H&M mit Gewinnsprung, Capri im Verkaufsfokus und neue Impulse von den Laufstegen – was die Woche bewegte
Diese Woche prägten große Personalentscheidungen und überraschende Unternehmenszahlen die Modebranche. Der Schweizer Sportartikelhersteller On sorgte mit der Verpflichtung von Fußballstar Kylian Mbappé als Markenbotschafter und neuen Wachstumszielen bis 2029 für Aufsehen. Parallel dazu verurteilte das Landesgericht Innsbruck den österreichischen Investor René Benko zu zweieinhalb Jahren Haft. Der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz übertraf mit einer deutlichen Gewinnsteigerung im dritten Quartal die Markterwartungen, während sich die insolvente Denim-Marke Mud Jeans unter neuem Eigentümer neu aufstellt. Auch auf den Laufstegen in Madrid und London ging es turbulent zu, mit der Rückkehr von Alexander McQueen und einer neuen Farbpalette für die kommende Saison.
Business
Mehrere Modeunternehmen ordnen sich derzeit neu. Die Peek & Cloppenburg-Gruppe organisierte am Montag ihr Eigenmarkengeschäft neu und überträgt die entsprechenden Aktivitäten künftig an die Gesellschaft JC Brand Spain in Madrid. Auch die insolvente Denim-Marke Mud Jeans startet neu: Die Investmentgesellschaft N5 Holding übernahm die Marke für 255.000 Euro, nachdem Gründungs-CEO Dion Vijgeboom nach zwölf Jahren seinen Abschied verkündet hatte. Die Hemdenmarke Eterna wiederum kehrt im kommenden Jahr unter dem Dach der Olymp-Bezner KG auf den Markt zurück, nachdem die Unternehmensgruppe im März die Markenrechte im Zuge des Insolvenzverfahrens gesichert hatte.
Auch an anderer Stelle stehen Weichenstellungen an. Die Kölner Slow-Fashion-Marke Lanius könnte Ende 2027 vom Markt verschwinden: Gründerin Claudia Lanius sucht seit drei Jahren nach einer Nachfolgelösung für das profitable Unternehmen mit zwölf Millionen Euro Jahresumsatz, bislang ohne Erfolg. Finanziell angespannt zeigt sich unterdessen die in Hongkong notierte Esprit Holdings: Das Unternehmen erhielt am Donnerstag eine gesetzliche Zahlungsaufforderung über knapp vier Millionen US-Dollar.
Für Aufmerksamkeit sorgte zudem Capri Holdings, der US-amerikanische Konzern hinter Michael Kors und Jimmy Choo. Laut WWD soll es Interesse potenzieller Käufer:innen geben, konkrete Verkaufsverhandlungen gibt es bislang jedoch nicht. Einige Interessent:innen sollen bereits Finanzdaten des Konzerns eingesehen haben. Capri hatte im Dezember 2025 Versace für 1,4 Milliarden US-Dollar an Prada verkauft, nachdem die geplante Übernahme durch Tapestry Ende 2024 aufgrund kartellrechtlicher Bedenken gescheitert war. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 sank der Konzernumsatz um 3,5 Prozent auf 769 Millionen US-Dollar, während sich der Nettogewinn von 56 auf 69 Millionen US-Dollar erhöhte.
Bei den Geschäftszahlen sorgte Hennes & Mauritz für die positivste Überraschung der Woche: Der schwedische Konzern steigerte seinen operativen Gewinn im dritten Quartal um 22,9 Prozent auf 6,04 Milliarden Schwedische Kronen, während der Umsatz mit 57,2 Milliarden Schwedischen Kronen nahezu stabil blieb. Passend dazu erhöhte die Gründerfamilie ihren Anteil am Unternehmen, was Spekulationen über eine mögliche private Übernahme befeuert. Der italienische Schuhhersteller Geox genehmigte einen neuen Industrieplan bis 2029, der einen Umsatzanstieg auf bis zu 650 Millionen Euro vorsieht, nachdem für das laufende Jahr nur zwischen 540 und 545 Millionen Euro erwartet werden. Der Schweizer Sportartikler On bestätigte im Vorfeld seines Investorentags ebenfalls neue Ziele bis 2029 und peilt einen Gesamtumsatz von mindestens 5,6 Milliarden Schweizer Franken an.
Auch die neue EmpCo-Richtlinie beschäftigt die Branche. Ab dem 27. September gelten in Deutschland neue Regeln für Nachhaltigkeits- und Umweltaussagen von Unternehmen. Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „grün“ müssen künftig konkreter, nachvollziehbarer und belegbar sein. Nachhaltigkeitspioniere wie Armedangels, Lanius und Vaude sehen darin grundsätzlich eine Weiterentwicklung bestehender Standards, rechnen aber zugleich mit erheblichem zusätzlichem Aufwand für die Dokumentation und Überprüfung ihrer Kommunikation. Offen ist zudem, ob die strengeren Vorgaben dazu führen, dass Unternehmen stärker auf Zertifizierungen setzen – oder aus Sorge vor rechtlichen Risiken weniger über ihre Nachhaltigkeitsleistungen kommunizieren.
