Hirmer: Umbau und Neuausrichtung in München
Hirmer baut sein Stammhaus in der Münchner Kaufingerstraße weiter um. Unter dem Leitgedanken „A New Tradition“ überarbeitet das Männermodehaus Flächen, Sortimente und Services und will sich stärker als Ort für Inspiration und persönlichen Austausch positionieren, teilte das Unternehmen am Freitag mit.
Sichtbar geworden ist der Wandel zuletzt vor allem auf der Fläche. Mehrere Bereiche wurden in den vergangenen Monaten neu gestaltet und modernisiert. Anlass waren Sanierungsarbeiten nach einem Wasserschaden im Frühjahr.
Auch beim Angebot setzt Hirmer neue Akzente. Das Sortiment soll jünger und moderner werden, neue Marken und Stilwelten sollen mehrere Generationen ansprechen. Hintergrund ist, dass die Grenzen zwischen Business, Casual und Freizeit zunehmend verschwimmen, so die Mitteilung. Zusätzlich baut das Unternehmen sein Angebot an Non-Fashion-Produkten und Lifestyle-Artikeln aus, um das Haus auch jenseits von Mode zum Besuchsanlass zu machen.
Geschäftsführer Gerhard Kränzle betont, dass der Wandel nicht den Verzicht auf bisherige Stärken bedeute. Vertrauen, Ehrlichkeit und persönliche Beratung blieben die Basis, doch Flächen, Sortimente und Prozesse müssten sich weiterentwickeln. „Tradition bedeutet für uns nicht, stehen zu bleiben“, so Kränzle. Gerade im Zeitalter des Onlinehandels setzt er auf das Persönliche: „Persönliche Begegnung wird zum größten Luxus.“
Als Aushängeschild des neuen Kurses dient das Stilmagazin „A New Tradition“. Das Journal verknüpft Männermode mit Handwerk, Kultur und Münchner Persönlichkeiten und zeigt, wie sich klassische Stilwelten neu interpretieren lassen.
Die Neuausrichtung fällt in eine Phase, in der die Zukunft der Immobilie selbst offen ist. Der Verkauf des Stammhauses an den Münchner Investor Erich Schwaiger ist Textilwirtschaft zufolge endgültig gescheitert Am 6. Oktober eröffnete das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über die CR Mitte 2 GmbH & Co KG, die Schwaiger eigens für den Erwerb gegründet hatte, Insolvenzverwalter ist der Münchner Rechtsanwalt Axel Bierbach. Die Insolvenz war seit Monaten erwartet worden
Hirmer erklärte dem Branchenmagazin nach dem Scheitern, die eigenen Verpflichtungen aus dem im vergangenen Jahr unterzeichneten Vertrag vollständig erfüllt zu haben. Mit dem Erlös wollte die Gruppe unter anderem ihre Finanzen stabilisieren und in das Handelsgeschäft investieren. Diese Pläne verzögern sich, einen Strategiewechsel bedeutet das laut Unternehmen nicht.
Hirmer prüfe mehrere Optionen für die Immobilie, darunter nicht nur einen erneuten Verkauf, und verhandelt nach eigenen Angaben bereits. Das Stammhaus solle in jedem Fall „die erste Adresse für Männermode“ bleiben.
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