Assocham-Umfrage bis 2023 auf 56 Milliarden US-Dollar.

Vierzig Prozent der erwarteten 100 Millionen Internetkunden werden Frauen sein, die, interessanterweise, in Großstädten doppelt soviel ausgeben wie Männer. Es wird erwartet, dass Frauen in den nächsten 12 bis 18 Monaten noch mehr im Internet einkaufen und dazu ihre Mobiltelefone verstärkt nutzen.

Die Umfrage wurde von Google Indien in Zusammenarbeit mit Forrester Research zwischen dem 31. März und dem 30. Juli 2014 durchgeführt. Sie umfasste 6.589 Personen in 50 Großstädten, kleineren Großstädten bzw. mittelgroßen Städten lebten.

Der Hauptantrieb des E-Kommerz-Wachstums in Indien ist der Trend, vom Mobiltelefon aus einzukaufen. "Mobil treibt das meiste, wenn nicht das gesamte Internetwachstum an. Alle großen Märkte wie China und die USA wurden als Desktop-Märkte entwickelt, aber Indien wird als Mobilmarkt entwickelt", bestätigte Rajan Anandan, Geschäftsführer und Vizepräsident von Google Indien.

Rohit Bansal von Snapdeal geht sogar einen Schritt weiter und sieht Indien als M-Kommerz-Markt. "Mobil ist der Weg nach vorn für E-Kommerz. Wir glauben sogar, dass Indien ein M-Kommerz-Markt ist, kein E-Kommerz-Markt. In kleineren Großstädten und mittelgroßen Städten treiben mobile Geräte das Wachstum an und in einigen Fällen stammen 80 Prozent unseres Umsatzes aus diesen Märkten."

Die Umfrage bestätigt, dass laut Google einer von drei Kunden in Großstädten und kleineren Großstädten bereits per Mobiltelefon einkauft. In mittelgroßen Städten, wo der Zugang zum stationären Handel und sogar dem Internet beschränkt sein kann, werden sogar schon die Hälfte aller Transaktionen per Mobiltelefon ausgeführt.

Was die Motivation angeht, im Internet einzukaufen, so stellte sich heraus, dass Rabatte nicht der größte Anreiz sind. Laut Umfrage kaufen 65 Prozent der Befragten aus Bequemlichkeit im Internet ein, 64 Prozent wegen der größeren Auswahl und 60 Prozent, um ihren sozialen Status zu verbessern. Damit imitiert das Verhalten indischer Interneteinkäufer das ihrer Gegenüber in entwickelten Märkten.

Interessant ist auch, dass Hautpflege- und Babypflegeartikel sowie Einrichtungsgegenstände die am schnellsten wachsenden Online-Shopping-Kategorien sind, und Bekleidung 64 Prozent aller Einkaufssuchanfragen im Internet ausmacht.

 

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