Handgemenge bei Cos-Schau in New York: PETA will CFDA-Chef Steven Kolb anzeigen

Steven Kolb, President und Chief Executive Officer (CEO) des US-Modeverbands Council of Fashion Designers of America (CFDA), ist am Sonntag bei der Schau der H&M-Marke Cos während der New Yorker Modewoche mit Aktivist:innen der Tierschutzorganisation People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) aneinandergeraten.

Rund fünf Demonstrierende hatten die Präsentation in der Eventlocation WSA in Lower Manhattan gestört, mehrere von ihnen liefen mit Schildern über den Laufsteg. Das Sicherheitspersonal geleitete die meisten aus dem Saal. In Videos, die seither in den sozialen Medien kursieren, ist zu sehen, wie Kolb zwei Demonstrierende festhält, ihnen die Schilder entreißt und ihnen den Mund zuhält. Eine Aktivistin soll er zu Boden gebracht und mit dem Bein fixiert haben, während die Models weiterliefen.

Kolb äußerte sich noch am Sonntag in seinen Instagram-Stories. Er habe „unangemessen reagiert“, schrieb er. „Es war nicht meine Aufgabe, das zu tun. Ich hätte die Situation dem Sicherheitsteam überlassen sollen.“ Der CFDA erklärte, solche Störungen sollten von den anwesenden Sicherheitskräften gehandhabt werden. Weitergehende Anfragen mehrerer Medien ließen Kolb, der Verband und Cos zunächst unbeantwortet.

Anzeige angekündigt, Strafverfolgung noch offen

PETA teilte mit, die beiden Betroffenen seien tätlich angegriffen worden, man erstatte Anzeige und wolle eine Strafverfolgung anstreben. Einer der Demonstranten, der 22-jährige Mason Melito, sagte kurz darauf allerdings gegenüber CNN, man prüfe derzeit noch die Optionen. Bis zu seinem Hinauswurf habe er nicht gewusst, wer Kolb sei.

PETA-Demonstration während der New Yorker Modewoche. Bild: PETA

Anlass des Protests ist eine Kampagne gegen den Wollbezug der H&M Group. PETA wirft dem Konzern vor, Wolle aus einem von Nativa zertifizierten südafrikanischen Betrieb zu beziehen. Heimlich gefilmte Arbeiter:innen sollen dort verängstigte Schafe getreten, auf ihnen herumgetrampelt und sie nach grober Schur mit klaffenden Wunden zurückgelassen haben. Nativa ist ein Faserstandard, den der Konzern nutzt. Eine unmittelbare Verbindung des Betriebs zu Produkten der H&M Group belegt die Recherche allerdings nicht. Nach Angaben von PETA verkauft der Betrieb Wolle an ein Auktionshaus, das die Gruppe nutzt.

„Die heutigen Vorgänge zeigen, wie Spitzenleute der Mode Gewalt einsetzen, um Menschen zum Schweigen zu bringen, die aufdecken, wie Schafe für Schals und Pullover geschlagen, blutig verletzt und gewaltsam getötet werden“, sagte PETA-Gründerin Ingrid Newkirk am Sonntag. „PETA fordert H&M und Cos auf, Wolle aus ihren Kollektionen zu verbannen, und appelliert an alle, so lange woanders einzukaufen.“

Das Pelzverbot gilt, für Wolle nicht

Es ist die erste Saison der New Yorker Modewoche, in der Echtpelz in den Kollektionen untersagt ist. Angekündigt hatte der CFDA das Verbot im Dezember 2025. Wolle fällt ausdrücklich nicht darunter, und genau dort setzt der Protest an.

„Auf der New Yorker Modewoche wird bereits wenig bis gar kein Pelz gezeigt. Mit dieser Haltung hofft der CFDA jedoch, amerikanische Designer:innen dazu zu inspirieren, intensiver über die Auswirkungen der Modeindustrie auf Tiere nachzudenken“, sagte Kolb damals. Verbraucher:innen wendeten sich von Produkten ab, die mit Tierquälerei in Verbindung gebracht würden. Man wolle die amerikanische Mode in diesen Bereichen als führend positionieren und zugleich Materialinnovationen vorantreiben.

Dieser Beitrag wurde mithilfe von KI erstellt.


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