H&M setzt auf „Designed in Barcelona“ und eröffnet ein Produktbüro

H&M eröffnet in Barcelona ein Büro für die Produktentwicklung. Wie der schwedische Modekonzern am Montag mitteilte, ergänzt der Standort das bestehende globale Netz an Produktionsbüros. Für Spanien ist es ein Gegensignal nach Jahren des schrittweisen Rückgangs im operativen und im kommerziellen Geschäft.

Das Büro liegt in der Casa de les Punxes, einem Bau des Modernisme-Architekten Josep Puig i Cadafalch an der Avinguda Diagonal 420, nahe dem Passeig de Gràcia. Dort sollen die Produktions- und Einkaufsteams von H&M mit ausgewählten Lieferanten zusammenarbeiten, Trends identifizieren und Marktanalysen erstellen. So könne der Konzern neue Produkte schneller entwickeln.

„Die Eröffnung dieses Büros in Barcelona ist ein wichtiger Meilenstein für uns“, sagte Karin Lind, Managing Director Production bei H&M. „Viele unserer wichtigsten Lieferanten haben hier ihre Designstudios.“ Diese Zusammenarbeit sei entscheidend, um die Marke H&M weiter zu stärken.

Das „Designed in Barcelona“ nutzen

Die Wahl des Standorts begründet H&M mit dem kreativen Umfeld der Stadt. Barcelona sei ein Treffpunkt für lokale und internationale Kreativschaffende und damit der natürliche Ort für den neuen Raum der Zusammenarbeit. Indem die Designstudios der Lieferanten enger an die globalen Teams für Produktion, Einkauf und Design angebunden würden, verkürze sich der Weg von der Chance über die Idee und die Entwicklung bis zur Entscheidung.

Damit nutzt H&M ein Label, das Marken wie Mango und Desigual sowie aufstrebende Labels wie Nude Project längst für sich einsetzen.

Im langen Schatten von Inditex

Der Schritt fällt in eine Phase, in der Spanien als Markt für die H&M-Gruppe an Bedeutung verloren hat. Im Geschäftsjahr 2025 sank der Umsatz der spanischen Tochtergesellschaft um 2,2 Prozent auf 469,2 Millionen Euro, der Gewinn um 20,2 Prozent auf 14,5 Millionen Euro. Parallel dazu hat das Unternehmen Ladennetz und Belegschaft fortlaufend umgebaut – das Bild eines langwierigen Anpassungsprozesses.

Gegen das dichte Filialnetz seines Hauptkonkurrenten Inditex tut sich H&M schwer, Marktanteile zu gewinnen. Auf den Standortvorteil Barcelona setzt allerdings auch der spanische Konzern. Er plant in Sant Adrià de Besòs im Großraum Barcelona einen Campus, in dem die globalen Zentralen von Massimo Dutti, Bershka, Oysho und Lefties zusammengeführt werden sollen.


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