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Fast Retailing verpflichtet sich, Partnerfabriken während Covid-19 zu unterstützen

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Von Simone Preuss

27. Apr. 2020

Der japanische Modekonzern Fast Retailing, zu dem die Marke Uniqlo gehört, hat das Gebot der Stunde erkannt und wird seine Lieferanten und deren Arbeiter während der Covid-19-Pandemie unterstützen. In einer Erklärung hat das Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen aufgelistet, die es ergreifen will.

„Wir glauben, dass Marken in unserer Branche eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der humanitären und wirtschaftlichen Bedrohungen spielen, die von der Covid-19-Pandemie ausgehen. Zu diesem Zweck haben wir eine Reihe spezieller Maßnahmen eingeführt, die im Folgenden erläutert werden und dazu beitragen sollen, die Risiken zu verringern, denen unsere Produktionspartner und die Arbeitnehmer in unserer gesamten Lieferkette ausgesetzt sind, die alle viel zu unserem Erfolg und dem unserer Branche beigetragen haben“, verspricht Fast Retailing in einer Erklärung vom Mittwoch.

So hat sich das Unternehmen mit Better Work zusammengetan, einem Gemeinschaftsprogramm der Internationalen Arbeitsorganisation und der International Finance Corporation der World Bank Group. Zunächst wurden Richtlinien zu Hygienemaßnahmen und der Verpflichtung ihrer Mitarbeiter gegenüber kommuniziert, sollte eine Fabrik schließen müssen.

Hygienemaßnahmen

In Partnerbetrieben wurde sichergestellt, dass Händewaschen, Temperaturmessen und das Tragen von Schutzmasken zur Tagesordnung gehört und dass alle Mitarbeiter die Wichtigkeit der Einhaltung dieser Hygienemaßnahmen verstehen.

Zudem hat Fast Retailing eine offizielle Kontaktperson ernannt, an die Fabriken sich wenden können, sollte sie Fragen zur Entschädigung von Mitarbeitern oder dem Code of Conduct von Fast Retailing haben. Außerdem betreibt das Unternehmen eine anonyme Hotline, über die Bekleidungsarbeiter direkt Rechts- oder Sicherheitsverstöße melden können.

Das Unternehmen geht auch das Problem der Wanderarbeiter an, die in dieser Situation besonders gefährdet sind, und wird sicherstellen, dass sie die angemessene Situation von ihren Fabriken enthalten. Hierbei arbeitet Fast Retailing mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen zusammen und wird zusammen mit Partnerfabriken eine Umfrage zur Situation von Wanderarbeiten in Covid-19-Zeiten durchführen.

Finanzielle Maßnahmen

Was die finanzielle Stabilität de Partnerfabriken angeht, verpflichtet Fast Retailing sich, fertiggestellte und in Produktion befindliche Aufträge wie vor der Corona-Krise geplant zu zahlen. Dies gilt auch für Stoffe und andere Materialien, die von den Fabriken bereits gekauft wurden. Sollten sie später nicht gebraucht werden, wird Fast Retailing die Fabriken dafür entschädigen.

Zudem hat das Unternehmen damit angefangen, die finanzielle Situation jedes Produktionspartners zu untersuchen und gegebenenfalls Unterstützung anzubieten. Dazu gehört zu verstehen, ob das derzeitige finanzielle Risiko durch die Covid-19-Pandemie ausgelöst wurde, was die aktuelle Auftragslage ist und wie diese zur derzeitigen Produktionskapazität steht, sowie die Anpassung von Produktionszeitplänen und der Auftragsverteilung unter allen Partnern, um unakzeptable finanzielle Risiken oder Stresssituation zu vermeiden.

„Fast Retailing wird weiterhin die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf unsere Lieferkette überwachen. In Zusammenarbeit mit UN-Agenturen, Branchenorganisationen und den Regierungen unserer Produktionsstandorte werden wir uns für die Sicherheit der Menschen einsetzen, die an der Herstellung unserer Kleidung mitwirken, und uns für die finanzielle Stabilität unserer Produktionspartner einsetzen“, schließt Fast Retailing.

Die derzeitige Corona-Pandemie hat zur wochenlangen Schließung des stationären Handels geführt und die Nachfrage von Kunden eingeschränkt. Dementsprechend sitzen Marken und Einzelhändler auf ‘alter’ Ware und haben daraufhin Aufträge storniert oder verschoben. Dies stürzt die herstellenden Betriebe in eine Krise, da sie bereits mit dünnen Margen arbeiten. Stornierungen bedeuten, dass Fabriken (zeitweilig) schließen und Arbeiter entlassen müssen, normalerweise ohne Abfindung.

Das bedeutet Millionen von Bekleidungsarbeitern nicht nur in den finanziellen Ruin, sondern für sie und ihre Familien auch die mögliche Obdachlosigkeit, Armut und Hungersnot, sollte keine schnelle Lösung gefunden werden. Deshalb fordern Initiativen wie #PayUp Auftraggeber auf, ausstehende Aufträge jetzt und nicht erst in 30, 60 oder Tagen zu bezahlen. Sie sind gefragt, ihre Lieferanten als wichtige Partner zu sehen, die ihnen über die Jahre die Treue gehalten und Profite eingebracht haben. Ebenso müssen sie und ihre Mitarbeiter jetzt unterstützt werden.

Foto: Fast Retailing