Frankreich und Deutschland arbeiten bei der Textilforschung zusammen

«Wir müssen gemeinsam vorangehen, um uns den Herausforderungen von morgen zu stellen", so lautet das neue Motto der Deutschen Institutefür Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), die mit dem Beitritt zum französischen Wettbewerbscluster Techtera in der Textilregion Auvergne-Rhône-Alpes einen weiteren wichtigen Schritt in der Entwicklung ihrer internationalen Zusammenarbeit getan haben. Es ist ein junges Wettbewerbscluster (es wurde 2005 gegründet), das jedoch mit dem Goldlabel "Cluster Management Excellence Gold Label", einer Zertifizierung der Europäischen Kommission, ausgezeichnet wurde. Bislang haben nur 69 der 2000 europäischen Cluster diese Zertifizierung erhalten.

Techtera ist auf Textilien und flexible Materialien spezialisiert und vereint 162 Mitgliedsunternehmen, Verbände und Institute. Ziel ist es, gemeinsam textile Lösungen für Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Urbanisierung, Gesundheit und demographischen Wandel zu entwickeln. Es unterstützt und berät Unternehmen und Forschungszentren bei der Umsetzung ihrer Projekte, insbesondere durch Marktanalysen und ein breites Spektrum an Maßnahmen und Marketinginstrumenten, um Forschungsergebnisse als Produkte am Markt zu etablieren.

60 Prozent Steuervorteile auf Forschungs- und Entwicklungskosten

Das DITF versteht sich als idealer Partner für die französische Industrie. Die deutschen Textil- und Faserforschungsinstitute bieten ein breites Spektrum an Aktivitäten, von Molekülen über Fertigprodukte bis hin zu Geschäftsmodellen und Markteinführungen. In drei Forschungszentren werden alle textilen Themen von morgen bearbeitet, dazu gehören das Institut für Textilchemie und synthetische Fasern, das Institut für Textiltechnik und schließlich das Zentrum für Managementforschung.

Die Vorteile dieses Verbundes sind vielfältig – auf beiden Seiten des Rheins. Das DITF sind vom Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Innovation als öffentliche Forschungseinrichtungen anerkannt. Diese Anerkennung berechtigt zu steuerlichen Vergünstigungen. Konkret ermöglicht die Zusammenarbeit mit dem DITF französischen Unternehmen, 60 Prozent Steuervorteile (statt der üblichen 30 Prozent) bei ihren Forschungs- und Entwicklungskosten geltend zu machen.

Catherine Veber, die für Baden-Württemberg zuständige französische Generalkonsulin, wird das DITF auf politischer und administrativer Ebene bei der Zusammenarbeit mit Frankreich unterstützen. Bei einem Besuch des DITF am 24. September 2019 konnte sich Frau Veber über aktuelle Forschungsprojekte und deren Anwendungsbereiche informieren. Dabei ist zu beachten, dass das DITF-Forschungszentrum nicht nur Partner der traditionellen Textilindustrie ist, sondern auch von Unternehmen aus den Bereichen Hochleistungsfasern, Architektur, Automobilbau, Energie und Umwelt.

Foto : Deutsches Institut für textil + Faserforschung

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

 

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