Im Falle einer möglichen Zusammenlegung der Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof sehen die Kontrolleure des Bundeskartellamts eine komplexe Prüfung auf sie zukommen. Bei einer Fusion der beiden Kaufhäuser stehe ein „extrem umfangreiches und aufwendiges Verfahren“ an, in welchem die Folgen für Kunden wie Lieferanten genau untersucht werden müssen, sagte Bundeskartellamt-Präsident Andreas Mundt in der Dienstagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die Mutterkonzerne Signa Holding und Hudson’s Bay Company (HBC) verhandeln derzeit über ein Gemeinschaftsunternehmens aus Karstadt und Kaufhof, wie der kanadische Konzern HBC Anfang Juli bestätigte. Mitte August könnten die Gespräche zu einem Abschluss kommen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters Ende Juli.

Bei der Prüfung der Fusion werden die lokalen Strukturen und die Auswirkungen online eine Rolle spielen. „Wir müssen uns nicht nur die vielen einzelnen Produktkategorien genau anschauen, sondern auch die Verhältnisse auf den regionalen Märkten. Und es ist nicht nur der stationäre Handel zu betrachten, sondern auch der Onlinehandel“, sagte Mundt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zudem würde ein Zusammenschluss zwischen Kaufhof und Karstadt eine große Macht gegenüber Zulieferern schaffen.