Geplatztes Rolls-Royce-Projekt: Designer Jonathan Riss verklagt Prada

Ein Projekt namens „Prada Strada“ hat zu einem Rechtsstreit geführt. Das italienische Luxusmodehaus Prada und der belgische, in Hongkong ansässige Designer Jonathan Riss wollten gemeinsam eine Flotte von Rolls-Royce Corniche umbauen und auf eine weltweite Veranstaltungstournee schicken. Umgesetzt wurde das Vorhaben nie. Nun verklagt Riss Prada sowie drei Spitzenkräfte des Konzerns auf mehr als fünf Millionen US-Dollar Schadensersatz.

Beklagt sind Patrizio Bertelli, Vorsitzender und Executive Director der Prada Group, Miuccia Prada, Executive Director, Ko-Kreativdirektorin von Prada an der Seite von Raf Simons und Kreativdirektorin von Miu Miu, sowie deren Sohn Lorenzo Bertelli, Executive Director, Chief Marketing Officer und Leiter der Corporate Social Responsibility der Prada Group. Riss wirft ihnen vor, die Initiative aufgegeben zu haben, nachdem er Jahre in die Entwicklung und Millionenbeträge in die Vorbereitung der Markteinführung gesteckt habe.

Eingereicht wurde die Klage beim High Court in Hongkong, wie das Fachportal The Fashion Law berichtet. Neben Riss tritt sein Unternehmen Ahrsenal Limited als Klägerin auf, die Fahrzeugsparte seines Labels Jay Ahr. Riss ist dafür bekannt, bestehende Luxusobjekte zu zerlegen und neu zusammenzusetzen, Taschen von Hermès und Louis Vuitton ebenso wie den zwischen 1971 und 1995 gebauten Rolls-Royce Corniche.

Vom Taschenumbau zum Flottenprojekt

Nach Darstellung der Klageschrift begann die Zusammenarbeit im Februar 2024, als Prada Riss zunächst für die Umgestaltung der Taschenmodelle Galleria und Nylon engagierte. Daraus entwickelte sich das Konzept „Prada Strada“, das die Codes von Prada mit der Handschrift von Jay Ahr verbinden sollte. Ein Memorandum vom April 2025 soll Fristen und Honorare festgehalten haben, darunter rund 900.000 US-Dollar je umgebautem Fahrzeug bei mindestens zehn geplanten Wagen für internationale Präsentationen im Jahr 2026. Vorgesehen waren laut Klageschrift Auftritte bei Concours d’Élégance, Ausstellungen und Rallyes, unter anderem in den USA, Italien, der Schweiz, Monte Carlo, Frankreich, Japan, China, Südkorea und Indien.

Riss macht geltend, Prada habe sich ab Juni 2025 verhalten, als bestehe ein bindender Vertrag, die endgültigen Papiere aber nie unterzeichnet. Im Februar 2026 soll Lorenzo Bertelli ihm per Kurznachricht mitgeteilt haben, das Projekt werde pausiert, als Grund sei „accountability“ genannt worden. Riss und Ahrsenal werten das als einseitigen Vertragsbruch.

Neben Schadensersatz fordert die Klägerseite Rückerstattung, eine Vergütung für die bereits umgearbeiteten Prada-Taschen sowie eine gerichtliche Verfügung, die Prada untersagt, das Konzept „Prada Strada“ ohne Riss weiterzuverfolgen. Prada hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert. Über die Klage ist noch nicht entschieden.


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Jonathan Riss
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