Frasers übernimmt Kontrolle über Hugo Boss mit Anteil von über 50%
Der britische Einzelhandelskonzern Frasers Group hat die Schwelle von 50 Prozent bei der Hugo Boss AG überschritten. Damit wird das Metzinger Modehaus zu einer Tochtergesellschaft des von Gründer Mike Ashley kontrollierten Unternehmens.
Frasers teilte am Freitag mit, weitere 198.666 Hugo-Boss-Aktien für rund 7,6 Millionen Euro aus vorhandenen Barmitteln erworben zu haben. Durch den Kauf steigt die Beteiligung auf rund 34,5 Millionen Aktien beziehungsweise 50,08 Prozent. Ergebnis, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Hugo Boss werden künftig im Konzernabschluss von Frasers konsolidiert. Laut Frasers liegt das Überschreiten der Schwelle im besten Interesse seiner Investor:innen.
Der Abschluss krönt eine monatelange Kampagne. Im Juni legte Frasers ein Barangebot von 38 Euro pro Aktie vor, das Vorstand und Aufsichtsrat von Hugo Boss als finanziell unangemessen ablehnten. Dennoch erhöhte das Gebot den direkten Anteil von Frasers bis August von 26,06 Prozent auf 47,89 Prozent. Aus einer Pflichtmitteilung vom 19. Oktober ging schließlich ein Anteil von 48,8 Prozent hervor.
Frasers investierte erstmals im Jahr 2020 in Hugo Boss und erwarb damals einen Anteil von fünf Prozent. Auf Grundlage von Pflichtmitteilungen schätzt FashionUnited die Gesamtausgaben von Frasers für die Mehrheitsbeteiligung auf rund 1,2 Milliarden Euro. Davon entfielen etwa 475 Millionen Euro auf Aktien, die im Rahmen des Übernahmeangebots angedient wurden.
Parallel dazu haben sich die Machtverhältnisse verschoben. Der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Sturm trat zurück, und Frasers-CEO Michael Murray wurde im September in dieses Amt gewählt. Finanzvorstand Yves Müller verließ das Unternehmen kurz darauf; zum 1. Oktober übernahm Ivica Maric die Positionen als CFO und COO. Zudem beendete Hugo Boss sein Aktienrückkaufprogramm vorzeitig.
Hugo Boss reiht sich in ein wachsendes Portfolio von Frasers ein, zu dem auch die britischen Einzelhändler Sports Direct, House of Fraser und Flannels gehören. Anfang dieses Monats gründete der Konzern die Sparte Frasers Group Luxury. Diese vereint Flannels, das in diesem Jahr erworbene britische Kaufhaus Harvey Nichols und die US-amerikanische Boutique The Webster. Die neue Sparte erwirtschaftet über eine Milliarde britische Pfund Umsatz.
Darüber hinaus hält die Gruppe Beteiligungen an den britischen Marken Mulberry, Burberry und Hulcan’s Mile. Im Oktober erhöhte Frasers seinen Anteil an Burberry auf 7,42 Prozent. Zudem gab das Unternehmen eine Beteiligung von 8,78 Prozent am US-amerikanischen Sportartikelhersteller Under Armour bekannt.
Die Aktien von Frasers schlossen am Freitag um 0,3 Prozent höher, während die Papiere von Hugo Boss um 0,8 Prozent nachgaben. Im FashionUnited Top 100 Index belegt Frasers mit einer Marktkapitalisierung von fünf Milliarden US-Dollar den 47. Platz. Hugo Boss rangiert mit 2,9 Milliarden US-Dollar auf Platz 60.
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