Guess erwartet nach schwachem Geschäftsjahr 2014/15 weiteren Gegenwind

Trotz eines späten Aufwärtstrends in Nordamerika fiel das Geschäftsjahr 2014/15 für den US-amerikanischen Bekleidungskonzern Guess einigermaßen ernüchternd aus: Umsatz und Ergebnis gingen empfindlich zurück. Und auch für das laufende Jahr sind die Aussichten wenig rosig: Ungünstige Währungseffekte dürften dem Unternehmen im Auslandsgeschäft weiterhin schwer zu schaffen machen.

Im abgelaufenen Jahr, das am 31. Januar endete, erwirtschaftete Guess einen Umsatz in Höhe von 2,42 Milliarden US-Dollar, umgerechnet knapp 2,24 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das einen Rückgang um 5,9 Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen sanken die Erlöse um 4,6 Prozent. Alle Segmente verfehlten das Vorjahresniveau: Im eigenen Einzelhandel in Nordamerika ging der Umsatz um 4,0 Prozent auf 1,03 Milliarden US-Dollar zurück, im dortigen Großhandel sank er um 6,6 Prozent auf 167,7 Millionen US-Dollar. CEO Paul Marciano erklärte, im vierten Quartal hätten die Resultate insgesamt „im Rahmen der Erwartungen“ gelegen. In Nordamerika sei aber gegen Ende des Quartals einen Aufwärtstrend zu erkennen gewesen: Die Kundenfrequenz und die flächenbereinigten Erlöse im eigenen Einzelhandel hätten sich verbessert.

Noch schlechter als in Nordamerika entwickelten sich im abgelaufenen Jahr die wichtigsten Auslandsmärkte: In Asien ging der Umsatz um 4,0 Prozent (währungsbereinigt -6,3 Prozent) auf 281,1 Millionen US-Dollar zurück, in Europa brach er aufgrund negativer Wechselkurseffekte sogar regelrecht ein: Dort sanken die Erlöse um 8,7 Prozent auf 825,1 Millionen US-Dollar. Währungsbereinigt rutschten sie um 6,3 Prozent ab. In beiden Regionen beschleunigte sich die Talfahrt im Schlussquartal: In Asien schrumpfte der Umsatz um 9,1 Prozent (währungsbereinigt -7,0 Prozent), in Europa sogar um 16,1 Prozent (währungsbereinigt -5,3 Prozent).

Nachdem das Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits um rund 38 Prozent einbrach, rechnet das Unternehmen für 2015/16 mit einem weiteren Rückgang

Nicht nur die ungünstigen Wechselkursveränderungen ließen das Ergebnis absacken. Auch die hohen Fixkosten für zahlreiche Stores in Nordamerika, deren Erlöse rückläufig waren, niedrigere Umsätze im europäischen Großhandelsgeschäft, Wertberichtigungen und umfangreichere Rabattaktionen in Nordamerika drückten den Gewinn. Das operative Ergebnis fiel daher gegenüber dem Vorjahr um 43,4 Prozent und erreichte nur noch 125,9 Millionen US-Dollar. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettoüberschuss sank um 38,4 Prozent auf knapp 94,6 Millionen US-Dollar, der verwässerte Gewinn pro Aktie dementsprechend von 1,80 auf 1,11 US-Dollar.

Im laufenden Jahr wird es voraussichtlich nicht besser werden – ganz im Gegenteil. Der starke US-Dollar dürfte dafür sorgen, dass der Umsatz erneut absacken wird. Das Unternehmen prognostizierte einen Rückgang um sieben bis acht Prozent. Währungsbereinigt würde das einem Minus von einem Prozent oder sogar einem leichten Zuwachs (+1 Prozent) entsprechen. Auch beim Ergebnis wird aufgrund der Wechselkurseffekte ein Einbruch erwartet: Derzeit rechnet das Management mit einem verwässerten Gewinn pro Aktie im Bereich von 0,75 bis 0,95 US-Dollar. Den negativen Effekt des erwarteten währungsbedingten „Gegenwinds“ bezifferte das Unternehmen auf etwa 0,50 US-Dollar. Hoffnungen setzt Konzernchef Marciano in die Investitionen für die „globale Omnichannel-Strategie“. „Ich erwarte, dass sie im laufenden Geschäftsjahr zum Wachstumsmotor werden wird“, sagte er. Auch der weitere Ausbau der Marke Marciano und „neue Produktlinien“ könnten die Situation des Unternehmens verbessern.

 

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