Handelsverband BGA sieht Aufschwung auf wackligen Beinen
Der Außenhandelsverband BGA sieht den Aufschwung in Deutschland auf wackligen Beinen. „Die Unternehmen sehen wieder Licht am Ende des Tunnels, fahren aber weiter mit angezogener Handbremse“, sagte Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), der Deutschen Presse-Agentur. Die Stimmung im Großhandel helle sich zwar auf. „Aber wir sind noch lange nicht über den Berg.“
Laut einer Verbandsumfrage sieht die Branche eine Verbesserung ihrer Geschäftslage. Unternehmen hätten Beschaffungs- und Vertriebswege diversifiziert und sich an Krisen angepasst. Der Aufschwung stehe aber noch auf wackligen Beinen.
Führende Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr erhöht. Sie erwarten nun einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent. In ihrem Frühjahrsgutachten hatten sie noch mit 0,6 Prozent gerechnet. Erwartet wird, dass in der kommenden Woche auch die Bundesregierung ihre Erwartungen nach oben schraubt. Ein wesentlicher Treiber sind die von der Bundesregierung mit Schulden finanzierten Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung.
Jandura sagte, der Aufschwung brauche ein politisches Fundament. „Bürokratie ist für unsere Unternehmen längst mehr als ein Ärgernis – sie ist ein echter Bremsklotz. Wenn 82 Prozent sie als eine der größten Belastungen ihrer Wettbewerbsfähigkeit nennen und 78 Prozent noch keine Entlastung spüren, dann ist die Botschaft eindeutig: Der Bürokratieabbau muss raus aus den Ankündigungen und rein in den betrieblichen Alltag.“
Die konjunkturelle Erholung erreicht laut BGA noch nicht den Arbeitsmarkt. Die bessere Stimmung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unternehmen bei Beschäftigung und Ausbildung auf die Bremse treten, so Jandura. Mehr Unternehmen in der Branche wollten Stellen abbauen als neue. Dies sei ein Warnsignal, das die Politik ernst nehmen müsse.
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