Für Schlagzeilen sorgten zudem zwei prominente Partnerschaften. Donatella Versace kündigte in Kollaboration mit dem Onlinehändler Revolve ein unabhängiges Beauty- und Modeunternehmen an, mit dem sie sich an eine neue Generation von Verbraucher:innen richten will. Noch mehr Aufsehen erregte der Wechsel von Fußballstar Kylian Mbappé von Nike zu On: Der Stürmer von Real Madrid unterschrieb einen Zehnjahresvertrag und beteiligt sich am Kapital des Schweizer Unternehmens.
Mode
Auch bei den Farben für die kommende Saison zeichnet sich ein klarer Trend ab. Das Farbinstitut Pantone präsentierte zur New York Fashion Week zehn Farbtöne für Frühjahr/Sommer 2027, angeführt vom kräftigen Rot Chili Pepper und dem sanften Gelb Anise Flower, ergänzt um fünf saisonunabhängige Neutraltöne. Auf den Laufstegen der Madrider Fashion Week zeigte sich diese Rückkehr der Farbe bereits konkret: Von Senfgelb und Camel bei Adolfo Domínguez bis zu Fuchsia auf gelbem Leopardenmuster bei Redondo Brand reichten die auffälligsten Kombinationen der Woche.
Auch abseits der Laufstege gab es neue Kollektionen zu entdecken. Die italienische Marke Blauer betrat mit der Capsule-Kollektion B.Glam den High-End-Damenmodemarkt und richtet sich laut Präsident Enzo Fusco an Frauen zwischen 25 und 40 Jahren. Das niederländische Unternehmen The Knitwit Stable wiederum lancierte eine neue Strickkollektion, um heimische Wolle als hochwertigen Rohstoff zu etablieren, und setzt dafür auf eine eigens entwickelte Garnqualität aus niederländischer Wolle, Alpaka und Merino.
Personalien
Das Münchner Traditionshaus Oberpollinger bekommt mit George Philip Auerbach einen neuen Chef, der mit sofortiger Wirkung die Nachfolge von Andreas Römer antritt und zuvor als Retail Director Germany & Austria bei Van Cleef & Arpels tätig war.
Auch andere Unternehmen bauen ihre Führungsebenen um. Bei der Südtiroler Oberalp-Gruppe übernimmt Stefan Rainer zum 1. Oktober den Posten von Christoph Engl, der die Gruppe seit 2018 geleitet hatte. Der spanische Modekonzern Mango beförderte Kasia Katarzyna, die im Mai von Hennes & Mauritz gewechselt war, zur neuen Chief Retail Officer. Bei der französischen Dessousmarke Aubade übernimmt Élise An die Verwaltungs- und Finanzleitung und vervollständigt damit ein rein weibliches Führungsteam.
Beim Warenhauskonzern Galeria treibt Einkaufschef Antonio Negro unterdessen vorübergehend die Offprice-Strategie voran, mit der langfristig Umsatzvolumina im neunstelligen Euro-Bereich erzielt werden sollen.
Ein Gerichtsurteil sorgte zudem für Aufsehen: Das Landesgericht Innsbruck verurteilte den österreichischen Investor René Benko zu zweieinhalb Jahren Haft, weil er seine Gläubiger durch eine Mietkostenvorauszahlung von 360.000 Euro geschädigt haben soll.
Einzelhandel
Zwei aktuelle Studien zeigen, wie sich das Kaufverhalten der Verbraucher:innen verändert. Laut einer neuen Studie der Markenberatung Liganova und des Research-Partners Appinio wird der stationäre Store im KI-Zeitalter zum Vertrauensanker, da 87 Prozent der Befragten bei unglaubwürdig erscheinenden Online-Informationen auf andere Kanäle ausweichen. Eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland zeigt zudem, dass deutsche Innenstädte wieder an Attraktivität gewinnen: Mehr als 80 Prozent der Befragten wollen künftig genauso oft oder häufiger ihr Stadtzentrum besuchen.
Auch bei den Neueröffnungen tat sich einiges. Der Sportartikelhersteller On baut seine Präsenz in der DACH-Region aus und eröffnet in den kommenden Monaten Geschäfte in München, Düsseldorf und Wien, wo das Unternehmen am 26. September seine Österreich-Premiere feiert. Der Outdoor-Ausstatter Arc'teryx kündigte unterdessen die Eröffnung seines zweiten Berliner Stores am Kurfürstendamm an, der im Frühjahr kommenden Jahres öffnen soll.
Modewochen
Auf den internationalen Laufstegen ging in dieser Woche zudem eine bedeutende Saison zu Ende. Die 84. Ausgabe der Mercedes-Benz Fashion Week Madrid verließ erstmals seit 1996 das Messegelände von Ifema und verteilte ihre 33 Schauen auf verschiedene Orte in der Stadt, darunter Jubiläumsshows von Palomo Spain und Adolfo Domínguez sowie das Comeback von Alvarno nach acht Jahren. Die London Fashion Week für Frühjahr/Sommer 2027 endete unterdessen am Montag und stand im Zeichen der Rückkehr von Alexander McQueen sowie des Debüts von Christopher Kane bei Mulberry.
Dieser Beitrag wurde mithilfe von KI erstellt.
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