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Görtz: Nach Deutschland nun auch Insolvenz in Österreich

Nach den Schwierigkeiten in Deutschland bleibt Görtz nun auch in Österreich nicht verschont.

Die österreichische Schuhhandelskette GAT Retail GmbH, die zuvor noch als Ludwig Görtz GmbH firmierte, hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Donnerstag mit. Das zuständige Handelsgericht Wien eröffnete daraufhin ein entsprechendes Verfahren.

Die Insolvenz in Österreich hängt dem Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) zufolge mit dem bereits im Januar eröffneten Verfahren der Görtz Retail GmbH in Deutschland zusammen. Die Auswirkungen auf das Österreich-Geschäft seien massiv gewesen, da der Wareneinkauf der GAT Retail GmbH über die deutsche Görtz Retail GmbH abgewickelt wurde.

Infolge dessen seien Warenbestellungen storniert und bereits georderte Waren nicht mehr geliefert worden, heißt es in der Mitteilung. Zudem hätten Lieferant:innen auf Vorauskasse bestanden, und nicht mehr alle Marken hätten bezogen werden können. Die daraus resultierende negative Umsatzentwicklung habe das Unternehmen erheblich beeinträchtigt. Hinzu kamen hohe Personalkosten sowie der Ausfall des IT-Warenwirtschaftssystems, das ebenfalls von der insolventen deutschen Görtz Retail GmbH betrieben wurde.

Die GAT Retail GmbH, die ebenso wie die deutsche Görtz Retail GmbH von Bolko Kissling geführt wird, beschäftigt derzeit 59 Mitarbeiter:innen und betreibt insgesamt acht Standorte in Österreich, darunter auch ein Pop-up-Store.

Forderungen von mehr als zwei Millionen Euro

Von der Insolvenz betroffen sind zudem 108 Gläubiger:innen mit Gesamtforderungen von rund 2,3 Millionen Euro. Die Entschuldung soll über einen Sanierungsplan erfolgen, der vorsieht, dass die Insolvenzgläubiger:innen innerhalb von zwei Jahren eine Quote von 20 Prozent in vier Raten zu je fünf Prozent erhalten. Ob das von der GAT Retail GmbH erarbeitete Konzept angenommen wird, muss allerdings noch überprüft werden.

„Ob der Fortbetrieb des Unternehmens und die Annahme des vorgelegten Sanierungsplans für die betroffenen Insolvenzgläubiger:innen vorteilhaft ist, wird der KSV1870 nunmehr gemeinsam mit der Insolvenzverwalterin genau überprüfen.“, so Brigitte Dostal, Leiterin KSV1870 Insolvenz Wien/NÖ/Bgld.

Vor knapp zwei Jahren startete Görtz in Österreich mit Plänen für neue Retail-Konzepte, nachdem der deutsche Schuhfilialist zuvor bereits einmal Insolvenz angemeldet hatte. Im Januar meldete Görtz erneut Insolvenz an, nur rund eineinhalb Jahre nach dem Einstieg von Investor und Geschäftsführer Bolko Kissling. Der Unternehmer hatte den Traditionshändler im Sommer 2023 von der Gründerfamilie übernommen und aus der damaligen Insolvenz geführt.


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