Höchstmargen und 106 Filialen weniger: Die Kennzahlen des ersten Quartals von Inditex

Nach der Präsentation der Geschäftszahlen des spanischen Modekonzerns Inditex für das erste Quartal 2026 am Mittwoch blickt FashionUnited über die neuen Rekordumsätze und -gewinne hinaus und analysieren die konkrete Entwicklung des Unternehmens zum Jahresauftakt. Die Zara-Muttergesellschaft hat das neue Geschäftsjahr mit einer allgemeinen Verbesserung ihrer wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen begonnen.

Im ersten Quartal 2026 erzielte Inditex einen Umsatz von 8,75 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wachstum von 5,75 Prozent gegenüber dem Vorjahr und stellt den höchsten Umsatz dar, den das Unternehmen jemals in einem ersten Quartal erzielt hat. Die Warenkosten beliefen sich im gleichen Zeitraum – vom 1. Februar bis zum 30. April, auf 3,39 Milliarden Euro. Obwohl auch dies ein Rekordwert für ein erstes Quartal ist, stiegen die Kosten mit lediglich 3,95 Prozent langsamer als der Umsatz. Im Vorjahresquartal 2025 lagen die Warenkosten bei 3,26 Milliarden Euro.

Aufgrund dieser Entwicklung verzeichnete Inditex zum Ende des ersten Quartals einen Bruttogewinn von 5,36 Milliarden Euro. Dies ist der höchste Wert, den das Unternehmen jemals in den ersten drei Monaten eines Geschäftsjahres erzielt hat. Der Bruttogewinn lag damit um 6,92 Prozent über den 5,01 Milliarden Euro des Vorjahreszeitraums.

Diese Kennzahlen verdeutlichen die verbesserte operative Effizienz von Inditex und führten zu einer Bruttomarge von 61,2 Prozent. Diese wichtige Kennzahl stieg gegenüber der Bruttomarge von 60,6 Prozent im ersten Quartal 2025 um 60 Basispunkte. Damit wurde ein neuer Rekordwert für ein erstes Quartal erreicht. Seit dem Geschäftsjahr 2022 erzielt das Unternehmen zu Jahresbeginn konstant Bruttomargen von über 60 Prozent. Für ein vollständiges Geschäftsjahr konnte diese Marke bislang jedoch noch nicht erreicht werden. Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2025 lag die Bruttomarge bei 58,3 Prozent, nachdem sie im dritten Quartal mit 62,2 Prozent ihren Höchststand erreicht hatte.

Höhere Finanzierung durch Lieferant

Ein Blick auf die Entwicklung des Umlaufvermögens zeigt, dass Inditex das erste Quartal 2026 mit einem Lagerbestand von 3,81 Milliarden Euro abgeschlossen hat, was einem Anstieg von 0,55 Prozent entspricht. Gleichzeitig sanken die Forderungen gegenüber dem Unternehmen aus Einzelhandelsgeschäften und von Franchisenehmer auf 1,07 Milliarden Euro (minus 5,49 Prozent). Im Gegensatz dazu stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Gläubiger, insbesondere Lieferant, auf 10,84 Milliarden Euro (plus 3,75 Prozent).

Infolgedessen schloss das Unternehmen das Quartal mit einem negativen Nettoumlaufvermögen von 5,96 Milliarden Euro ab. Dieser Wert lag um 7,85 Prozent über den 5,52 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals 2025 und zugleich um 42,75 Prozent über den 4,17 Milliarden Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2025.

Bei den weiteren zentralen Finanzkennzahlen für das erste Quartal 2026 erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 2,57 Milliarden Euro (plus 7,31 Prozent). Die EBITDA-Marge stieg von 28,9 auf 29,3 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) wuchs auf 1,76 Milliarden Euro (plus 7,0 Prozent), wodurch sich die EBIT-Marge von 19,8 auf 20,1 Prozent verbesserte.

106 Filialen weniger

Zum Ende des ersten Quartals verfügte Inditex über insgesamt 5.456 Filialen. Dies entspricht einer Nettoreduzierung von 106 Standorten gegenüber den 5.562 Filialen zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Von diesem Nettoverlust entfielen lediglich vier Filialen auf das erste Quartal 2026. Das Unternehmen hatte das Geschäftsjahr 2025 mit insgesamt 5.460 Filialen abgeschlossen.

Im Detail und im Jahresvergleich reduzierten nahezu alle Ketten von Inditex ihre Filialnetze. Die einzige Ausnahme bildete Lefties, das sein Netz auf 217 Filialen ausbaute (plus acht). Demgegenüber verzeichnete Zara einen Rückgang auf 1.495 Filialen (minus 50), während Zara Home auf 376 Standorte kam (minus zwölf). Auch Pull&Bear (792 Filialen, minus zwölf), Massimo Dutti (509 Filialen, minus 19) und Bershka (851 Filialen, minus vier) verkleinerten ihre Filialnetze. Gleiches gilt für Stradivarius mit 837 Filialen (minus eine) und Oysho mit 379 Filialen (minus 16).

Inditex gibt an, dass im ersten Quartal in 44 Märkten Optimierungsprojekte innerhalb der Filialnetze der verschiedenen Ketten umgesetzt wurden. Dazu gehörten Renovierungen, Standortverlagerungen, Neueröffnungen und Zusammenlegungen. Für diese Maßnahmen wird der Großteil der für 2026 zugesagten ordentlichen Investitionen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro verwendet. Dies hatte das Unternehmen bereits im März bei der Vorlage der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 angekündigt.

Mit diesen Investitionen erwartet Inditex eine weitere Steigerung der Produktivität seiner Filialen. Im Rahmen der Optimierungsstrategie rechnet das Unternehmen für 2026 mit einem Wachstum der Bruttoverkaufsfläche von rund fünf Prozent.

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